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Druck von aussen

Bitcoin hat die Nacht in einem engen Band verbracht und steht am Morgen bei rund 83'450 Dollar. Der Druck kommt von aussen: teures Öl, Chinas Erzeugerpreise, hohe Renditen und eine Fed, die noch einmal erhöhen will. Um 14:30 Uhr erscheint die US-Inflation für September.

Druck von aussen

Guten Morgen. Am Bitcoin-Markt war es in der Nacht still, rundherum dafür umso lauter. Öl, Anleihen und Notenbanker liefern genug Stoff, und am Nachmittag kommt die Zahl, auf die alle warten.

01
Bitcoin über Nacht

Ein enges Band

Bitcoin ist zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen kaum vom Fleck gekommen. Der Kurs pendelte zwischen rund 83'060 und 83'875 Dollar. Am Morgen steht Bitcoin bei rund 83'450 Dollar, etwa 0,5 Prozent höher als am Vorabend.

Der Markt wartet auf die Inflationszahl am Nachmittag. Am Terminmarkt haben die Händler über Nacht Positionen abgebaut, das offene Interesse, also der Wert aller laufenden Kontrakte, sank auf Binance um 2,2 Prozent. Die Finanzierungsrate war leicht negativ: Wer auf fallende Kurse setzt, zahlte der Gegenseite eine kleine Gebühr. Der Markt neigt damit leicht zur Vorsicht, Druck ist aber keiner zu sehen.

Liniendiagramm von Bitcoin in Dollar, Stundenwerte von Dienstag 21 Uhr bis Mittwoch 8 Uhr Schweizer Zeit, mit grauen Balken für Hoch und Tief jeder Stunde. Der Kurs bewegt sich in einem engen Band zwischen dem Tief von 83'061 und dem Hoch von 83'875 Dollar und steht am Morgen bei 83'448 Dollar, violett markiert.
Quelle: Kraken (XBTUSD), Stundenwerte in Schweizer Zeit; letzte Stunde ab 8 Uhr noch laufend
02
Heute um 14:30

Die Zahl hinter der Zahl

Um 14:30 Uhr Schweizer Zeit erscheint die US-Inflation für September. Erwartet wird ein Anstieg der Gesamtrate von 3,4 auf 3,6 Prozent. Allein im September sollen die Preise um 0,6 Prozent steigen, nach 0,4 Prozent im August.

Die Kernrate klammert Energie und Nahrungsmittel aus. Sie soll nur von 2,4 auf 2,5 Prozent zulegen, und ihr Monatsplus soll von 0,3 auf 0,2 Prozent sinken. Die Lücke zwischen 3,6 und 2,5 Prozent zeigt, woher der Druck kommt: fast ganz aus der Energie.

Säulendiagramm der US-Verbraucherpreise in Prozent, August grau gegen Konsens für September. Gesamtrate zum Vorjahr 3,4 und 3,6, violett markiert; Kernrate zum Vorjahr 2,4 und 2,5; Gesamtrate zum Vormonat 0,4 und 0,6; Kernrate zum Vormonat 0,3 und 0,2.
Quelle: BLS (August); Konsens Wirtschaftskalender (September)

Über Nacht ist dieser Druck noch gewachsen. Nach einem Angriff der Huthis auf ein Verwaltungsgebäude von Saudi Aramco und verstärkten iranischen Angriffen auf Tanker in der Strasse von Hormus stieg ein Fass Brent auf rund 107 Dollar. Über 100 Dollar liegt der Ölpreis schon seit Wochen.

Für die Fed zählt die Kernrate mehr, weil sie Ölschocks ausblendet. Einen Preisschub, der nur aus der Energie kommt, kann eine Notenbank eher als vorübergehend behandeln. Ein Anstieg im Kern zeigt dagegen, dass der Druck in der breiten Wirtschaft angekommen ist. Für Bitcoin ist genau diese Unterscheidung wichtig, denn sie bestimmt mit, wie lange Geld teuer bleibt.

03
Fed

Noch ein Schritt, dann Pause

Die Fed hat den Leitzins im September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, und die meisten Mitglieder rechnen bis Jahresende mit einer weiteren Erhöhung. Boston-Fed-Präsidentin Susan Collins hält diesen Schritt für möglich. Als Preistreiber nennt sie das Öl und die Nachfrage rund um künstliche Intelligenz.

New-York-Fed-Präsident John Williams schliesst Erhöhungen für 2027 aus. Weit auseinander liegen die beiden damit nicht, denn auch Collins erwartet für 2027 gleichbleibende Zinsen. Offen ist vor allem, ob der nächste Schritt an der Sitzung vom 27. und 28. Oktober kommt oder erst im Dezember.

Williams hat als Chef der New York Fed jedes Jahr Stimmrecht, Collins stimmt 2026 nicht ab. Für die Frage nach dem Zeitpunkt ist die heutige Inflationszahl der wichtigste Datenpunkt. Eine weitere Erhöhung stützt Renditen und Dollar und verteuert das Geld, das sonst in riskante Anlagen wie Bitcoin fliesst.

04
China

Preisdruck ab Fabrik

Chinas Erzeugerpreise, also die Preise, die Fabriken für ihre Waren verlangen, stiegen im September um 5,0 Prozent zum Vorjahr. Erwartet waren 4,5 Prozent, im August waren es 3,8 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit Juni 2022, getrieben von Treibstoff und Kohle.

