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Der Abfluss

Bitcoin hat in der Nacht rund 2 Prozent verloren, fast alles zwischen 3 und 5 Uhr. Der Abfluss aus den US-Bitcoin-Fonds vom Montag ist klein, und die bewegten Bitcoin der US-Regierung sind kein Verkauf. Heute Abend zählt das Protokoll der US-Notenbank.

Der Abfluss

Guten Morgen. Bis drei Uhr war die Nacht ruhig, dann ging es mit Bitcoin in zwei Stunden um rund 1'700 Dollar nach unten. Hier ist, was über Nacht für Bitcoin zählt, was eher nicht, und worauf es heute ankommt.

Den Membern habe ich gestern im Letter die Zonen gegeben. Ein Ausbruch lag nahe, und ich hatte geschrieben, dass ich an der oberen Zone einen Durchbruch sehen will und kein blosses Antasten, sonst geht es tiefer in die Zonen darunter. Die Zone wurde nur ganz kurz angetestet, dann kam die Umkehr. Wo die neuen Zonen liegen, sehen Member. Hier kannst du Member werden

01
Bitcoin über Nacht

Zwei Stunden, zwei Prozent

Bitcoin fiel über Nacht von 85'493 auf 83'855 Dollar, ein Minus von 1,9 Prozent. Bis drei Uhr bewegte sich der Kurs kaum und pendelte zwischen rund 85'350 und 85'670 Dollar. Dann kam der ganze Rückgang in nur zwei Stunden, mit einem Tief bei 83'555 Dollar.

Kerzenchart des Bitcoin-Kurses in US-Dollar auf Kraken, Stundenkerzen vom 6. Oktober, 20 Uhr, bis 7. Oktober, 5 Uhr Schweizer Zeit. Bis 3 Uhr pendelt der Kurs eng um 85'500 Dollar. Die beiden violetten Kerzen ab 3 und 4 Uhr fallen von 85'532 auf 83'842 Dollar, minus 2,0 Prozent, mit einem Tief von 83'555 Dollar um 4 Uhr. Die Kerze ab 5 Uhr schliesst bei 84'104 Dollar.
Violett nur die zwei Stundenkerzen ab 3 Uhr: –2,0 % von 85'532 auf 83'842 Dollar. Die –1,92 % im Text messen die ganze Nacht, von 85'493 Dollar um 21 Uhr bis 83'855 Dollar um 4:30 Uhr. Zeiten Schweizer Zeit. Quelle: Kraken

In diesen zwei Stunden wurden rund zwei Drittel des gesamten Nachtvolumens gehandelt. Keine Nachricht dieser Nacht passt zeitlich zu dem Rutsch, er begann lange nach dem Schluss der US-Börsen. Gegen sechs Uhr notierte Bitcoin wieder bei rund 84'100 Dollar.

Am Terminmarkt ist keine Panik zu sehen. Die Zahl der offenen Futures-Kontrakte, also der laufenden Wetten auf den künftigen Bitcoin-Preis, stieg leicht um 0,4 Prozent. Gleichzeitig zahlten die Händler, die auf fallende Kurse setzen, eine minimale Gebühr an die Gegenseite. Das passt dazu, dass einige neue Wetten auf tiefere Kurse eröffnet wurden, eine Welle von Zwangsverkäufen gab es aber nicht.

02
Spot-ETFs

Ein Abfluss nach drei Wochen Zufluss

Die US-Bitcoin-Spot-ETFs, also börsengehandelte Fonds, die echte Bitcoin halten, verzeichneten am Montag zusammen einen Nettoabfluss von 89,9 Millionen Dollar. Am Donnerstag und Freitag davor waren noch 102,7 und 189,8 Millionen Dollar zugeflossen. Der Abfluss liegt zeitlich vor dem Kursrutsch dieser Nacht und erklärt ihn nicht.

Gemessen an den rund 111 Milliarden Dollar, die in diesen Fonds liegen, ist der Betrag klein. Er entspricht 0,08 Prozent des Vermögens. Das Fondsvermögen stieg am Montag sogar, weil der Bitcoin-Kurs an diesem Tag zulegte.

Wichtiger ist der Hintergrund. Vom 18. September bis zum 5. Oktober flossen netto rund 3 Milliarden Dollar in die Fonds, fast 1 Milliarde davon allein am 21. September. Schon am 30. September gab es einen grösseren Abfluss von 148,7 Millionen Dollar, danach kam das Geld zurück. Ein einzelner Tag mit 90 Millionen Abfluss ist nach dieser Welle eine Abkühlung und noch keine Trendwende.

Balkenchart der täglichen Nettoflüsse der US-Bitcoin-Spot-ETFs in Millionen Dollar, 8. September bis 5. Oktober 2026. Nach Abflüssen Anfang September, am stärksten minus 450 Millionen, folgt ab dem 18. September eine Zuflusswelle mit einem Höchstwert von plus 999 Millionen am 21. September, zusammen netto rund 2'970 Millionen. Der violette Balken am 5. Oktober zeigt den Abfluss von 89,9 Millionen.
Nettofluss je US-Handelstag, Datum in US-Zeit; der Wert für den 6. Oktober fehlt noch. Quelle: SoSoValue

Die ETF-Flüsse bleiben trotzdem der beste messbare Gradmesser dafür, wie viel institutionelles Geld in Bitcoin fliesst. Die Zahl für Dienstag liegt noch nicht vollständig vor. Erst wenn weitere und deutlich grössere Abflüsse folgen, wird aus einem Stimmungssignal ein Muster.

