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Warten auf Warsh

Bitcoin hat eine ruhige Nacht hinter sich und steht bei rund 83'860 Dollar. Der wichtigste Treiber dieser Woche sitzt am US-Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liegt nahe dem höchsten Stand seit 2002, und die Inflationsdaten sowie Fed-Chef Kevin Warsh dürften bestimmen, wohin sie als Nächstes geht.

Warten auf Warsh

Guten Morgen. Die Nacht war für Bitcoin ruhig, und auch der Tag beginnt leise, weil der US-Anleihemarkt wegen des Columbus Day geschlossen bleibt. Hier ist, was hinter den hohen Zinsen steckt, was die steigende Mining-Schwierigkeit bedeutet und was Chinas Goldkäufe über das Bild vom digitalen Gold sagen.

01
Bitcoin über Nacht

Eine Nacht ohne neue Wetten

Bitcoin bewegte sich zwischen Sonntagabend 21 Uhr und Montagfrüh 4:30 Uhr in einer engen Spanne von 83'200 bis 83'938 Dollar. Am Ende stand er bei 83'843 Dollar, rund 0,3 Prozent höher als am Abend. Gegen 6:40 Uhr notierte er bei rund 83'860 Dollar.

Auch am Terminmarkt blieb es still. Die offenen Positionen in Bitcoin-Futures stiegen nur um 0,27 Prozent. Die Finanzierungsrate, über die sich Käufer und Verkäufer dieser Kontrakte gegenseitig bezahlen, war leicht negativ. Wer auf fallende Kurse setzt, zahlt also minimal drauf. Neue Hebelwetten hat der Markt über Nacht kaum aufgebaut.

02
Zinsen

Die Rendite steht so hoch wie seit 2002 nicht mehr

Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte am 5. Oktober zum Handelsschluss 5,31 Prozent. Das war der höchste Schlusswert seit Mai 2002. Seither ist die Rendite etwas gesunken, am 8. Oktober lag sie bei 5,22 Prozent. Auch dieses Niveau hatte sie davor zuletzt im Juni 2007 erreicht.

Auffällig ist auch das Tempo. Am 21. September lag die Rendite noch knapp unter 5 Prozent. Den Sprung auf über 5,2 Prozent schaffte sie in rund zwei Wochen.

Liniendiagramm der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen seit 2000, Tagesschluss in Prozent. Das Hoch von 2007 lag bei 5,26 Prozent, am 5. Oktober 2026 schloss die Rendite bei 5,31 Prozent und damit darüber.
Quelle: Federal Reserve Board via FRED (DGS10), Tagesschluss bis 8.10.2026.

Für Bitcoin zählt vor allem der Teil der Rendite, der nach der Inflation übrig bleibt. Diesen sogenannten Realzins zeigen inflationsgeschützte Staatsanleihen, und er lag am 8. Oktober bei 2,87 Prozent. Wer dem amerikanischen Staat für zehn Jahre Geld leiht, bekommt also fast 3 Prozent pro Jahr über der Inflation. Bitcoin und Gold zahlen keinen Zins, und je mehr die sichere Alternative abwirft, desto teurer wird es, sie zu halten.

Hohe Zinsen verknappen zudem das Geld, das Anleger in riskantere Anlagen stecken. Seit 2022 reagiert Bitcoin messbar auf solche Zins- und Liquiditätsschocks. Ein fester Mechanismus ist das allerdings nicht, der Zusammenhang schwankt von Phase zu Phase stark.

Heute kommt vom Anleihemarkt kein neues Signal. In den USA ist Columbus Day, die Anleihemärkte bleiben geschlossen, die Aktienbörsen handeln normal.

03
Europa

Frankreich zahlt mehr als Italien

Frankreich muss Anlegern für zehnjährige Staatsanleihen deutlich mehr bieten als Deutschland. Anfang Oktober wuchs dieser Aufschlag auf rund 1,5 Prozentpunkte, so viel wie seit der Euro-Schuldenkrise nicht mehr. Im Februar waren es erst rund 0,55 Prozentpunkte. Inzwischen zahlt Paris mehr als Italien und Griechenland.

Dahinter stehen ein Defizit von über 5 Prozent der Wirtschaftsleistung, Schulden von rund 119 Prozent und die Unsicherheit vor der Präsidentschaftswahl 2027. Bis zum 9. Oktober ging der Aufschlag auf rund 1,3 Prozentpunkte zurück. Die Europäische Zentralbank kann gegen ungeordnete Ausschläge eingreifen, knüpft das aber an Haushaltsdisziplin.