Die grösste Fertigungsvolkswirtschaft der Welt exportiert damit Preisdruck. Bei den Konsumenten im eigenen Land ist davon noch wenig zu sehen, ihre Preise stiegen nur um 0,9 Prozent. Für Bitcoin läuft der Weg über denselben Kanal wie beim Öl: Mehr Preisdruck in der Welt ist ein weiteres Argument für eine straffe Fed.

05
Anleihen

Teures Geld für Staaten

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg vergangene Woche bis auf 5,73 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Am Dienstag schloss sie etwas tiefer bei 5,56 Prozent, die 10-jährige bei 5,21 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds warnt, dass steigende Finanzierungskosten die Staatsfinanzen weltweit belasten. Im Schnitt der G7-Staaten stieg die Rendite 10-jähriger Anleihen zwischen Februar und September um mehr als einen Prozentpunkt. Diese Woche steht das Thema im Zentrum des Treffens von Notenbankchefs und Finanzministern in Bangkok.

Für Bitcoin sind solche Renditen harte Konkurrenz. Eine US-Staatsanleihe zahlt über 5 Prozent im Jahr, Bitcoin zahlt nichts. Zum Wochenstart haben sich die Renditen leicht beruhigt, die heutige Inflationszahl kann sie wieder antreiben.

06
Europa

Japan und die französischen Anleihen

Japanische Anleger erwägen laut dem Analysehaus Equiti Global, ihr Engagement in französischen Staatsanleihen abzubauen. Es geht um rund 145 Milliarden Dollar. Ob und wann tatsächlich verkauft wird, ist offen.

Mit Bitcoin hat das nur über Umwege zu tun. Das Thema gehört zum selben Bild wie die Warnung des IWF: Staaten müssen für ihre Schulden mehr bezahlen. Auf Bitcoin wirkt so etwas höchstens indirekt, über teureres Geld und weniger Liquidität an den Märkten.

07
ETF-Flüsse

Die Linie bei 81'500

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs, also börsengehandelte Fonds mit echten Bitcoin, verloren am Montag netto rund 65 Millionen Dollar. Der ganze Abfluss kam aus BlackRocks IBIT. In der Woche davor waren es zusammen rund 680 Millionen, die Abflüsse werden also kleiner, zu Zuflüssen drehen sie aber noch nicht.

Bitcoin steht am Morgen rund 2,4 Prozent über 81'500 Dollar. Dort liegt nach Schätzung des Analysehauses Glassnode der durchschnittliche Einstandspreis der ETF-Käufer. Für diese Anleger ist die Marke die Grenze zwischen Gewinn und Verlust, entsprechend genau wird sie beobachtet.

Liniendiagramm von Bitcoin in Dollar über die Nacht, rund 83'000 bis 83'700 Dollar, zuletzt 83'448. Darunter eine violette Linie bei 81'500 Dollar für die ETF-Kostenbasis, der Kurs liegt 2,4 Prozent darüber, und eine gestrichelte graue Linie bei 77'500 Dollar für den True Market Mean, der Kurs liegt 7,7 Prozent darüber.
Quelle: Kraken (Kurs); Glassnode via Bitcoin.com (Zonen, Stand 13.10.2026)

In den letzten Tagen hat die Zone zweimal gehalten. Darunter liegt die nächste bei rund 77'500 Dollar, dem durchschnittlichen Einstand der aktiv gehandelten Coins. Bitcoin steht rund 7,7 Prozent darüber.

08
On-Chain

Der Wal von 2020

Eine Adresse, die am 3. März 2020 rund 4'582 Bitcoin erhalten hatte, hat am Montag erstmals den ganzen Bestand bewegt. Damals waren die Coins rund 40,5 Millionen Dollar wert, beim Transfer rund 377 Millionen.

Die Coins liegen nun auf fünf neuen Adressen, viermal 1'000 Bitcoin und einmal der Rest. Runde Tranchen sehen eher nach einer neuen Verwahrung aus als nach einem Verkauf, die Absicht bleibt aber offen. Bis Dienstag wurde von den neuen Adressen nichts weiterbewegt.

Gemessen am täglichen Handelsvolumen ist die Menge überschaubar. Für die Stimmung zählt eine solche Bewegung trotzdem.

Fazit

Alles auf 14:30

Über Nacht ist für Bitcoin wenig passiert. Der Kurs liegt ruhig bei rund 83'450 Dollar, die Händler haben Hebel abgebaut, und die ETF-Abflüsse werden kleiner. Darunter liegt die Zone um 81'500 Dollar als Stütze.

Der Druck kommt von aussen, vom Öl bei rund 107 Dollar, von Chinas Erzeugerpreisen, von Renditen nahe dem höchsten Stand seit 2002 und von einer Fed, die noch einmal erhöhen will. Um 14:30 Uhr zeigt die Kernrate, wie weit dieser Druck schon in die US-Wirtschaft vorgedrungen ist.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Angekommen. Danke dir.

Deine Zeilen liegen in meinem Postfach. Wenn du eine Antwort erwartest, schreib mir zusätzlich über die Support-Seite, hier gibt es kein Feld dafür.

Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026