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Ölschock in der Lieferkette

Die US-Erzeugerpreise sind im September um 1,3 Prozent gestiegen, so stark wie seit März 2022 nicht mehr. Gut die Hälfte davon ist Öl, der Rest fliesst über Fracht, Flugtickets und Händlermargen durch die Lieferkette. Die Märkte haben die Zahl bis zum Vormittag in New York fast ignoriert.

Ölschock in der Lieferkette

Am Donnerstag um 8:30 Uhr New Yorker Zeit hat das US-Arbeitsministerium die Erzeugerpreise für September veröffentlicht, und die Zahl fiel weit höher aus als erwartet. Die Frage ist, was hinter dem Sprung steckt: ein Ölschock, der wieder abklingen kann, oder ein Preisdruck, der in den nächsten Monaten beim Konsumenten und bei der Fed ankommt.

01
Die Zahl

Der grösste Sprung seit 2022

Der Erzeugerpreisindex, kurz PPI, misst, welche Preise amerikanische Unternehmen für ihre Waren und Dienstleistungen verlangen. Er schaut damit eine Stufe früher in die Kette als der Konsumentenpreisindex, der zeigt, was Haushalte an der Kasse bezahlen. Im September stieg der PPI um 1,3 Prozent gegenüber dem August. Erwartet hatten Ökonomen rund 0,5 Prozent.

Einen grösseren Monatssprung gab es seit Beginn der Reihe Ende 2009 nur einmal, im März 2022 mit 1,7 Prozent. Auf Jahressicht liegen die Erzeugerpreise jetzt 6,3 Prozent höher, nach 5,6 Prozent im August. Zum Vergleich: In den ruhigen Jahren 2015 bis 2019 stieg der Index im Schnitt um 1,3 Prozent pro Jahr.

Liniendiagramm der US-Erzeugerpreise für die Endnachfrage zum Vorjahr, Januar 2015 bis September 2026. Der Gesamtindex steigt bis März 2022 auf 11,7 Prozent, fällt 2023 fast auf null und klettert 2026 auf 6,3 Prozent im September. Die beiden Kernmasse liegen bei 5,0 Prozent. Eine gelbe Linie markiert den Schnitt der Jahre 2015 bis 2019 von 1,3 Prozent.
Quelle: BLS (WPUFD4, WPUFD49104, WPUFD49116); eigene Berechnung. Jahresraten nicht saisonbereinigt, September 2026 vorläufig.

Der Gesamtindex wird stark von schwankenden Preisen wie Energie und Lebensmitteln getrieben. Deshalb rechnet das Arbeitsministerium auch Kernmasse, bei denen diese Posten fehlen. Ohne Nahrung und Energie stiegen die Erzeugerpreise um 0,7 Prozent, mehr als doppelt so stark wie die erwarteten 0,3 Prozent. Das engste Kernmass klammert zusätzlich die sprunghaften Handelsmargen aus und stieg um 0,5 Prozent.

Beide Kernmasse liegen 5,0 Prozent über dem Vorjahr. In den Jahren 2015 bis 2019 lag der Kern im Schnitt bei 1,7 Prozent. Hinter dem Sprung im September stehen also Preise, die schon vorher deutlich schneller gestiegen sind als früher.

Dazu kommt, dass das Arbeitsministerium die Vormonate leicht nach oben angepasst hat, den August von 0,4 auf 0,5 Prozent und den Juli von 0,1 auf 0,2 Prozent. Rechnet man die letzten drei Monate auf ein Jahr hoch, ergibt das beim engsten Kern rund 5 Prozent. Im Kern hat der Druck über den Sommer also nicht nachgelassen, auch wenn der schwankende Ölpreis den Gesamtindex zwischendurch gedrückt hat.

Säulendiagramm der monatlichen Veränderung der US-Erzeugerpreise von Oktober 2024 bis September 2026. Die gelbe Säule für September 2026 erreicht 1,3 Prozent und überragt alle anderen, auch April 2026 mit 1,1 Prozent. Eine Linie zeigt den Kern ohne Nahrung, Energie und Handel, im September bei 0,5 Prozent. Kurze Striche markieren die vor der Revision gemeldeten Werte für Juli (0,1) und August (0,4).
Quelle: BLS; Vorversion FRED (PPIFIS) vor dem 15.10.2026. Monatsraten saisonbereinigt; Juli und August nach der Revision 0,2 und 0,5 Prozent.
02
Die Treiber

Gut die Hälfte ist Öl

Die Güterpreise stiegen im September um 2,6 Prozent, so stark wie noch nie seit Beginn der Reihe. Mehr als 80 Prozent davon gehen auf die Energie zurück, die sich innerhalb eines Monats um 10,8 Prozent verteuerte. Benzin und Diesel kosteten ab Werk rund ein Fünftel mehr als im August.

