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Was passiert, wenn Bitcoin auf null fällt? Wer verliert, was zusammenbricht, was bleibt.

Fiele Bitcoin auf null, verschwänden rund 1,6 Billionen Dollar. Dieser Bericht rechnet durch, wer den Verlust tragen müsste, was zusammenbräche, was übrig bliebe und warum das übrige Finanzsystem wohl erstaunlich wenig davon spüren würde.

Was passiert, wenn Bitcoin auf null fällt? Wer verliert, was zusammenbricht, was bleibt.

Die Frage kommt in jedem Abschwung, und meistens wird sie mit Schlagworten beantwortet: Blase, Systemrisiko, Totalverlust. Hier spiele ich sie mit den echten Beständen durch, Gruppe für Gruppe, und mit den Zusammenbrüchen, die es schon gegeben hat.

01
Das Gedankenexperiment

1,6 Billionen Dollar, die verschwinden würden

Am 24. Oktober 2026 kostete ein Bitcoin rund 80'700 Dollar. Bei 20,1 Millionen Coins im Umlauf war das ganze Netzwerk damit rund 1,62 Billionen Dollar wert.

1,62 Bio. $
Buchwert, der bei einem Kurs von null verschwände.

Gemeint ist dabei kein vorübergehender Absturz, wie ihn Bitcoin schon mehrmals erlebt hat. Null heisst hier ein Preis nahe null, der bleibt, so wie bei LUNA im Mai 2022.

Heute halten börsengehandelte Fonds, börsennotierte Firmen und Staaten Millionen von Bitcoin, die Frage ist also keine reine Kryptofrage mehr. Die folgende Rechnung zeigt Grössenordnungen, keine Prognose.

I
Wer verliert
02
Wem Bitcoin gehört

Zwei Drittel der Coins haben keinen bekannten Besitzer

Nur rund ein Drittel aller Bitcoin lässt sich bekannten Haltern zuordnen. Den grössten Block bilden die Wallets der Börsen mit rund 2,69 Millionen BTC, zum grössten Teil Coins von Kunden.

Danach folgen die amerikanischen Spot-ETFs mit rund 1,31 Millionen BTC und Strategy mit 848'517 BTC, die Firma mit dem grössten Bitcoin-Bestand der Welt. Staaten halten zusammen rund 646'000 BTC.

Die übrigen rund 13,3 Millionen BTC liegen bei Privatpersonen und bei Fonds und Firmen ohne Offenlegung. Viele der Zuordnungen beruhen auf Auswertungen der Blockchain und sind Schätzungen.

Bitcoin-Bestand je Haltergruppe am 24. Oktober 2026: übrige Halter inklusive verlorener Coins 13,3 Millionen BTC oder 66 Prozent, Börsen 2,7 Millionen, US-Spot-ETFs 1,3 Millionen, Strategy 0,85 Millionen, Staaten 0,65 Millionen, kleinere Gruppen jeweils unter 0,5 Millionen.
Quelle: Coin Metrics (Börsenbestände, Umlauf), bitcointreasuries.net (ETFs, Firmen, Staaten, DeFi); teils On-Chain-Schätzungen.

Ein Teil der übrigen Coins liegt in Wallets, auf die niemand mehr Zugriff hat, nach einer älteren Schätzung 2,8 bis 3,8 Millionen BTC. Sie zählen im Marktwert mit, doch fällt ihr Wert auf null, verliert dadurch niemand etwas.

03
Die direkten Verluste

Wer wie viel verlieren würde

Gerechnet mit dem Kurs vom 24. Oktober träfe der weitaus grösste Teil des Schadens, rund 1'075 Milliarden Dollar, die verstreuten Halter ohne Namen, verlorene Coins eingerechnet.

Unter den benennbaren Gruppen stehen die Kunden der Börsen mit rund 217 Milliarden vorne, vor den Anlegern der US-Spot-ETFs mit rund 106 Milliarden und Strategy mit rund 68 Milliarden.

Buchverlust bei einem Bitcoin-Kurs von null in Milliarden Dollar: übrige Halter 1'075, Börsenkunden 217, US-Spot-ETFs 106, Strategy 68, Staaten 52, andere börsennotierte Firmen 36, Wrapped BTC und DeFi 30, private Firmen 23, andere ETPs 16.
Quelle: Coin Metrics, bitcointreasuries.net; eigene Berechnung, Bestand mal Kurs vom 24.10.2026 (80'699 Dollar).

