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Ein Fonds trägt

Bitcoin hat eine ruhige Nacht hinter sich und steht bei rund 82'650 Dollar. Die US-Bitcoin-ETFs hatten ihren stärksten Tag seit einem Monat. Dazu kommen JPMorgan und die FINMA mit zwei Premieren.

Ein Fonds trägt

Guten Morgen. Über Nacht hat sich am Bitcoin-Kurs wenig getan, die Nachrichten rundherum wiegen schwerer. Die meisten betreffen die Nachfrage nach Bitcoin, auf der anderen Seite stehen die hohen Zinsen in den USA.

01
Bitcoin

Eine ruhige Nacht

Bitcoin stieg über Nacht leicht um 0,25 Prozent auf rund 82'650 Dollar. Das Hoch von 83'129 Dollar erreichte der Kurs zwischen 2 und 4 Uhr, danach gab er etwas nach. Die ganze Spanne der Nacht betrug nur rund 1 Prozent.

Bitcoin-Kurs in Stundenkerzen vom 20.10. 21 Uhr bis 21.10. 5 Uhr: enge Spanne um 1 Prozent, Hoch bei 83'129 Dollar zwischen 2 und 4 Uhr, am Morgen leicht im Plus.
Quelle: Kraken, XBTUSD Stundenkerzen, 20.10. 21:00 bis 21.10. 05:00 Uhr Zürich

Gehandelt wurde wenig, an der Börse Kraken wechselten in acht Stunden nur rund 470 Bitcoin den Besitzer. Die Funding Rate, also die Gebühr zwischen Käufern und Verkäufern unbefristeter Futures, lag mit 0,0051 Prozent nahe null. Von zu viel Hebel ist nichts zu sehen.

02
ETFs

Ein Fonds trägt den Tag

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs, börsengehandelte Fonds mit echten Bitcoin im Bestand, zogen am Montag netto 527 Millionen Dollar an. Das war der stärkste Tag seit dem 22. September. Für Bitcoin ist das direkte Nachfrage, denn die Fonds kaufen für neues Geld Bitcoin am Kassamarkt.

Getragen hat den Tag fast allein BlackRocks IBIT mit 665 Millionen Dollar. Er war der einzige Fonds mit Zufluss, die übrigen lagen zusammen 138,5 Millionen Dollar im Minus. Der Oktober bleibt damit leicht negativ, das Minus ist aber von rund 615 auf 88 Millionen Dollar geschrumpft.

Tagesflüsse der US-Spot-Bitcoin-ETFs im Oktober, aufgeteilt in IBIT und übrige Fonds. Am 19. Oktober 665 Millionen Dollar in IBIT, die übrigen Fonds im Minus.
Quelle: Farside Investors; 02.10. bis 20.10.2026, Dienstag ohne IBIT

Für Dienstag steht die Zahl von IBIT noch aus. Die übrigen Fonds meldeten zusammen minus 6,7 Millionen Dollar, der Tag hängt also wieder an BlackRock.

03
Schweiz

Bitcoin im Anlagefonds

Die FINMA hat gestern den ersten Schweizer Fonds bewilligt, der direkt in Bitcoin investiert und auch Privatanlegern offensteht. Dafür macht die Aufsicht eine Ausnahme von der Regel, dass ein Fonds sein Geld auf viele Anlagen verteilen muss. Sie betont aber, dass Bitcoin auch im Fonds eine hoch riskante Anlage bleibt.

Neu ist vor allem die Form. Bitcoin-Produkte sind an der Schweizer Börse schon länger handelbar, rechtlich aber als strukturierte Produkte. Der neue ETF ist ein Anlagefonds, seine Bitcoin liegen in der Regel bei einer Schweizer Depotbank und sind bei einer Pleite geschützt. Anbieter und Startdatum sind noch nicht bekannt.

Für Bitcoin entsteht damit ein neuer, aber kleiner Weg für Nachfrage, denn der Schweizer Markt ist neben den US-Fonds klein. Weitere Anbieter haben bereits Gesuche eingereicht.

04
JPMorgan

Zehn Prozent mit grosser Spanne

J.P. Morgan Asset Management nennt in seinen langfristigen Renditeannahmen erstmals eine Zahl für Bitcoin. Die Bank erwartet 10 Prozent pro Jahr über die nächsten 10 bis 15 Jahre, mehr als für grosse US-Aktien mit 7,5 Prozent und Gold mit 5,5 Prozent.