Dahinter steht der Ölpreis. Ein Fass der US-Sorte WTI kostete im September im Schnitt 97 Dollar, nach 84 Dollar im August und 60 Dollar im Januar. Der Krieg der USA und Israels mit dem Iran seit Ende Februar und die Störungen in der Strasse von Hormus haben den Preis in mehreren Schüben nach oben getrieben. Die Energiepreise ab Werk liegen inzwischen gut ein Drittel über dem Vorjahr.

Zwei Diagramme übereinander, Januar 2025 bis September 2026. Oben der Ölpreis WTI im Monatsmittel, von rund 60 Dollar Anfang 2026 auf über 100 Dollar im Frühling und 97 Dollar im September. Unten die Monatsveränderung der Erzeugerpreise für Energie und der Margen der Tankstellen. Im September steigt Energie um 10,8 Prozent (gelb), die Tankstellenmargen fallen um 25 Prozent (schwarz).
Quelle: BLS (WPSFD412, WPS58F), EIA via FRED (DCOILWTICO). Monatsraten saisonbereinigt.

Zerlegt man den Anstieg von 1,3 Prozent nach Bereichen, trägt die Energie allein rund 0,7 Prozentpunkte bei. Die Handelsmargen bringen 0,3 Punkte, Transport und Lagerung 0,2 Punkte. Diese drei Posten erklären zusammen gut 80 Prozent des Anstiegs im September. Die Kerngüter, also Industriewaren ohne Nahrung und Energie, stiegen nur um 0,3 Prozent und damit sogar etwas langsamer als im August.

Liegende Balken der Beiträge zum Anstieg der US-Erzeugerpreise um 1,3 Prozent im September 2026, in Prozentpunkten. Energie trägt gelb 0,69 bei, Handelsmargen 0,27, Transport und Lager 0,18, übrige Dienste 0,11, Nahrung 0,06, Kerngüter 0,05 und Bau 0,00.
Quelle: BLS (Indizes, Gewichte Dezember 2025); eigene Berechnung. Summe der Beiträge 1,36 gegen gemeldete 1,34 Prozent.

Der Transport hängt direkt am Treibstoff. Lkw-Frachten verteuerten sich um 3,8 Prozent, Flugtarife um 5,0 Prozent. Bei solchen Leistungen landet ein Ölschock schnell in den Preisen, weil der Treibstoff einen grossen Teil der Kosten ausmacht.

Die Handelsmargen funktionieren anders als die übrigen Posten. Gemessen wird die Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis eines Händlers, nicht der Preis im Laden. Springt der Grosshandelspreis für Benzin, ziehen die Tankstellen ihre Preise nur verzögert nach, und ihre Marge schrumpft. Genau das geschah im September: Die Margen im Kraftstoffhandel brachen um ein Viertel ein.

Trotzdem stiegen die Handelsmargen insgesamt um 1,4 Prozent. Ausserhalb der Tankstellen haben Händler ihre Spannen also ausgeweitet, im Handel mit Maschinen und Fahrzeugen etwa um 3,9 Prozent. Das passt zu einer robusten Nachfrage: Die Einzelhandelsumsätze stiegen im September um 0,8 Prozent. Allerdings schwanken die Margen von Monat zu Monat stark, eine einzelne Zahl trägt hier wenig.

03
Die Vorstufen

Druck in der Lieferkette, aber kaum von Zöllen

Der PPI misst nicht nur Preise für die Endnachfrage. Er verfolgt auch Vorprodukte über vier Produktionsstufen, von Rohstoffen und Grundmaterialien ganz vorne bis zu Teilen, die kurz vor dem fertigen Produkt stehen. Auf den ersten beiden Stufen liegen die Preise rund 14 Prozent über dem Vorjahr, mehr als doppelt so viel wie bei der Endnachfrage. Im März lagen die Jahresraten aller vier Stufen noch zwischen 3 und 7 Prozent.

Ein so grosser Abstand zwischen Vorstufen und Endnachfrage kam zuletzt 2021 und 2022 vor. Der grösste Teil davon ist Energie. Verarbeitete Vorprodukte ohne Nahrung und Energie stiegen im September nur um 0,5 Prozent, und über die letzten drei Monate hochgerechnet sind es nur 1,4 Prozent pro Jahr. Was in den nächsten Monaten weitergereicht wird, dürfte deshalb vor allem bei Leistungen ankommen, die viel Treibstoff brauchen.

