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Makro, Bitcoin, On-Chain und Märkte.

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Ausgetrocknet

Jede Woche analysiere ich die wichtigsten On-Chain Daten, Makro-Signale und Marktstrukturen, damit du weisst, was wirklich passiert. Diese Woche schaue ich auf einen Markt, dem gleichzeitig von zwei Seiten das Wasser abgegraben wird.

Ausgetrocknet

Ich will ehrlich mit dir sein, diese Woche war zäh, und die Daten machen es nicht schöner. Wenn ich alles zusammenlege, was auf dem Tisch liegt, ergibt sich ein Bild, das ich mit einem einzigen Wort beschreiben würde. Ausgetrocknet.

Auf der Makroseite versiegt langsam das Vertrauen, die Inflation hält sich seit über fünf Jahren über dem Ziel der Fed, und die Menschen haben immer weniger übrig, um überhaupt zu investieren. Auf der Krypto-Seite ist die Nachfrage regelrecht verdunstet, die Handelsvolumen sind eingebrochen, und die Spekulanten haben den Markt verlassen.

Ich gehe diese Woche eine Ebene tiefer als sonst, weil die einzelnen Zahlen erst dann Sinn ergeben, wenn man sieht, wie sie zusammenhängen. Die hohe Inflation, die leeren Sparkonten und die toten Handelsvolumen sind nämlich keine drei getrennten Probleme, sondern eine einzige Kette. Ich zerlege dir diese Kette Glied für Glied und erkläre jeden Begriff so, dass du ihn auch ohne Vorwissen verstehst. Am Ende siehst du nicht nur, dass der Markt schwach ist, sondern auch genau warum, und was sich ändern müsste, damit sich das dreht.

Das klingt erst einmal nach schlechten Nachrichten, und kurzfristig ist es das auch. Aber genau dieser Zustand, in dem niemand mehr hinschauen will, ist historisch oft der Boden gewesen, aus dem heraus die nächste Bewegung startet. Ich zeige dir diese Woche beide Seiten, die harte Realität und den stillen Hoffnungsschimmer, den die Daten trotzdem hergeben.

01
Makro · Inflation

64 Monate über dem Ziel, und warum das die Wurzel von allem ist

Fangen wir bei der Wurzel an, der Inflation. Der US-Verbraucherpreisindex, kurz CPI, ist das Mass dafür, wie stark die Preise für einen typischen Warenkorb aus Miete, Essen, Energie und Dienstleistungen steigen. Dieser CPI liegt seit 64 Monaten in Folge über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Das letzte Mal, dass die Inflation unter zwei Prozent lag, war Anfang 2021. Aktuell liegt sie wieder bei rund vier Prozent und hat zuletzt sogar wieder angezogen, statt weiter zu fallen.

Jetzt wird es interessant, denn es kommt auf die Art der Inflation an. Man unterscheidet zwei Sorten. Die eine kommt von aussen, etwa vom Ölpreis, und verschwindet oft von selbst wieder. Die andere sitzt tief im System, in den Löhnen und den Mieten, und die ist zäh, weil höhere Löhne höhere Preise erlauben und höhere Preise wieder höhere Lohnforderungen. Genau diese zweite, klebrige Sorte ist das Problem. Wenn die Teuerung sich über fünf Jahre festsetzt, beginnen die Menschen, dauerhaft mit hoher Inflation zu rechnen, und dieses Erwarten macht sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Für dich als Anleger ist die Folge entscheidend. Solange die Inflation klebt, kann die Fed die Zinsen nicht senken, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Hoffnung auf schnell wieder billiges Geld, das in Aktien und Bitcoin fliesst, ist damit weiter weg, als es die Schlagzeilen vor ein paar Monaten vermuten liessen. Die Inflation ist das erste Glied der Kette, und sie hält alle anderen fest.

US CPI Inflation seit 2016. Seit dem letzten Wert unter 2 Prozent Anfang 2021 hält sich die Teuerung dauerhaft oben und steht aktuell wieder bei rund vier Prozent.
US CPI Inflation seit 2016. Seit dem letzten Wert unter 2 Prozent Anfang 2021 hält sich die Teuerung dauerhaft oben und steht aktuell wieder bei rund vier Prozent.
02
Makro · Die neue Ära der Fed

Warsh nimmt das Sicherheitsnetz weg, und die Renditen steigen mit jedem Satz

Am 29. Juli hat die Fed ihren Zins gehalten, aber die eigentliche Nachricht kam aus der Pressekonferenz. Fed-Chef Kevin Warsh sprach offen von einer neuen Ära der Geldpolitik und sagte, die Fed wolle, dass die Märkte den Ball spielen, nicht den Schiedsrichter. Um das zu verstehen, muss man wissen, was Anleger jahrelang gewohnt waren. Immer wenn die Börse fiel, sprang die Fed mit tieferen Zinsen ein und fing sie auf. Diese unausgesprochene Garantie nennt man den Fed-Put, also eine Art Versicherung, auf die sich alle verlassen haben. Genau diese Versicherung kündigt Warsh jetzt auf.