Erwartete Rendite pro Jahr über 10 bis 15 Jahre laut JPMorgan: Bitcoin 10 Prozent, grosse US-Aktien 7,5 Prozent, Gold 5,5 Prozent.
Quelle: J.P. Morgan Asset Management, LTCMA 2027 (via Decrypt)

Der Haken steckt in der Schwankung. JPMorgan rechnet für Bitcoin mit einer Volatilität von 55 Prozent, mehr als dreimal so viel wie bei Gold. Im Durchschnitt eines einzelnen Jahres setzt die Bank sogar 20,9 Prozent an, über die Zeit bleiben wegen der starken Ausschläge aber nur 10 Prozent übrig.

In die Hauptmodelle nimmt JPMorgan Bitcoin deshalb noch nicht auf. Direkte Nachfrage entsteht daraus nicht, für grosse Vermögensverwalter ist es trotzdem ein Signal.

05
Mining

Mehr Rechenleistung im Netz

Die Difficulty, also die Schwierigkeit, einen neuen Bitcoin-Block zu finden, stieg bei der letzten Anpassung am 16. Oktober um 5,92 Prozent. Es war der grösste Schritt seit Ende Juli. Für die nächste Anpassung um den 29. Oktober liegt die laufende Schätzung bei einem weiteren Plus von rund 4,8 Prozent.

Die letzten sieben Difficulty-Anpassungen von Ende Juli bis 16. Oktober; der Schritt vom 16. Oktober mit plus 5,92 Prozent ist der grösste.
Quelle: mempool.space; Anpassungen 25.07. bis 16.10.2026

Die Difficulty folgt der Rechenleistung im Netz mit etwas Verzögerung. Steigt sie bei kaum verändertem Kurs, kostet jeder geschürfte Bitcoin mehr, und die Margen der Miner werden dünner. Das wirkt über die Angebotsseite auf Bitcoin, ein Kurstreiber für heute ist es nicht.

06
Anleihen

Über fünf Prozent

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Montag von 5,09 auf 5,15 Prozent und schloss gestern bei 5,12 Prozent. Der Anstieg folgte auf zwei Wochen mit fallenden Renditen, unter 5 Prozent fiel sie im ganzen Oktober nicht.

Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen im Oktober, durchgehend über 5 Prozent, zuletzt 5,12 Prozent am 20. Oktober.
Quelle: U.S. Treasury, Par Yield Curve, Tagesschluss 01.10. bis 20.10.2026

Für Bitcoin bleibt das eine Belastung. Bei über 5 Prozent bringt eine fast risikofreie Anlage viel Ertrag, das hebt die Messlatte für schwankende Anlagen wie Bitcoin. Hohe Zinsen verteuern ausserdem Kredite und damit Positionen mit Hebel. Trotzdem flossen am Montag 527 Millionen Dollar in die Bitcoin-ETFs.

07
Japan

Der Yen bleibt ruhig

In Japan rechnen Volkswirte mit weiteren Zinsschritten. Im Juni hatte die Bank of Japan ihren Leitzins auf 1,0 Prozent angehoben. Schon im Sommer erwartete eine Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen bis Ende März 2027 mindestens 1,5 Prozent.

Für Bitcoin führt der Weg über den sogenannten Carry-Trade. Viele Anleger leihen sich günstig Yen und kaufen damit Anlagen mit mehr Ertrag. Steigen die japanischen Zinsen, werden diese Kredite teurer, und ein schneller Abbau kann weltweit Liquidität abziehen, wie im August 2024.

Davon ist im Moment nichts zu sehen. Der Dollar kostete gestern 158,13 Yen und pendelt seit Tagen zwischen 158 und 158,6. Japan ist für Bitcoin ein Risiko für später und kein Treiber der Nacht.

Dollar in Yen vom 12. bis 20. Oktober, eng zwischen 158 und 158,6, zuletzt 158,13 Yen.
Quelle: Europäische Zentralbank, Referenzkurse 12.10. bis 20.10.2026
Fazit

Heute im Blick

Um 8 Uhr erscheint die britische Inflation für September. Erwartet werden 3,4 Prozent, zuletzt waren es 3,1 Prozent. Eine höhere Teuerung stützt die hohen Zinsen in Europa, auf Bitcoin wirkt sie meist nur wenig.

Für Bitcoin selbst zählt heute vor allem die noch fehlende ETF-Zahl von IBIT für Dienstag. Sie zeigt, ob hinter dem starken Montag mehr steckt als ein einzelner Tag von BlackRock.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026