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Ruhe vor der Fed

Bitcoin blieb über Nacht knapp unter 80'000 Dollar. Diese Woche entscheiden die Fed, die EZB und die Bank of Japan über die Zinsen.

Ruhe vor der Fed

Guten Morgen. Die Nacht war ruhig, der Markt wartet auf die Notenbanken. Daneben zählen ein grosser Bitcoin-Kauf von Strive und eine schwache Anleiheauktion.

01
Bitcoin

Eine enge Nacht unter 80'000

Bitcoin gab zwischen 21 Uhr und halb fünf um 0,26 % nach und blieb die ganze Nacht in einer Spanne von rund 700 Dollar. Um sechs Uhr stand der Kurs bei rund 79'700 Dollar. Am Terminmarkt drängt keine Seite stark in eine Richtung, die Ausgleichszahlungen zwischen Käufern und Verkäufern mit Hebel liegen beim neutralen Standardsatz.

Bitcoin in Dollar, stündliche Schlusskurse vom 26. Oktober 21 Uhr bis 27. Oktober 6 Uhr Zürcher Zeit: Der Kurs bewegt sich zwischen rund 79'600 und 80'100 Dollar und steht um 6 Uhr bei rund 79'700 Dollar, knapp unter der Marke von 80'000.
Quelle: Kraken XBT/USD, Stundenkerzen

Die US-Spot-ETFs verzeichneten am Montag nach vorläufigen Zahlen einen kleinen Zufluss, praktisch nur über IBIT von iShares. Der Druck kam also nicht aus den ETFs, die Zinsen, das Öl und das Warten auf die Fed dürften mehr Gewicht haben.

Die börsenkotierte Firma Strive hat am Montag bei der US-Börsenaufsicht einen grossen Kauf offengelegt. In der Vorwoche kaufte sie 6'182 Bitcoin für rund 511 Millionen Dollar und hält jetzt 43'000 Stück. Im Schnitt zahlte sie rund 82'700 Dollar, die Tranche liegt also schon rund 3,7 % im Minus.

Für weitere Käufe will Strive Vorzugsaktien für bis zu 1 Milliarde Dollar über die Börse verkaufen. Den Rückgang auf 80'000 Dollar hat diese Nachfrage nicht aufgehalten. Wie gut sich solche Vorzugsaktien verkaufen, hängt zudem selbst vom Bitcoin-Kurs und von den Zinsen ab.

02
Mining

Die Miner legen nach

Die Mining-Schwierigkeit legt fest, wie viel Rechenarbeit ein neuer Block braucht. Das Netzwerk passt sie so an, dass im Schnitt alle zehn Minuten ein Block entsteht. Weil laufend Rechenleistung dazukommt, sind es derzeit 9,4 Minuten.

Die nächste Anpassung fällt voraussichtlich am Donnerstag gegen 17:30 Uhr an. Die Schätzung liegt am Morgen bei rund 6,4 % und verändert sich bis dahin noch. Schon am 16. Oktober stieg die Schwierigkeit um 5,9 %, in zwei Schritten wären es zusammen rund 12,7 %.

Anpassung der Bitcoin-Mining-Schwierigkeit je Epoche von Mai bis Oktober 2026 in Prozent: Nach +4,16 % am 19. September und −0,03 % am 3. Oktober folgte am 16. Oktober ein Anstieg um 5,92 % auf 140,58 Billionen.
Quelle: mempool.space

Damit verdient jede Maschine weniger Bitcoin. Bei einem Kurs unter 80'000 Dollar und hohen Energiepreisen geraten Miner mit hohen Kosten unter Druck, Bitcoin zu verkaufen. Die steigende Rechenleistung zeigt zugleich, dass die Branche weiter investiert.

03
Staatsanleihen

Ausländische Käufer halten sich zurück

Die USA haben am Montag zweijährige Staatsanleihen über 69 Milliarden Dollar versteigert, zu einer Rendite von 4,708 %. Auf jeden angebotenen Dollar kamen nur 2,59 Dollar an Geboten, weniger als bei jeder Auktion seit April.

Vor allem ausländische und institutionelle Käufer, die über Banken bieten, hielten sich zurück. Ihr Anteil fiel von 57,8 % auf 45,7 %, die Lücke füllten direkte Bieter. Die Händler übernahmen wie im September rund 13 %.

Zuteilung der zweijährigen US-Staatsanleihen nach Bietergruppe, Monatsauktionen April bis Oktober 2026: Der Anteil der indirekten Bieter fällt von 57,8 % im September auf 45,7 % im Oktober, direkte Bieter steigen von 29,0 auf 41,3 %, die Händler liegen bei 13,0 %.
Quelle: US Treasury (TreasuryDirect), Auktionsergebnisse

Die Händler halten zudem viele kurzfristige Staatspapiere, zuletzt für rund 99 Milliarden Dollar. Sie finanzieren diese Bestände am Repo-Markt, wo man sich gegen Wertpapiere kurzfristig Geld leiht. Zum Monatsende am Freitag ist die Nachfrage dort traditionell höher. Teureres kurzfristiges Geld verknappt die Liquidität für riskante Anlagen wie Bitcoin, ein Engpass ist derzeit aber nicht zu sehen.