Diese Zahlen sind Buchwerte. Wie viel echtes Geld dahintersteckt, zeigt näherungsweise die sogenannte Realized Cap. Sie bewertet jeden Coin zu dem Preis, zu dem er zuletzt auf der Blockchain bewegt wurde, und kommt auf rund 1,09 Billionen Dollar. Rund ein Drittel des Marktwerts sind demnach reine Buchgewinne. Frühe Käufer verlören bei null vor allem diese, späte Käufer ihr eingesetztes Kapital.

Wie viele Menschen das betrifft, zeigt eine Umfrage der US-Notenbank. 2025 hielten oder kauften 9 % der amerikanischen Erwachsenen Krypto als Anlage, Bitcoin und andere Coins zusammengezählt.

04
Spot-ETFs

Die ETFs reichen den Verlust einfach weiter

Ein Spot-ETF kauft echte Bitcoin, lässt sie bei einem Verwahrer lagern und gibt Anteile an diesem Topf aus. Er nimmt keinen Kredit auf und arbeitet ohne Hebel. Fällt Bitcoin auf null, fällt auch der Anteil auf null.

Der Verlust bleibt damit bei den Anlegern. BlackRock oder Fidelity verlören Gebühreneinnahmen, aber kein eigenes Kapital.

Seit dem Start im Januar 2024 sind netto 57,3 Milliarden Dollar in diese Fonds geflossen. Allein IBIT von BlackRock zog netto 66,1 Milliarden an, aus dem älteren Grayscale-Fonds GBTC flossen 28,0 Milliarden ab.

Kumulierte Nettozuflüsse der US-Spot-Bitcoin-ETFs seit Januar 2024, steigend bis zum Höchststand von 62,7 Milliarden Dollar am 9. Oktober 2025, zuletzt 57,3 Milliarden Dollar am 23. Oktober 2026.
Quelle: Farside Investors, Tagesflüsse je ETF vom 11.1.2024 bis 23.10.2026; eigene Kumulierung.

Wer diese Anteile besitzt, ist nur zum Teil sichtbar. Grosse US-Vermögensverwalter, die ihre Positionen melden müssen, hielten nach einer Auswertung Ende Juni 2026 rund 44 % der ETF-Bestände. Der Rest dürfte grösstenteils bei Privatanlegern liegen.

05
Staaten

Für zwei Staaten wäre null spürbar

Die USA halten rund 328'000 BTC, fast alles beschlagnahmte Coins, seit einem Präsidialerlass vom März 2025 als «Strategic Bitcoin Reserve». Eine offizielle Bestandszahl gibt es nicht.

Dahinter folgen China mit rund 190'000 und Grossbritannien mit rund 61'000 BTC. Für alle drei wäre der Verlust bei null klein, jeweils rund ein Zehntel Prozent des BIP.

Staatliche Bitcoin-Bestände in Prozent des BIP: El Salvador 1,7 Prozent, Bhutan 1,2 Prozent, Grossbritannien 0,12 Prozent, VAE, Kasachstan und USA je 0,09 Prozent, China 0,08 Prozent.
Quelle: bitcointreasuries.net (Bestände, teils Schätzungen), Weltbank (BIP 2025, VAE 2024); eigene Berechnung.

Spürbar wäre ein Totalausfall nur für El Salvador mit rund 1,7 % des BIP und für Bhutan mit rund 1,2 %, dessen heutiger Bestand allerdings unsicher ist.

II
Wo der Hebel sitzt
06
Strategy

Strategy: Wer bei null zuerst bezahlt würde

Strategy hielt am 18. Oktober 848'517 BTC, gekauft für 64,0 Milliarden Dollar, im Schnitt zu 75'446 Dollar je Coin. Bezahlt hat die Firma das mit neuen Aktien, Wandelanleihen und Vorzugsaktien.

Eine Wandelanleihe kann der Gläubiger in Aktien tauschen. Eine Vorzugsaktie ist Eigenkapital mit fester Dividende, das im Ernstfall erst nach allen Schulden bedient wird. Ende Juni standen Wandelanleihen über 6,7 Milliarden Dollar und Vorzugsaktien über 15,5 Milliarden aus. Einen Teil der Vorzugsaktien hat Strategy seither zurückgekauft.