Liniendiagramm der Erzeugerpreise auf vier Vorstufen und für die Endnachfrage zum Vorjahr, 2019 bis September 2026. 2021 und 2022 liegen die Vorstufen weit über der Endnachfrage. 2026 steigen die Stufen 1 und 2, gelb hervorgehoben, auf 13,5 und 13,9 Prozent, die Endnachfrage auf 6,3 Prozent. Stufe 3 liegt bei 7,8 Prozent, Stufe 4 (gestrichelt) bei 7,9 Prozent.
Quelle: BLS (WPUID51 bis WPUID54, WPUFD4). Stufe 1 liegt am nächsten am Rohstoff, Stufe 4 am nächsten am fertigen Produkt.

Bleibt die Frage nach den Zöllen. Kerngüter ab Werk sind 5,1 Prozent teurer als vor einem Jahr, und auch die Importpreise ohne Brennstoffe lagen im August 5,5 Prozent über dem Vorjahr. Während der Zollrunde 2018 und 2019 sah das anders aus: Damals stiegen die Kerngüter um höchstens 2,6 Prozent, und die Importpreise fielen. Das spricht dafür, dass ausländische Lieferanten oder der starke Dollar einen Teil der Zollkosten auffingen.

Liniendiagramm von 2017 bis September 2026 für Erzeugerpreise der Kerngüter, Handelsmargen und Importpreise ohne Brennstoffe, jeweils zum Vorjahr. In der grau hinterlegten Zollrunde 2018/19 steigen die Kerngüter um höchstens 2,6 Prozent und die Importpreise fallen unter null. Im gelb hinterlegten Jahr 2026 liegen alle drei um 5 Prozent: Kerngüter 5,1, Importpreise im August 5,5, Margen 4,7 Prozent.
Quelle: BLS (WPUFD413, WPUFD423, EIUIREXFUELS). Importpreise bis August 2026, einzelne Monate fehlen wegen des Shutdowns.

Dass heute beides gleichzeitig steigt, deutet auf einen breiteren Kostendruck. Laut dem jüngsten Sitzungsprotokoll führen die Ökonomen der Fed die höhere Teuerung vor allem auf drei Dinge zurück: frühere Zollerhöhungen, Energie und Vorleistungen sowie teurere Technikgüter im Zuge des KI-Ausbaus. Mehrere Mitglieder sahen den Zolleffekt bei den Gütern bereits abklingen.

Die Zolleinnahmen stützen diese Lesart. Brutto lagen sie im August bei gut 23 Milliarden Dollar, knapp 30 Prozent unter dem Hoch von 33 Milliarden im Oktober 2025. Seit der Supreme Court im Februar die auf Notstandsrecht gestützten Zölle gekippt hat, zahlt das Finanzministerium zudem Milliarden zurück. Im Mai, Juni und Juli waren die Zolleinnahmen netto sogar negativ. Eine neue Zollwelle steckt nicht in diesen Erzeugerpreisen.

Säulendiagramm der monatlichen US-Zolleinnahmen von Januar 2024 bis August 2026 in Milliarden Dollar. Die Bruttoeinnahmen steigen von rund 7 auf 33 Milliarden im Oktober 2025 und sinken auf 23 Milliarden im August 2026. Ab Mai 2026 kommen gelb die Rückerstattungen hinzu, mit 49 Milliarden im Juni. Die Linie der Nettoeinnahmen fällt im Juni auf minus 26 Milliarden und liegt im August bei 13 Milliarden.
Quelle: U.S. Treasury, Monthly Treasury Statement, Tabelle 4 (Customs Duties). Netto gleich brutto minus Rückerstattungen.
04
Konsument, Fed und Märkte

Ein schwacher Vorbote und ein Markt, der kaum zuckt

Am Tag vor dem PPI kamen die Konsumentenpreise. Sie stiegen im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr, der Kern ohne Energie und Nahrung um 2,6 Prozent. Der Kern der Erzeugerpreise liegt damit 2,4 Prozentpunkte über dem Kern der Konsumentenpreise. Einen grösseren Abstand gab es seit 2015 nur im März 2022, und vor 2020 lag der PPI-Kern im Schnitt sogar leicht darunter.

Das erinnert an 2021 und 2022. Damals erreichten die Erzeugerpreise ihr Hoch im März 2022, der Kern der Konsumentenpreise folgte erst im September. Ein Teil der heutigen Lücke ist allerdings strukturell, weil der PPI Handelsmargen und Dienstleistungen für Unternehmen enthält, die im Warenkorb der Haushalte fehlen.