Wie ernst der Markt das nimmt, sieht man an einem faszinierenden Chart, der die Rendite der US-Staatsanleihen im Minutentakt während seiner Rede zeigt. Die Rendite ist der Zins, den der Staat den Käufern seiner Anleihen zahlen muss, und sie steigt, wenn niemand die Anleihen haben will. Mit jedem Satz, den Warsh sagte, kletterte diese Rendite höher. Bei Aussagen wie wirtschaftliche Widerstandskraft, nominale und reale Renditen deutlich höher, und wir sind im Dienst, wir werden liefern, zog sie Stufe um Stufe an. Der Anleihemarkt hat also in Echtzeit begriffen, dass diese Fed hart bleiben will.

Der tiefere Mechanismus dahinter ist der reale Zins, und der ist für Bitcoin der wichtigste Hebel überhaupt. Der reale Zins ist das, was nach Abzug der Inflation an echter Verzinsung übrig bleibt. Wenn eine sichere Staatsanleihe real wieder ordentlich abwirft, dann muss alles, was selbst keine Zinsen zahlt, also Gold und Bitcoin, gegen einen echten, gut bezahlten Konkurrenten anlaufen. Auf einem der Charts steht der Satz, die Unsicherheit ist auf einem Mehrjahreshoch, und niemand will Anleihen halten. Steigende reale Zinsen sind der stille Gegenwind, der im Hintergrund auf allem lastet, und Warsh hat gerade das Sicherheitsnetz darunter weggezogen.

Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe im Minutentakt während der Pressekonferenz vom 29. Juli. Mit jeder hawkishen Aussage von Warsh steigt die Rendite weiter. Quelle: Apollo.
Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe im Minutentakt während der Pressekonferenz vom 29. Juli. Mit jeder hawkishen Aussage von Warsh steigt die Rendite weiter. Quelle: Apollo.
03
Makro · Die Sparquote

Die Haushalte trocknen aus, die Sparquote fällt auf 2,7 Prozent

Jetzt kommt der Chart, der die Kette mit der realen Wirtschaft verbindet, und er gibt mir am meisten zu denken. Die persönliche Sparquote der US-Haushalte, also der Anteil des Einkommens, den die Menschen nach allen Ausgaben zur Seite legen können, ist im Juni um weitere 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent gefallen. Das ist der tiefste Wert seit Juni 2022 und der fünfte monatliche Rückgang in Folge. Zur Einordnung, im langjährigen Schnitt lag diese Quote bei rund 5,5 Prozent, also mehr als doppelt so hoch.

Der eigentliche Punkt ist, warum die Quote fällt, und hier schliesst sich der Kreis zur Inflation aus Abschnitt eins. Wenn die Preise Jahr für Jahr schneller steigen als die Löhne, dann frisst die Teuerung das Einkommen auf, und am Monatsende bleibt nichts mehr übrig. Die einzigen vergleichbaren Phasen mit so niedrigen Sparraten waren die Jahre kurz vor der Finanzkrise 2005 bis 2007, als die Haushalte ebenfalls über ihre Verhältnisse lebten. Eine dünne Sparquote ist wie ein dünnes Polster, sie macht die Konsumenten verletzlich für jeden Schock.

Für den Markt ist die Folge simpel und hart zugleich. Geld, das gar nicht erst gespart wird, kann auch nicht investiert werden. Kein Polster an der Basis heisst kein frischer Käuferstrom in Aktien oder Bitcoin. Das ist die eigentliche Ursache hinter der schwachen Nachfrage, die wir jetzt in den On-Chain Daten Glied für Glied wiederfinden. Die Makro-Lage und die Krypto-Lage sind hier direkt verdrahtet.