Strategy in Milliarden Dollar: Bitcoin-Bestand 68,5, Vorzugsaktien 15,5, Wandelanleihen 6,7, Dollar-Reserve und Cash 5,3.
Quelle: Strategy 10-Q Q2 2026 (Anleihen, Vorzugsaktien per 30.6.), 8-K vom 19.10.2026 (Bestand, Reserve per 18.10.), Coin Metrics (Kurs 24.10.).

Für das Szenario zählt vor allem ein Detail der Bilanz. Die Bitcoin sind nicht als Sicherheit verpfändet. Es gibt also keinen Kreditgeber, der bei fallenden Kursen Geld nachfordern und einen Zwangsverkauf auslösen könnte.

Bei null blieben Strategy rund 5,3 Milliarden Dollar in bar, gegenüber 6,7 Milliarden Anleiheschulden. Die Anleihegläubiger bekämen damit rund vier Fünftel zurück, Vorzugs- und Stammaktionäre verlören praktisch alles. Bis zu einem Ausfall wäre ein Teil dieses Geldes allerdings schon für Dividenden ausgegeben.

Der wunde Punkt sind genau diese Dividenden. Die Vorzugsaktien kosten rund 1,68 Milliarden Dollar im Jahr, die Anleihezinsen nur rund 35 Millionen. Das kleine Softwaregeschäft kann diese Last nicht tragen. Die Dollar-Reserve reicht dafür rund 2,8 Jahre. Die Anleihegläubiger können ihr Geld dagegen frühestens ab September 2027 zurückverlangen, den grössten Teil, rund 4,9 Milliarden Dollar, erst 2028.

Nennwert der Wandelanleihen von Strategy nach dem frühesten Rückgabetermin: 1,0 Milliarden Dollar 2027, 4,9 Milliarden 2028, 0,8 Milliarden 2029.
Quelle: Strategy 10-Q Q2 2026, Put-Termine der Wandelanleihen, Stand 30.6.2026.

Wie real diese Last ist, zeigte der Juli 2026: Nach dem Kurstief verkaufte Strategy erstmals in grösserem Umfang Bitcoin, um Dividenden zu bezahlen. Wo die Grenze dieses Modells liegt, habe ich in «Strategy auf dem Prüfstand»Member nachgerechnet.

Die Aktionäre spüren den Hebel schon heute. Die Strategy-Aktie fiel vom 6. Oktober 2025 bis zum 23. Oktober 2026 um rund 59 %, Bitcoin um rund 35 %. Inzwischen ist die Firma an der Börse weniger wert als ihre Bitcoin. Was das für Strategy als Käufer bedeutet, steht in «Saylors Achillesferse»Member.

08
Miner und Kreditgeber

Bei den Minern hängt nicht mehr alles am Bitcoin

Miner verdienen ihr Geld damit, das Netz zu sichern. In den letzten zwölf Monaten nahmen sie dafür rund 12,8 Milliarden Dollar ein, fast alles in Form neu geschaffener Coins. Bei einem Kurs von null fiele dieser Ertrag weg, reines Mining lohnte sich nicht mehr.

Die acht grossen börsennotierten Miner und Ex-Miner hatten Mitte 2026 zusammen rund 33 Milliarden Dollar Schulden. Ein grosser Teil davon finanziert inzwischen Rechenzentren für künstliche Intelligenz. IREN etwa führt kaum noch Bitcoin in der Bilanz, hält aber 5,9 Milliarden Dollar in bar.

Schulden und Cash der grossen börsennotierten Miner in Milliarden Dollar: Hut 8 7,7 und 0,2, IREN 7,6 und 5,9, Cipher Mining 5,5 und 0,8, Core Scientific 4,3 und 1,8, TeraWulf 3,1 und 2,6, MARA 2,4 und 0,4, CleanSpark 1,8 und 0,2, Riot 0,8 und 0,5.
Quelle: SEC EDGAR, 10-Q und 10-K (XBRL), Stand 30.6.2026, TeraWulf 31.3.2026.

Anders bei MARA und CleanSpark, deren Geschäft noch stark am Bitcoin hängt. MARA hatte 2,4 Milliarden Dollar Schulden und Krypto für 2,1 Milliarden in der Bilanz. Mit dem Bitcoin-Preis fiele dort der grösste Teil der Einnahmen und der Sicherheiten weg.