04
Notenbanken

Drei Zinsentscheide in drei Tagen

Die Fed entscheidet am Mittwoch um 19 Uhr Schweizer Zeit, um 19:30 Uhr folgt die Pressekonferenz. Der Leitzins liegt nach der Erhöhung im September bei 3,75 bis 4,00 %, erwartet wird mehrheitlich eine Pause. Für Bitcoin zählt vor allem, ob die Fed eine weitere Erhöhung im Dezember offenhält. Wie man ihre Signale liest, steht in «Die Fed lesen», die Ausgangslage für Mittwoch in «Der Mittwochabend»Member.

Die EZB gibt ihren Entscheid am Donnerstag um 14:15 Uhr bekannt, die Pressekonferenz beginnt um 14:45 Uhr. Ihr Einlagensatz liegt nach zwei Erhöhungen in diesem Jahr bei 2,50 %.

Die Bank of Japan entscheidet am Freitag, üblicherweise am frühen Morgen Schweizer Zeit. Die Umfragen erwarten keine Änderung beim Leitzins von 1,25 %, aber eine Erhöhung im Dezember. In Japan stiegen die Preise für Dienstleistungen zwischen Unternehmen im September um 3,7 %, auch wegen teurer Transporte.

Für Bitcoin wirkt die Bank of Japan über den Yen. Viele Anleger leihen sich billige Yen und kaufen damit anderswo Anlagen mit höherer Rendite. Höhere Zinsen in Japan verteuern diese Kredite. Der Dollar kostet heute rund 157,6 Yen, nahe der Zone um 160, in der Japan dieses Jahr schon zweimal eingegriffen hat («Tokios Linie bei 160»Member).

Dollar in Yen, täglich vom 28. September bis 27. Oktober 2026: Der Kurs bewegt sich zwischen rund 156,5 und 158,5 Yen und steht am 27. Oktober bei 157,6 Yen, unterhalb der Zone um 160.
Quelle: USD/JPY via Yahoo Finance
05
Ripple

Eine Banklizenz für RLUSD

Ripples nationale Trust-Bank hat die finale Genehmigung der US-Bankenaufsicht OCC erhalten, das gab Ripple am Montag bekannt. Sie darf die Reserven hinter Ripples Stablecoin RLUSD verwalten und digitale Vermögenswerte verwahren, Einlagen und Kredite gehören nicht dazu.

Mit rund 2,5 Milliarden Dollar im Umlauf ist RLUSD klein, eine messbare Wirkung auf Bitcoin hat die Lizenz heute nicht. Längerfristig könnte eine staatlich beaufsichtigte Verwahrung Banken und Fonds den Einstieg in Stablecoins erleichtern. Stablecoins sind am Kryptomarkt das wichtigste Geld für Käufe.

06
Öl

Das Öl gibt zum zweiten Mal nach

WTI, die amerikanische Referenzsorte, fiel am Montag um 1,5 % und über Nacht um ein weiteres Prozent auf rund 100,70 Dollar je Fass. Als Grund gilt die Hoffnung auf Gespräche über ein Ende des Iran-Kriegs.

WTI-Rohöl in Dollar je Fass an den letzten vier Handelstagen: 99,47 Dollar am 22. Oktober, 103,27 Dollar am 23. Oktober, danach Rückgang auf 101,76 Dollar am 26. und 100,72 Dollar am 27. Oktober um 6 Uhr, weiterhin über der Marke von 100 Dollar.
Quelle: NYMEX (CL=F) via Yahoo Finance; letzter Wert 27.10., 6 Uhr Zürich

Das Niveau bleibt mit rund 100 Dollar hoch. Für Bitcoin führt der Weg über die Notenbanken: Teures Öl ist einer der Gründe, warum die Fed und die EZB die Zinsen hoch halten. Zwei Tage mit fallenden Preisen ändern daran noch wenig.

07
Kreditmarkt

Die KI braucht viel Kredit

US-Unternehmen mit gutem Rating geben 2026 so viele Anleihen aus wie selten, und grosse KI-Finanzierungen treiben das Angebot. Allein für Broadcom-Chips, die an Anthropic gehen, stellen Banken und Blackstone Berichten zufolge ein Paket von rund 60 Milliarden Dollar zusammen.

Dazu passt der Preis, den diese Firmen zahlen: Ihr Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen stieg von 0,77 Prozentpunkten Mitte September auf 0,91 Prozentpunkte am 23. Oktober. Historisch ist das noch tief, der Aufschlag steigt aber seit fünf Wochen fast ohne Pause.

Risikoaufschlag von US-Unternehmensanleihen mit gutem Rating gegenüber Staatsanleihen in Prozentpunkten, 3. August bis 23. Oktober 2026: Anstieg von 0,77 Mitte September auf 0,91 am 23. Oktober.
Quelle: ICE BofA US Corporate Index OAS via FRED (BAMLC0A0CM)

Für Bitcoin ist das ein langsamer, indirekter Weg. Steigende Aufschläge verteuern Finanzierung und können die Risikobereitschaft dämpfen. Ein direkter Kurstreiber ist das nicht.

Fazit

Heute im Blick

Um 15 Uhr erscheint das US-Konsumentenvertrauen für Oktober, eine der letzten Zahlen vor dem Fed-Entscheid. Um 18 Uhr folgt die Auktion fünfjähriger Staatsanleihen über 70 Milliarden Dollar, nach dem Montag ein weiterer Test für die Nachfrage aus dem Ausland.

Danach folgen am Mittwoch um 19 Uhr die Fed, am Donnerstag um 14:15 Uhr die EZB und gegen 17:30 Uhr die Schwierigkeitsanpassung, am Freitag früh die Bank of Japan und das Monatsende. Die ruhige Nacht passt zu einem Markt, der auf diese Termine wartet.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026