Für Bitcoin ist das vorerst ein Risiko im Hintergrund. Einen direkten Weg zum Kurs gibt es nicht. Stress an Europas Anleihemärkten würde eher indirekt über die allgemeine Risikostimmung und den Euro wirken.

04
Mining

Das Netzwerk rechnet schneller

Etwa alle zwei Wochen passt das Bitcoin-Netzwerk die sogenannte Difficulty an. Sie legt fest, wie schwer es für Miner ist, einen neuen Block zu finden, und sorgt dafür, dass im Schnitt alle zehn Minuten einer entsteht. Kommt mehr Rechenleistung ins Netz, werden Blöcke schneller gefunden, und die Difficulty steigt bei der nächsten Anpassung.

Derzeit entsteht im Schnitt alle 9,5 Minuten ein Block. Die nächste Anpassung ist um den 16. Oktober fällig, und nach heutigem Stand dürfte die Difficulty dann um rund 5 Prozent steigen. Bis dahin fehlen noch rund 670 Blöcke, deshalb schwankt die Schätzung noch. In der Nacht lag sie bei 4,9 Prozent, am Morgen bei 5,3 Prozent.

Ungewöhnlich wäre ein solcher Schritt nicht. Von den 26 Anpassungen der letzten zwölf Monate waren drei gleich gross oder grösser, die stärkste lag bei 14,7 Prozent.

Säulendiagramm der Bitcoin-Difficulty-Anpassungen seit Oktober 2025 in Prozent, zwischen minus 11,2 und plus 14,7 Prozent. Die geschätzte nächste Anpassung von plus 5,3 Prozent ist hervorgehoben.
Quelle: mempool.space API; Schätzung für die nächste Anpassung Stand 12.10.2026, 04:40 UTC.

Die höhere Difficulty ist eine Folge der gestiegenen Rechenleistung, kein Preistreiber. Sie zeigt, dass die Miner weiter investieren, und gleichzeitig verdient jede Maschine weniger Bitcoin. Schwächere Miner könnten deshalb einen Teil ihrer Reserven verkaufen. Beim derzeit stabilen Kurs um 84'000 Dollar ist das ein mögliches Risiko, kein absehbarer Verkaufsdruck.

05
Gold

China kauft in den Preisrückgang

Die chinesische Zentralbank hat im September rund 23 Tonnen Gold gekauft. Es war ihr 23. Kaufmonat in Folge und der grösste Monatskauf seit Herbst 2023. Ihr Bestand stieg auf rund 2'410 Tonnen.

Gekauft hat sie in einen fallenden Markt. Der Goldpreis gab im September um mehr als 8 Prozent auf rund 4'176 Dollar je Unze nach, im Januar hatte er noch über 5'500 Dollar gestanden. Obwohl die Zentralbank mehr Gold besitzt, sank der Dollarwert ihrer Goldreserven deshalb von 350 auf 324 Milliarden Dollar.

Daraus wird gern ein Argument für Bitcoin gemacht: Wenn Zentralbanken Alternativen zum Dollar suchen, profitiere auch das digitale Gold. Das ist eine Erzählung, kein Mechanismus. China verbietet den Kryptohandel, und die Käufe der Notenbank landen in Goldbarren. Der September zeigt zudem, dass selbst Gold fallen kann, während Peking kräftig zukauft.

Fazit

Worauf es diese Woche ankommt

Über Nacht ist für Bitcoin wenig passiert. Von den vier Themen hat nur eines einen direkten Weg zum Kurs, die hohen US-Zinsen. Frankreich bleibt ein Risiko im Hintergrund, die Difficulty zeigt ein wachsendes Netzwerk, und Chinas Goldkäufe sagen mehr über Gold als über Bitcoin.

Heute ruht der US-Anleihemarkt. Im Lauf der Woche folgen die Inflationsdaten für September und Auftritte von Fed-Chef Kevin Warsh, der sich seit dem Sommer wiederholt besorgt über die Inflation geäussert hat. Im Spätsommer rechnete der Markt zeitweise sogar mit einer Zinserhöhung.

Fallen die Inflationsdaten hoch aus oder bleibt Warsh bei seinem harten Ton, dürfte die Rendite wieder Richtung 5,31 Prozent steigen, und das würde Bitcoin eher belasten. Kommen die Zahlen tiefer herein, nimmt das etwas Druck von den Zinsen und damit auch von Bitcoin.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026