Kredite mit Krypto als Sicherheit summierten sich Ende Juni 2026 auf 56,2 Milliarden Dollar. Wer sich so Geld leiht, hinterlegt meist mehr Krypto, als er an Dollar bekommt. Fällt der Kurs, wird die Sicherheit verkauft. Verluste entstehen dort, wo dieser Verkauf nicht schnell genug kommt.

Wie gut dieser Schutz in einem Crash hält, habe ich am Beispiel von GSR in «Gut besichert, schwer zurückzuholen»Member untersucht. Bei einem Fall auf null würde jeder Rest, der nicht rechtzeitig verkauft wurde, zum Verlust des Kreditgebers.

Dazu kommen die Futures, also Wetten auf den künftigen Kurs, oft mit geliehenem Geld. Am 10. Oktober 2025 wurden an einem Tag rund 19 Milliarden Dollar solcher Positionen zwangsweise geschlossen, so viel wie nie zuvor, ohne sichtbaren Schaden ausserhalb der Kryptowelt.

09
Tether und Coinbase

Tether würde wanken, aber kaum fallen

Tether gibt USDT aus, den grössten Stablecoin, also einen Token, der stets einen Dollar wert sein soll. Am 30. Juni 2026 hielt die Firma dafür Reserven von 187,8 Milliarden Dollar, gegenüber 183,6 Milliarden Verbindlichkeiten. Rund 75 % der Reserven sind US-Staatsanleihen und damit besicherte Kurzfristanlagen, Bitcoin macht nur 3,1 % aus.

Reserven von Tether am 30. Juni 2026: US-Staatsanleihen und Repos 140,6 Milliarden Dollar oder 74,9 Prozent, Gold 18,8, besicherte Kredite 13,5, Bitcoin 5,8 oder 3,1 Prozent, andere Investitionen 5,2, Aktien 3,8.
Quelle: Tether, Reservebericht per 30.6.2026, geprüft von BDO Italia.

Zum Kurs vom 24. Oktober wären Tethers rund 98'900 BTC etwa 8,0 Milliarden Dollar wert. Fiele Bitcoin auf null, wäre das Polster über den Verbindlichkeiten weg, und es fehlten rund 1,7 Milliarden. Die Reserven deckten die ausgegebenen Tokens dann noch zu rund 99 %.

Die Lücke wäre im Verhältnis zur Bilanz klein. Gefährlicher wäre ein Ansturm auf Rücknahmen in einer allgemeinen Kryptopanik. Weitere Bitcoin-Risiken könnten in Tethers Aktien und Krediten stecken.

Coinbase verwahrte Ende Juni Kundenvermögen von 245,9 Milliarden Dollar. Ein Kurs von null träfe diese Kunden, nicht direkt die Bilanz von Coinbase, wohl aber das Geschäftsmodell: Rund die Hälfte des Umsatzes kam zuletzt aus Handelsgebühren.

III
Was die echten Zusammenbrüche zeigen
10
Der Realtest

1,3 Billionen Dollar weg, und die Börse stieg

Ob ein Bitcoin-Absturz das übrige Finanzsystem mitreisst, zeigt inzwischen ein fast vollständiger Testlauf. Vom Hoch im Oktober 2025 bis zum Tief Ende Juni 2026 verlor Bitcoin mehr als vier Fünftel dessen, was bei null verloren ginge.

1'315 Mrd. $
So viel Marktwert verlor Bitcoin in diesem Absturz.

Im selben Zeitraum stieg der S&P 500 um rund 12 %, ein ETF auf amerikanische Regionalbanken sogar um rund 21 %. Auch der Risikoaufschlag auf Unternehmensanleihen, ein gutes Mass für Stress am Kreditmarkt, blieb tief. Hart getroffen wurden nur Firmen mit direktem Bitcoin-Bezug wie Strategy und Coinbase.

Indexiert auf 1. Oktober 2025 gleich 100: Bitcoin fällt bis zum Tief am 30. Juni 2026 auf 49 und steht zuletzt bei 68, Coinbase bei 48, der S&P 500 steigt auf 114, der Regionalbanken-ETF KRE auf 118.
Quelle: Coin Metrics (Bitcoin), Yahoo Finance (S&P 500, KRE, Coinbase); eigene Indexierung, Tageswerte bis 23.10.2026.