US-Sparquote als Anteil des verfügbaren Einkommens, Juni 2026 bei 2,7 Prozent. Fünfter Rückgang in Folge, tiefster Stand seit Juni 2022, weit unter dem langjährigen Schnitt von rund 5,5 Prozent. Quelle: Bloomberg.
US-Sparquote als Anteil des verfügbaren Einkommens, Juni 2026 bei 2,7 Prozent. Fünfter Rückgang in Folge, tiefster Stand seit Juni 2022, weit unter dem langjährigen Schnitt von rund 5,5 Prozent. Quelle: Bloomberg.
04
On-Chain · Wholecoiner

Die grossen Käufer verschwinden, die Zuflüsse brechen um 61 Prozent ein

Wechseln wir auf die Kette, also auf die Daten direkt aus dem Bitcoin-Netzwerk. Ein Wholecoiner ist jemand, der mehr als einen ganzen Bitcoin besitzt. Weil der Preis über die Jahre gestiegen ist, ist ein voller Bitcoin für die meisten Menschen unerreichbar geworden, diese Gruppe wird also immer exklusiver und gilt als das grosse, ernsthafte Geld. Der Chart zeigt die Zuflüsse dieser Wholecoiner auf Binance, der Börse mit den grössten Bitcoin-Reserven mit über 654'000 Bitcoin.

Diese Zuflüsse sind eingebrochen. Der Durchschnitt ist von rund 15'400 Bitcoin im Jahr 2021 auf nur noch rund 6'000 Bitcoin gefallen, ein Minus von über 61 Prozent, und damit auf ein Niveau wie zuletzt 2018, mitten im Bärenmarkt. Hier lohnt ein zweiter Blick, denn es gibt zwei Erklärungen, und beide sind wichtig. Die eine ist strukturell, seit dem Start der ETFs Anfang 2024 kaufen viele grosse Adressen über die Börse in New York statt über Binance, ein Teil des Rückgangs ist also nur eine Verlagerung des Ortes, nicht ein Verschwinden der Nachfrage. Die andere ist zyklisch, im letzten Aufschwung stiegen diese Zuflüsse, wenn der Preis stieg, diesmal fielen sie, während der Preis fiel.

Genau dieser zweite Punkt ist das Warnsignal. Wenn das grosse Geld in einem fallenden Markt nicht zugreift, sondern sich zurückhält, dann fehlt dem Markt der stabilisierende Boden, den sonst die starken Hände legen. Ich lese das nicht als Weltuntergang, weil die ETF-Verlagerung einen Teil erklärt, aber der ruhige, fast passive Zustand der grossen Käufer passt perfekt ins Bild eines Marktes, dem die Nachfrage ausgeht.

Wholecoiner-Zuflüsse auf Binance. Von rund 15'400 Bitcoin im Jahr 2021 auf rund 6'000 Bitcoin gefallen, ein Minus von über 61 Prozent, das tiefste Niveau seit 2018. Quelle: CryptoQuant.
Wholecoiner-Zuflüsse auf Binance. Von rund 15'400 Bitcoin im Jahr 2021 auf rund 6'000 Bitcoin gefallen, ein Minus von über 61 Prozent, das tiefste Niveau seit 2018. Quelle: CryptoQuant.
05
On-Chain · Wer hält den Bitcoin

Die Spekulanten sind raus, der Anteil der kurzfristigen Halter fällt auf 23 Prozent

Dieser Chart zeigt, in wessen Händen der Bitcoin gerade liegt, und das ist oft aussagekräftiger als der Preis selbst. Man teilt die Besitzer in zwei Gruppen. Die kurzfristigen Halter haben ihre Coins in den letzten Monaten gekauft, das sind typischerweise die Trader und Spekulanten, die schnell wieder verkaufen. Die langfristigen Halter dagegen sitzen seit vielen Monaten oder Jahren auf ihren Coins und geben auch bei fallenden Preisen nicht ab, das sind die überzeugten starken Hände. Der Anteil der kurzfristigen Halter ist auf 23 Prozent gefallen, das tiefste Niveau seit der Bodenbildung 2022 und 2023, während die langfristigen Halter sich wieder historischen Höchstständen nähern.

Was dahinter steckt, ist ein stiller Umverteilungsprozess, den man Coin-Reifung nennt. Coins, die lange nicht bewegt werden, wandern automatisch von der kurzfristigen in die langfristige Gruppe. Wenn dieser Anteil so stark in Richtung der geduldigen Hände kippt, heisst das zweierlei. Erstens fehlen die frischen Spekulanten, die mit ihrem Kaufdruck einen schnellen Anstieg tragen würden. Zweitens landet ein immer grösserer Teil des Angebots bei Leuten, die kaum verkaufen, was das frei handelbare Angebot verknappt.