03
US-Regierung

Bewegt ist nicht verkauft

Wallets der US-Regierung haben am Dienstag gegen 17 Uhr Schweizer Zeit rund 833 Bitcoin im Wert von gut 70 Millionen Dollar bewegt. Es war die erste Bewegung seit dem 26. August. Rund 568 BTC stammen aus dem Fall Hashflare, einem Betrug mit angeblichem Cloud-Mining, rund 265 BTC aus dem Hack der Börse Bitfinex von 2016.

Nach einem Verkauf sieht das nicht aus. Nur ein winziger Testbetrag ging an Coinbase Prime, die grossen Beträge landeten auf neuen Wallets und nicht bei einer Börse. In beiden Fällen gibt es Geschädigte, und die Bitfinex-Bestände sollen nach einem Gerichtsentscheid an die Börse zurückgehen.

Seit einer Verordnung vom März 2025 sollen beschlagnahmte Bitcoin in eine strategische Reserve fliessen und nicht verkauft werden, Rückgaben an Geschädigte sind davon ausgenommen. Eine Rückgabe oder ein Wechsel des Verwahrers ist deshalb der wahrscheinlichere Zweck. Für den Markt bleibt es eine Randnotiz: Die 833 BTC sind rund 0,3 Prozent der etwa 323'700 BTC, die Wallets der Regierung zugeordnet werden.

04
Öl

Teures Öl, ruhige Inflationserwartung

Der Terminkontrakt auf Brent, die wichtigste Referenz am Ölmarkt, schloss am Dienstag bei 100,58 Dollar je Fass. Im Tagesverlauf war er bis auf 97,08 Dollar gefallen, heute früh notiert er bei rund 101,6 Dollar. Seit dem 9. September liegt Brent um oder über 100 Dollar, seit dem Hoch von 108,75 Dollar am 15. September bröckelt der Preis aber langsam ab. Der Ausfall der venezolanischen Raffinerie Cardon nach einer Explosion spielt dafür kaum eine Rolle, sie versorgt vor allem das eigene Land.

Zwei Liniencharts vom 7. August bis 6. Oktober 2026. Oben der Schlusskurs des Brent-Futures in Dollar je Fass: Anstieg von rund 84 auf ein Hoch von 108,75 am 15. September, danach leichter Rückgang auf 100,58 am 6. Oktober, knapp über der violett gestrichelten 100-Dollar-Linie. Unten die zehnjährige Inflationserwartung der USA in Prozent, flach zwischen 2,24 und 2,40, zuletzt 2,36.
Brent-Future, Tagesschluss; Inflationserwartung aus dem Vergleich normaler und inflationsgeschützter zehnjähriger US-Staatsanleihen. Quelle: ICE via Yahoo Finance; FRED (T10YIE)

Der Weg zu Bitcoin führt über die Inflation. Teures Öl hält die Teuerung hoch, das spricht dafür, dass die Fed die Zinsen eher länger oben hält. Höhere Zinsen machen Geld teurer, und das trifft riskante Anlagen wie Bitcoin. Dieser Weg ist real, aber langsam.

Im Moment wirkt er kaum. Die Inflationserwartung für die nächsten zehn Jahre, die sich aus dem Vergleich normaler und inflationsgeschützter US-Staatsanleihen ergibt, liegt seit Wochen stabil zwischen 2,33 und 2,38 Prozent. Der Anleihemarkt rechnet also nicht mit einem neuen Inflationsschub durch das Öl. Für Bitcoin ist der Ölpreis damit Hintergrund für die Fed und kein Auslöser dieser Nacht.

05
Heute im Blick

Was um 20 Uhr kommt

Um 20 Uhr veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer Sitzung vom 15. und 16. September. Damals hob sie den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Das Protokoll zeigt, wie breit die Zustimmung zu diesem Schritt war und ob weitere Erhöhungen zur Sprache kamen.

Neue Daten machen diese Frage dringlicher. Der Preisindex der US-Dienstleister, der aus einer monatlichen Umfrage unter Einkäufern von Unternehmen stammt, stieg im September auf 74,0 Punkte, den höchsten Stand seit Juli 2022. Gleichzeitig wuchs der Sektor langsamer als im August. Steigende Preise bei nachlassendem Schwung sind genau die Mischung, die eine Notenbank vorsichtig macht, und Fed-Vizechef Philip Jefferson sagte vergangene Woche, die Inflationsrisiken zeigten nach oben.

Für Bitcoin ist das der wichtigste Termin des Tages. Klingt das Protokoll nach weiteren Zinserhöhungen, dürften die Zinserwartungen und der Dollar steigen, und beides würde Bitcoin belasten. Allerdings ist das Protokoll drei Wochen alt, und vieles, was seither bekannt wurde, ist bereits im Preis. Eine Reaktion dürfte deshalb eher kurz ausfallen und sich vor allem in den Stunden nach 20 Uhr zeigen.

Fazit

Was heute zählt

Die Nacht hat Bitcoin rund 2 Prozent gekostet, ohne dass eine Nachricht den Rutsch erklärt. Der ETF-Abfluss ist klein und älter als der Rückgang, die Bitcoin der Regierung wurden bewegt und nicht verkauft, und das Öl wirkt nur langsam über die Inflation.

Heute zählen zwei Dinge: das Fed-Protokoll um 20 Uhr und die ETF-Zahl für Dienstag. Zeigt das Protokoll eine Notenbank, die weiter erhöhen will, und ziehen gleichzeitig mehr Anleger Geld aus den Fonds ab, dann könnte aus dem Rückgang dieser Nacht mehr werden als ein kurzer Ausrutscher.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026