Die grossen Krypto-Pleiten von 2022 zeigen dasselbe Muster. Beim Terra-Kollaps im Mai fiel Bitcoin um 25 %, die US-Börse um rund 5 %, mitten in den schnellsten Zinserhöhungen der Fed seit Jahrzehnten. Beim FTX-Kollaps im November verlor Bitcoin in drei Tagen rund 23 %, die US-Börse nur rund 1,5 %.

Die einzigen Bankpleiten mit Kryptobezug waren Silvergate und Signature Bank im März 2023. Beide verloren nach dem FTX-Kollaps viele Einlagen von Kryptofirmen und scheiterten an diesem Abfluss, mitten in der Krise um die Silicon Valley Bank. An faulen Bitcoin-Krediten gingen sie nicht zugrunde.

Dahinter steckt vor allem die Grösse. Bitcoin ist mit 1,6 Billionen Dollar rund 1,1 % des Weltaktienmarkts und etwa 6 % der Bilanzsumme der US-Geschäftsbanken. An diesem Vermögen hängt zudem wenig geliehenes Geld. ETFs und Treasury-Firmen geben Verluste ohne Hebel an ihre Eigentümer weiter, und die bekannten Krypto-Kredite kommen vor allem von Kryptofirmen und Krypto-Plattformen, nicht von Banken.

Marktwerte auf logarithmischer Skala: Aktienmarkt weltweit 141,3 Billionen Dollar, US-Aktienmarkt 68,9, Gold 28,3, Bilanzen der US-Banken 26,1, Kryptomarkt 2,7, Bitcoin 1,6, Realized Cap von Bitcoin 1,1 Billionen, Terra vor dem Kollaps 60 Milliarden, FTX-Lücke 8 Milliarden.
Quelle: Weltbank (Aktien Ende 2025), Fed H.8 (Banken), World Gold Council und Goldpreis, CoinGecko, Coin Metrics, CryptoCompare (Terra), FTX-Verfahren.
11
So sieht null aus

LUNA verlor in acht Tagen fast alles

Wie ein echter Absturz auf null aussieht, zeigt LUNA, der Token des Terra-Systems. Vom 5. bis zum 13. Mai 2022 fiel er von 82 auf 0,0002 Dollar, ein Verlust von 99,9998 %. Die Terra-Blockchain lief weiter, der Token blieb trotzdem praktisch wertlos.

LUNA, FTT und Bitcoin 2022, indexiert auf 1. April gleich 100, logarithmisch: LUNA stürzt im Mai auf rund 0,0001, FTT fällt im November auf rund 2, Bitcoin endet das Jahr bei 36.
Quelle: Coin Metrics; eigene Indexierung.
IV
Was bleibt
12
Was übrig bliebe

Das Netz liefe weiter, ein Preis ist damit nicht garantiert

Technisch existiert Bitcoin auch bei einem Kurs von null weiter. Jeder kann einen Knoten betreiben, also einen Rechner, der die Blockchain speichert und prüft. Rund alle zwei Wochen passt das Netz zudem die Schwierigkeit des Minings an die vorhandene Rechenleistung an.

Fallen Miner weg, wird es für die verbleibenden also wieder leichter. Das zeigte das Mining-Verbot in China 2021: Die Rechenleistung brach bis Anfang Juli um 53 % ein, das Netz lief ohne Unterbruch weiter, und im Dezember war das alte Niveau wieder erreicht.

Rechenleistung des Bitcoin-Netzes 2021 und Anfang 2022 im 7-Tage-Mittel: von 181 EH/s Mitte Mai auf 85 EH/s am 2. Juli, minus 53 Prozent, im Dezember wieder über dem alten Niveau.
Quelle: Coin Metrics, geschätzte Hashrate; eigene Berechnung.

Ein laufendes Netz garantiert aber keinen Preis, wie die Terra-Blockchain zeigt. Ohne Preis würde Bitcoin zudem der wirtschaftliche Schutz fehlen, denn die Miner sichern das Netz nur, weil sie dafür Coins mit Wert bekommen.

