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Der Deckel

Bitcoin hat eine ruhige Nacht hinter sich und steht bei rund 81'800 Dollar. Die Themen des Morgens sind der Yen kurz vor der Schmerzgrenze Japans, die kleinste US-Ölreserve seit 1982 und eine Debatte über einen Zinsdeckel in den USA.

Der Deckel

Guten Morgen. Bitcoin hat die Nacht fast genau dort beendet, wo er sie begonnen hat. Die drei Themen des Morgens wirken nur über Umwege auf Bitcoin, und einer dieser Umwege ist heute deutlich kürzer als die anderen.

01
Bitcoin

Eine Nacht ohne Richtung

Bitcoin pendelte über Nacht zwischen rund 81'100 und 82'170 Dollar. Heute um 5.25 Uhr stand der Kurs bei rund 81'800 Dollar und damit praktisch auf dem Niveau vom Vorabend. Das Tief war nur ein kurzer Ausschlag kurz nach 3 Uhr.

Liniendiagramm von Montag 14 Uhr bis heute früh, Zürcher Zeit: Bitcoin in Dollar auf Kraken, Schlusskurs je Stunde, dazu in Grau die Spanne von Hoch bis Tief jeder Stunde. Die Nacht ab 21 Uhr ist violett. Das Hoch der Nacht liegt bei 82'170 Dollar, das Tief bei 81'100 Dollar kurz nach 3 Uhr, der letzte Wert bei 81'809 Dollar.
Quelle: Kraken, BTC/USD, Stundenkerzen und Ticker, 19./20.10.2026.

Der Handel war dünn. An der Börse Kraken wechselten in acht Stunden nur rund 350 Bitcoin den Besitzer. Keines der Themen dieses Morgens hat den Kurs über Nacht messbar bewegt.

Auch am Terminmarkt blieb es still. Der Bestand offener Futures auf Binance sank leicht um 0,4 Prozent. Die Funding Rate, also die Gebühr zwischen Käufern und Verkäufern unbefristeter Futures, lag mit 0,0091 Prozent leicht im Plus. Das ist der Normalfall und kein Zeichen von Überhitzung.

02
Anleihen

Rückkäufe am Limit

Das US-Finanzministerium kauft seit September deutlich mehr lange Staatsanleihen zurück als im Sommer. Bei Anleihen mit 10 bis 30 Jahren Restlaufzeit liegt das Maximum je Operation bei 6 Milliarden Dollar, im August waren es noch 2 Milliarden. Die Rückkäufe sollen den Handel mit älteren Anleihen erleichtern, die nur schwer einen Käufer finden.

Die Händler nutzen das Angebot rege. Bei allen drei Operationen im Oktober nahm das Ministerium das volle Maximum ab. Am 15. Oktober boten die Händler Anleihen für 40,8 Milliarden Dollar an, fast siebenmal so viel, wie gekauft wurde. In dieser Grösse läuft das Programm bis zum 4. November, wenn das Ministerium seine nächste Quartalsplanung vorlegt.

Um diese Rückkäufe dreht sich eine Debatte, die der Ökonom Mohamed El-Erian schon bei der Ankündigung im August angestossen hat. Er schrieb, der Rückkauf selbst sei klein. Wichtiger sei die Möglichkeit eines breiteren Einsatzes von Yield Curve Control. Gemeint ist eine Zinskurvensteuerung: Eine Zentralbank legt eine Zielrendite fest und kauft so viele Anleihen, wie nötig sind, um diesen Deckel zu halten.

Das ist eine Einschätzung, keine Ankündigung, und das Ministerium selbst spricht nicht von Zinssteuerung. Der Unterschied ist wichtig. Eine echte Zinskurvensteuerung kann nur die Fed betreiben, mit neu geschaffenem Geld. Das Finanzministerium bezahlt seine Rückkäufe mit neuen Anleihen und tauscht damit alte Papiere gegen neue. Für Bitcoin bleibt es vorerst eine Debatte über Erwartungen, kein zusätzliches Geld im System.

03
Öl

Ein kleinerer Puffer

Die strategische Ölreserve der USA, ein staatliches Notlager für Rohöl, hielt in der Woche bis zum 9. Oktober rund 283 Millionen Barrel. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 1982, als das Lager noch im Aufbau war. Seit Anfang März ist der Bestand um fast ein Drittel geschrumpft, in den letzten Wochen allerdings nur noch langsam.