Liniendiagramm der Kernraten zum Vorjahr von 2015 bis September 2026: Erzeugerpreise, Konsumentenpreise und PCE-Preisindex. 2021 und 2022 steigt der PPI-Kern bis 9,7 Prozent und liegt weit über den beiden anderen. 2026 öffnet sich die Schere erneut: PPI-Kern 5,0 Prozent, PCE-Kern im August 3,0 Prozent, CPI-Kern 2,6 Prozent. Ein gelber Balken markiert den Abstand von 2,4 Prozentpunkten zwischen PPI- und CPI-Kern.
Quelle: BLS (WPUFD49104, CUUR0000SA0L1E), BEA (PCEPILFE via FRED). Jahresraten nicht saisonbereinigt; CPI Oktober 2025 fehlt wegen des Shutdowns, PCE bis August 2026.

Wie gut sagt der PPI die Konsumteuerung tatsächlich voraus? Seit 2011 bewegen sich die Jahresraten eng zusammen, der beste Gleichlauf ergibt sich mit drei bis fünf Monaten Vorlauf. Der Gewinn gegenüber gar keinem Vorlauf ist aber klein. Als Richtungssignal traf ein steigender PPI-Kern die Richtung des Konsumentenpreis-Kerns in den folgenden drei Monaten nur in 54 Prozent der Fälle, kaum besser als ein Münzwurf.

Liniendiagramm der Korrelation zwischen der Jahresrate des PPI-Kerns und der späteren Jahresrate von CPI- und PCE-Kern, nach 0 bis 12 Monaten Vorlauf. Ohne Vorlauf liegt sie bei 0,82 und 0,87. Am höchsten ist sie gelb markiert bei 5 Monaten mit 0,88 für den CPI-Kern und bei 3 Monaten mit 0,90 für den PCE-Kern. Bei längerem Vorlauf fällt sie auf unter 0,7.
Quelle: BLS, BEA via FRED; eigene Berechnung. Monatsdaten November 2011 bis September 2026.

Für die Fed zählt ohnehin ein anderes Mass, der PCE-Preisindex. Er erfasst alle Konsumausgaben, auch solche, die Versicherungen oder der Staat bezahlen, und für Arztbesuche, Spitäler und Flüge übernimmt er direkt Reihen aus dem PPI. Im September liefen die Gesundheitspreise ruhig, die Flugtarife stiegen dagegen um 5,0 Prozent. Die Gebühren der Vermögensverwalter, früher ein wichtiger Kanal vom PPI ins PCE, rechnet das Statistikamt seit Ende September anders und nicht mehr direkt über den PPI.

Liegende Balken der Veränderung im September 2026 für Erzeugerpreise, die direkt in den PCE-Preisindex eingehen. Flugtarife steigen gelb um 5,0 Prozent, Pflegeheime um 0,5, Spital stationär um 0,3, Arztleistungen um 0,1, Spital ambulant um 0,0; Pflege zu Hause fällt um 0,6 Prozent. Striche zeigen den Schnitt der zwölf Monate davor, bei Flugtarifen rund 1 Prozent.
Quelle: BLS (WPS3022, WPS511101, WPS511104, WPS512101, WPS511103, WPS512102); eigene Berechnung. Monatsraten saisonbereinigt.

Zusammen deutet das auf einen PCE-Kern von etwa 0,3 Prozent im September und rund 3,1 Prozent zum Vorjahr, nach 3,0 Prozent im August. Das ist etwas heisser als der Sommer, aber kein neuer Schub. Die offizielle Zahl kommt erst am 29. Oktober, einen Tag nach der nächsten Fed-Sitzung.

Die Fed hat den Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, die erste Erhöhung nach drei Senkungen im Herbst 2025. Laut Protokoll hielten die meisten Mitglieder eine weitere Erhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich angemessen. Viele von ihnen sorgen sich, dass aus Kostensteigerungen in einzelnen Branchen umso eher breitere Preissteigerungen werden, je länger die Energiepreise hoch bleiben. Bei Transport und Vorleistungen zeigt der PPI genau solche Kostensteigerungen. Dass sie auf die übrigen Preise übergreifen, ist noch nicht zu sehen: Die übrigen Dienstleistungen und die Kerngüter stiegen je nur um 0,3 Prozent.

Entsprechend ruhig blieb der Markt. Nach den Konsumentenpreisen am Mittwoch stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen innerhalb von 15 Minuten um rund 12 Basispunkte, also 0,12 Prozentpunkte, und Bitcoin fiel um 1,2 Prozent. Nach dem PPI stiegen die Renditen nur in den ersten Minuten kurz an, nach einer Viertelstunde lag die zehnjährige Rendite rund 2 Basispunkte tiefer. Der Benzinschock war seit dem Vortag bekannt. Zeitgleich mit dem PPI kamen zudem die Einzelhandelsumsätze, und die Reaktion auf beide Zahlen lässt sich nicht trennen.