Einiges behielte seinen Wert. Die Rechenzentren der Miner arbeiten schon zu einem grossen Teil für künstliche Intelligenz, und die rund 300 Milliarden Dollar Stablecoins sind überwiegend mit Dollar und US-Staatsanleihen gedeckt.

Bitcoin stellt knapp 60 % des gesamten Kryptomarkts. Ein Vertrauensschock dieser Grösse dürfte den übrigen Markt mitreissen, wie stark, lässt sich nicht messen.

13
Wie realistisch ist null

Kein Schock kam bisher in die Nähe von null

Tiefe Abstürze kennt Bitcoin gut. Achtmal verlor er mehr als die Hälfte seines Werts, am tiefsten 2011 mit 93 %, in drei weiteren Zyklen zwischen 77 und 85 %. Jedes Mal folgte später ein neues Hoch, ausser nach dem jüngsten Einbruch von 53 % bis Juni 2026.

Abstand von Bitcoin zum jeweiligen Allzeithoch seit 2010: Einbrüche von 93 Prozent 2011, 85 Prozent 2015, 84 Prozent 2018, 77 Prozent 2022 und 53 Prozent bis Juni 2026, dazu weitere Einbrüche über 50 Prozent 2010, 2013 und 2021.
Quelle: Coin Metrics, Tagesschlusskurse; eigene Berechnung.

Auch die Technik hatte ihre Momente. 2010 erzeugte ein Programmfehler rund 184 Milliarden BTC aus dem Nichts, fünf Stunden später lag eine Korrektur vor. Weder dieser Fehler noch eine kurze Spaltung der Blockchain 2013 noch das Mining-Verbot in China 2021 brachten Bitcoin in die Nähe von null.

Bleibt der Angriff von aussen. Wer mehr Rechenleistung kontrolliert als alle anderen zusammen, kann eigene Transaktionen rückgängig machen oder fremde blockieren, fremde Coins stehlen kann er nicht. Dafür bräuchte ein Angreifer nach einer groben Rechnung Geräte für 9 bis 19 Milliarden Dollar und so viel Strom, wie 16 bis 22 grosse Reaktorblöcke liefern.

Das Geld ist dabei nicht das grösste Hindernis. So viele Geräte gibt es gar nicht, und die Hersteller bräuchten Jahre, um sie zu bauen.

Ein Weg zu null bräuchte deshalb mehrere Dinge zugleich und am Ende einen dauerhaften Vertrauensverlust, bei dem niemand mehr kaufen will. Auslöser könnten ein Fehler sein, der sich nicht reparieren lässt, ein Bruch der Kryptografie, etwa durch Quantencomputer ohne rechtzeitige Umstellung, oder koordinierte Verbote in allen grossen Volkswirtschaften. Eine Wahrscheinlichkeit dafür kann niemand seriös beziffern.

Fazit

Ein riesiger Vermögensschaden, aber keine Finanzkrise

Fiele Bitcoin auf null, verschwänden rund 1,6 Billionen Dollar Buchwert. Den grössten Teil trügen verstreute Privatanleger, dazu Börsenkunden, ETF-Anleger, Strategy und einige Staaten.

Zusammenbrechen würde, was vom Bitcoin-Preis lebt, von Strategy über die reinen Miner bis zu den Kreditgebern mit Krypto als Sicherheit. Coinbase verlöre einen grossen Teil seines Umsatzes, Tether wäre eher angeschlagen als zahlungsunfähig.

Nach allen verfügbaren Zahlen bliebe der Schaden aber weitgehend bei denen, die Bitcoin halten. Bitcoin ist rund 1 % des Weltaktienmarkts, und seit Oktober 2025 hat der Markt schon mehr als vier Fünftel des Null-Szenarios erlebt, ohne dass Aktien, Banken oder Kreditmärkte Schaden nahmen.

Wer bei Bitcoin an ein Systemrisiko denkt, überschätzt deshalb die Ansteckung. Wer glaubt, es treffe nur Spekulanten, unterschätzt, wie viele gewöhnliche Anleger über ETFs und Börsen dabei sind.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Zwei Felder, mehr nicht. Der Name ist freiwillig.

Angekommen. Danke dir.

Deine Zeilen liegen in meinem Postfach. Wenn du eine Antwort erwartest, schreib mir zusätzlich über die Support-Seite, hier gibt es kein Feld dafür.

Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026