Liniendiagramm des Bestands der Strategischen Ölreserve der USA in Millionen Fass, wöchentlich seit August 1982. Höchststand 726,6 im Jahr 2010, steiler Abbau ab 2022, Erholung bis 415,4 im März 2026 und danach violett der Abbau auf 283,0 am 9. Oktober 2026. Eine gestrichelte Linie auf diesem Niveau trifft die Kurve zuletzt im Oktober 1982.
Quelle: U.S. Energy Information Administration (EIA), Reihe WCSSTUS1, bis 9.10.2026.

Ein kleines Lager allein bewegt den Ölpreis nicht. Es zählt im Moment eines Angebotsschocks, weil die Regierung dann Öl aus der Reserve auf den Markt geben kann. Je kleiner dieser Puffer ist, desto stärker schlägt ein solcher Schock auf den Preis durch.

Der Preis ist ohnehin schon hoch. Brent, die wichtigste Ölsorte für Europa, stieg über Nacht leicht und kostete heute früh rund 110 Dollar je Barrel. Für Bitcoin führt der Weg über die Inflation: Teures Öl hält die Teuerung hoch, das erschwert der Fed Zinssenkungen, und knappes Geld belastet riskante Anlagen. Der Weg ist plausibel, hat aber viele Glieder.

04
Yen

Kurz vor der Schmerzgrenze

Ein Dollar kostet seit gestern mehr als 158 Yen. Am Montagmorgen lag der Kurs noch bei rund 157,70, der Sprung kam im Laufe des Tages. Über Nacht lief er seitwärts, heute früh stand er bei 158,37. Die Marke von 159 hat er nicht erreicht.

Liniendiagramm von Montag 14 Uhr bis heute 5.24 Uhr, Zürcher Zeit: Yen je Dollar, Schlusskurs je Stunde. Der Kurs steigt am Montagnachmittag über 158,5 und läuft über Nacht (violett) zwischen 158,40 und 158,60 seitwärts. Der letzte Wert liegt bei 158,37, die gestrichelte Marke 159 wird nicht erreicht.
Quelle: Yahoo Finance (JPY=X), Stundenkerzen, 19./20.10.2026.

Als wichtigster Grund für die Yen-Schwäche gilt der hohe Ölpreis. Japan importiert fast seine gesamte Energie. Teures Öl bedeutet deshalb, dass das Land mehr Yen gegen Dollar tauschen muss, um seine Rechnungen zu bezahlen.

Wo Tokio den Deckel ungefähr sieht, hat dieses Jahr gezeigt. Ende April griff Japan am Devisenmarkt ein, um den Yen zu stützen, nach Geldmarktdaten mit rund 35 Milliarden Dollar. Anfang Juni erreichte der Dollar trotzdem noch einmal 160 Yen. Eine offizielle Schwelle gibt es nicht, die Schmerzgrenze liegt erfahrungsgemäss zwischen 158 und 160. Über Nacht kamen aus Tokio keine neuen Warnungen.

Für Bitcoin ist das von den drei Themen der kürzeste Weg. Viele Anleger leihen sich billige Yen und kaufen damit riskantere Anlagen, sogenannte Carry-Trades. Ein Eingriff aus Tokio oder eine schnelle Erholung des Yen macht die Rückzahlung dieser Kredite teurer und kann Verkäufe auslösen. Das hat auch Bitcoin schon belastet. Im Moment ist es ein Risiko und noch kein Ereignis.

Fazit

Was heute zählt

Für Bitcoin hat die Nacht wenig verändert. Der Kurs steht bei rund 81'800 Dollar, und am Terminmarkt baut sich kein Druck auf.

Am meisten Aufmerksamkeit verdient heute der Yen. Zu beobachten ist, ob der Dollar Richtung 159 und 160 Yen steigt und ob Tokio mit Worten oder am Markt reagiert. Beim Öl zählt, ob sich Brent über 110 Dollar hält. Am Mittwoch folgt die nächste Wochenzahl zur Ölreserve. Für die Anleiherückkäufe ist der nächste feste Termin der 4. November.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Deine Zeilen liegen in meinem Postfach. Wenn du eine Antwort erwartest, schreib mir zusätzlich über die Support-Seite, hier gibt es kein Feld dafür.

Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026