Genau diese Doppelnatur macht das Signal so spannend, und ich muss es ehrlich in beide Richtungen lesen. Auf der einen Seite ist die Luft raus, es fehlt die Energie nach oben. Auf der anderen Seite ist das die klassische Struktur eines späten Bärenmarktes, in dem die zittrigen Hände längst verkauft haben und nur die Überzeugten bleiben. So ein Zustand kann noch lange dauern, aber er ist historisch eher die Basis für eine Wende als die Vorstufe zu einem Absturz, weil die Verkäufer schlicht ausgehen.

Bitcoin STH HODL Waves. Der Anteil der kurzfristigen Halter ist auf 23 Prozent gefallen, das tiefste Niveau seit der Bodenphase 2022 bis 2023, während die langfristigen Halter Richtung Rekord steigen. Quelle: CryptoQuant.
Bitcoin STH HODL Waves. Der Anteil der kurzfristigen Halter ist auf 23 Prozent gefallen, das tiefste Niveau seit der Bodenphase 2022 bis 2023, während die langfristigen Halter Richtung Rekord steigen. Quelle: CryptoQuant.
06
On-Chain · Handelsvolumen

Das Volumen bricht um 75 Prozent ein, so wenig los war zuletzt 2023

Wenn du ein einziges Bild für das Wort ausgetrocknet suchst, dann ist es dieses. Das Spot-Handelsvolumen, also wie viel Bitcoin tatsächlich an den Börsen den Besitzer wechselt, ist gegenüber dem Höchststand von Ende 2024 um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Binance allein kam im Juli auf rund 35 Milliarden Dollar, verglichen mit 246 Milliarden im November 2024. Und das ist kein Einzelfall, über denselben Zeitraum fielen die Volumen bei Bybit um 85 Prozent, bei Coinbase um 61 Prozent und bei OKX um 67 Prozent. Um so niedrige Werte zu finden, muss man zurück ins Jahr 2023, in die späte Phase des letzten Bärenmarktes.

Warum das gefährlich und wichtig zugleich ist, hat mit einem Mechanismus zu tun, den viele übersehen. Volumen ist Liquidität, also die Menge an Kauf- und Verkaufsaufträgen, die im Markt bereitliegen. Wenn diese Liquidität dünn wird, dann reicht plötzlich ein relativ kleiner Auftrag, um den Preis stark zu bewegen, weil kaum jemand auf der Gegenseite steht. Ein dünner Markt ist deshalb kein ruhiger Markt, sondern ein zerbrechlicher, in dem einzelne grosse Verkäufe überproportional wehtun können. Niedriges Volumen ist die Ruhe vor möglichen scharfen Ausschlägen in beide Richtungen.

Die Ursachen kennen wir aus den ersten Abschnitten, und hier zeigt sich die Kette komplett. Die leeren Sparkonten liefern keine neuen Käufer, die hohe Inflation hält die Zinsangst am Leben, der Konflikt zwischen den USA und Iran drückt auf die Stimmung, und das wenige Kapital, das noch da ist, floss zuletzt in einige wenige Technologie-Aktien statt in Bitcoin. Eine echte Trendwende hängt deshalb an einer einzigen Bedingung, die Nachfrage muss zurückkommen und das Volumen wieder steigen. Ohne diesen Treiber bleibt der Markt in der Flaute.

BTC Spot-Handelsvolumen nach Börsen. Minus 75 Prozent gegenüber dem Hoch von Ende 2024, Binance im Juli bei rund 35 Milliarden Dollar gegenüber 246 Milliarden im November 2024. Tiefstes Niveau seit 2023. Quelle: CryptoQuant.
BTC Spot-Handelsvolumen nach Börsen. Minus 75 Prozent gegenüber dem Hoch von Ende 2024, Binance im Juli bei rund 35 Milliarden Dollar gegenüber 246 Milliarden im November 2024. Tiefstes Niveau seit 2023. Quelle: CryptoQuant.
07
On-Chain · Drawdown und Erholung

299 Tage und 47 Prozent tief, und warum die Erholung diesmal langsamer kommt

Zum Schluss die Einordnung ins ganz grosse Bild. Der aktuelle Rücksetzer vom letzten Höchststand ist inzwischen 299 Tage alt und 47 Prozent tief. Das klingt hart, ist aber im historischen Vergleich fast moderat. Ein Chart, der alle grossen Korrekturen der Bitcoin-Geschichte übereinanderlegt, zeigt, dass die Bären von 2011, 2014 oder 2018 mit 70 bis über 80 Prozent deutlich brutaler waren. Nach diesem Massstab ist das hier ein normaler, kein aussergewöhnlicher Bär, und das ist erst einmal beruhigend.

