Schwere Last
Bitcoin ist in der Nacht kurz unter 81'000 Dollar gerutscht und steht am Morgen wieder bei rund 83'600. Heute spricht Fed-Gouverneur Christopher Waller, morgen kommt die US-Inflation für September. Bis dahin lastet das teure Öl über Inflation und Zinsen auf dem Markt.
In 5 Minuten durch
Bitcoin fiel in der Nacht für rund drei Stunden unter 82'000 Dollar, das Tief lag gegen 2 Uhr bei rund 80'950. Am Morgen steht der Kurs bei rund 83'600, nur 0,6 Prozent unter dem Vortag. Der Druck kommt aus dem Makroumfeld: Brent kostet am Morgen rund 105 Dollar, die US-Inflation soll im September auf 3,6 bis 3,7 Prozent steigen, und die zehnjährige Rendite lag zuletzt bei 5,24 Prozent. Heute um 10:30 Uhr spricht Fed-Gouverneur Waller, ab 13 Uhr berichtet JPMorgan, morgen um 14:30 Uhr folgt die Inflationszahl.
Guten Morgen. Bitcoin hatte eine unruhige Nacht, steht am Morgen aber kaum tiefer als gestern um die gleiche Zeit. Heute zählt vor allem, was vor der Inflationszahl von morgen noch kommt.
Bitcoin über Nacht
Drei Stunden unter 82'000
Bitcoin ist in der Nacht auf Dienstag unter 82'000 Dollar gefallen. Nur rund drei Stunden lag der Kurs unter dieser Marke, zwischen etwa 1 und 4 Uhr Schweizer Zeit. Das Tief erreichte er zwischen 2 und 3 Uhr bei rund 80'950 Dollar.
Danach kam der Kurs zurück und stand gegen 8:40 Uhr bei rund 83'600 Dollar, gut 3 Prozent über dem Nachttief. Gegenüber gestern Morgen zur gleichen Zeit liegt Bitcoin damit nur 0,6 Prozent tiefer. Ein einzelner Auslöser für den Rutsch ist nicht erkennbar, der Druck dürfte eher aus dem Umfeld kommen.
Öl, Inflation, Zinsen
Die Kette hinter dem Druck
Die Kette beginnt beim Öl. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet am Terminmarkt am Dienstagmorgen rund 105 Dollar, etwas weniger als zum Handelsschluss am Montag. Öl bleibt wegen des Iran-Konflikts und der Störungen in der Strasse von Hormus teuer.
Über die Energiepreise landet das Öl direkt in der Inflation. Morgen um 14:30 Uhr Schweizer Zeit erscheint die US-Inflationszahl für September, erwartet wird ein Anstieg von 3,4 Prozent im August auf 3,6 bis 3,7 Prozent. Die Kerninflation, die Energie und Nahrungsmittel ausklammert, soll bei rund 2,4 Prozent bleiben. Der Schub kommt also fast vollständig aus der Energie.
Am Ende der Kette steht der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Freitag bei 5,24 Prozent, nahe dem höchsten Stand seit 2002. Am Montag blieb der US-Anleihemarkt wegen des Columbus Day geschlossen, neue Kurse gibt es also erst heute.
Für Bitcoin ist das eine schwere Last. Eine US-Staatsanleihe zahlt über 5 Prozent im Jahr, Bitcoin zahlt nichts. Je höher diese Rendite, desto teurer wird es, eine Anlage ohne laufenden Ertrag zu halten. Liegt die Inflation morgen über der Erwartung, sinkt die Chance auf Zinssenkungen, und die Renditen könnten weiter steigen.
Heute im Blick
Waller vor der Zahl
Um 10:30 Uhr Schweizer Zeit spricht Fed-Gouverneur Christopher Waller in Istanbul über den Konjunkturausblick. Waller sitzt im Führungsgremium der US-Notenbank und stimmt über die Leitzinsen mit ab. Seine Rede kommt einen Tag vor der Inflationszahl und gut zwei Wochen vor der nächsten Zinssitzung am 27. und 28. Oktober. Äussert er sich zu Inflation und Zinsen, kann das die Erwartungen am Anleihemarkt schon vor morgen verschieben.
Ab 13 Uhr legt JPMorgan die Zahlen für das dritte Quartal vor, im Lauf des Tages voraussichtlich auch Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo. Einen direkten Weg zu Bitcoin haben die Bankenzahlen nicht, für den Kurs zählen heute Waller und morgen die Inflation.
Was heute zählt
Über Nacht ist für Bitcoin weniger passiert, als die Marke von 82'000 vermuten lässt. Der Kurs fiel kurz auf rund 80'950 Dollar und steht am Morgen bei rund 83'600, kaum tiefer als gestern.
Schwerer wiegt die Kette aus teurem Öl, steigender Inflation und hohen Renditen. Heute gibt Waller einen ersten Hinweis, wie die Fed darauf blickt, morgen um 14:30 Uhr kommt die eigentliche Probe. Liegt die Inflation über der Erwartung, dürfte der Druck auf Zinsen und Bitcoin zunehmen. Kommt sie darunter, nimmt das etwas Last vom Markt.
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