Der eigentliche Aha-Moment kommt beim Vergleich von Kurs und Hashrate. Die Hashrate ist die gesamte Rechenleistung, die weltweit für Bitcoin eingesetzt wird, also ein Mass dafür, wie viel Energie und Hardware die Miner ins Netzwerk stecken. Sie ist über denselben Zeitraum um rund 23 Prozent gefallen und liegt im historischen Vergleich extrem tief. Der Grund ist betriebswirtschaftlich, jeder Miner hat einen Preis, unter dem sich das Schürfen nicht mehr lohnt, weil der Strom mehr kostet als der Coin einbringt. Fällt der Preis unter diese Schwelle, schalten die schwächsten Miner ihre Maschinen ab. Diese Kapazität verschwindet nicht sofort wieder zurück, sobald der Preis anzieht, denn Hardware muss erst neu aufgebaut und angeschlossen werden.

Daraus lese ich die wichtigste Botschaft für deine Erwartungshaltung. Ein tiefer Drawdown plus eine stark gefallene Hashrate bedeutet, dass die Erholung diesmal weniger schlagartig verlaufen dürfte als früher. Der Boden mag nah sein, aber das Zurückkommen braucht Zeit, weil gleich drei Dinge neu aufgebaut werden müssen, die Rechenkapazität der Miner, die Nachfrage der Käufer und das Vertrauen des Marktes. Wer hier auf eine sofortige Rakete nach oben wartet, wird sich vermutlich in Geduld üben müssen.

Erholungszeit gegen Drawdown-Tiefe für Kurs und Hashrate. Der aktuelle Rücksetzer ist 299 Tage alt und 47 Prozent tief, die Hashrate liegt rund 23 Prozent unter dem Hoch. Quelle: Sminston With.
Erholungszeit gegen Drawdown-Tiefe für Kurs und Hashrate. Der aktuelle Rücksetzer ist 299 Tage alt und 47 Prozent tief, die Hashrate liegt rund 23 Prozent unter dem Hoch. Quelle: Sminston With.
Fazit

Mein Fazit

Wenn ich alles zusammenlege, ergibt sich eine geschlossene Kette. Die klebrige Inflation zwingt die Fed, hart zu bleiben. Die harte Fed und die hohen Preise drücken auf die Haushalte, deren Sparquote auf 2,7 Prozent fällt. Die leeren Sparkonten liefern keine neuen Käufer, und genau das sehen wir in den On-Chain Daten, die grossen Käufer halten sich zurück, die Spekulanten sind weg, und die Handelsvolumen sind um 75 Prozent eingebrochen. Der Markt ist auf beiden Seiten ausgetrocknet, und die eine Seite trocknet die andere aus.

Deshalb bin ich im Moment vorsichtig und eher defensiv gestimmt. Ich sehe keinen Grund, in diese Flaute hinein aggressiv zu werden, solange der Treibstoff fehlt. Ein Markt ohne Nachfrage und ohne Volumen kann noch länger seitwärts oder tiefer laufen, und die Makrodaten geben mir aktuell keinen Anlass, das anders zu sehen. Dazu kommt, dass ein so dünner Markt zerbrechlich ist, scharfe Ausschläge nach unten sind aus dieser Lage jederzeit möglich.

Gleichzeitig bin ich nicht in Panik, und das ist der wichtige Teil. Genau dieser Zustand, in dem die schwachen Hände verkauft haben, die starken Hände halten, das Angebot sich verknappt und niemand mehr hinschauen will, ist historisch der Nährboden für die nächste Wende gewesen. Der Drawdown ist im Vergleich sogar milde, die Erholung wird nur länger dauern als sonst. Ich bleibe deshalb geduldig, beobachte diszipliniert die Nachfrage und das Handelsvolumen als die zwei entscheidenden Signale für eine echte Drehung, und lasse mich weder von der Angst noch von der Gier treiben. Wie ich mich konkret positioniere und an welchen Punkten ich mein Bild ändere, das teile ich im The Sanctis Letter.

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The Sanctis Letter 19. September 2026

Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026