Zwei Liniendiagramme der Minuten von 8:20 bis 9:30 Uhr New Yorker Zeit. Links die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen: am CPI-Tag, dem 14. Oktober, grau, steigt sie nach 8:30 Uhr um rund 12 Basispunkte; am PPI-Tag, dem 15. Oktober, gelb, liegt sie nach 15 Minuten rund 2 Basispunkte tiefer. Rechts Bitcoin: am CPI-Tag minus 1,2 Prozent nach 15 Minuten, am PPI-Tag minus 0,2 Prozent nach 15 Minuten und minus 1,1 Prozent um 9:30 Uhr.
Quelle: Cboe ^TNX via Yahoo (bis 10 Minuten verzögert), Coinbase BTC-USD; eigene Berechnung. Veränderung gegenüber 8:29 Uhr; am 15. Oktober kamen zeitgleich die Einzelhandelsumsätze.

Aus den Fed-Funds-Futures, Terminkontrakten auf den Leitzins, lässt sich ablesen, womit der Markt rechnet. Nach der September-Sitzung lag die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung schon im Oktober zeitweise bei 70 Prozent, Anfang Oktober unter 20 Prozent. Nach den Konsumentenpreisen stieg sie auf rund ein Drittel, am Donnerstag gegen 10 Uhr New Yorker Zeit lag sie wieder bei rund einem Viertel. Bis Jahresende bleibt etwas mehr als ein Zinsschritt eingepreist.

Liniendiagramm der aus Fed-Funds-Futures abgeleiteten Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am 28. Oktober, vom 16. September bis 15. Oktober 2026. Nach der Erhöhung am 16. September liegt sie bei 50 Prozent und steigt zeitweise auf 70 Prozent, fällt Anfang Oktober unter 20 Prozent, springt nach dem CPI auf 34 Prozent und liegt nach dem PPI bei 24 Prozent, gelb markiert.
Quelle: CBOT 30-Day Fed Funds Futures via Yahoo, FRED (DFF); eigene Berechnung. Basis effektiver Leitzins 3,88 Prozent; 15. Oktober Stand gegen 10:10 Uhr New York, kein Tagesschluss.

Bitcoin stand am Donnerstagvormittag bei gut 80'000 Dollar, rund 35 Prozent unter dem Hoch vom Oktober 2025 und knapp 40 Prozent über dem Tief von Ende Juni. Seit diesem Tief ist er gestiegen, obwohl der Realzins, also die Rendite zehnjähriger Anleihen nach Abzug der erwarteten Inflation, von 2,2 auf 2,9 Prozent kletterte. Die einfache Regel, dass höhere Realzinsen Bitcoin drücken, hat in diesen Monaten nicht gegolten. In der Viertelstunde nach dem PPI gab Bitcoin 0,2 Prozent nach. Bis 9:30 Uhr wuchs das Minus auf gut 1 Prozent. Der Kurs war aber schon in der Nacht gefallen und rutschte danach ohne erkennbaren Sprung weiter ab. Ein eigener Effekt des PPI ist darin nicht zu erkennen.

Zwei Liniendiagramme übereinander, Januar 2025 bis 14. Oktober 2026. Oben Bitcoin: Hoch am 6. Oktober 2025 bei 124'824 Dollar, Tief am 30. Juni 2026 bei 58'525 Dollar, danach Anstieg auf 81'499 Dollar. Unten der zehnjährige Realzins: am 30. Juni 2,2 Prozent, danach Anstieg auf 2,9 Prozent. Der Zeitraum seit dem 30. Juni ist gelb hinterlegt.
Quelle: Coin Metrics (BTC PriceUSD), FRED (DFII10). Tageswerte; Realzins nur an US-Handelstagen.
Fazit

Ein Ölschock mit hohem Sockel

Der September-PPI zeigt vor allem einen Energieschock, der sich über Fracht, Flugtickets und Händlermargen durch die Lieferkette frisst. Einen breiten neuen Preisschub bei den Kerngütern zeigt er nicht, und eine neue Zollwelle steckt auch nicht darin. Harmlos ist das Bild trotzdem nicht, denn der Kern liegt seit Monaten bei rund 5 Prozent und damit weit über dem Niveau vor 2020.

Für die Konsumteuerung taugt der PPI nur als grober Wegweiser. Er deutet auf einen etwas heisseren PCE-Kern von rund 3,1 Prozent, gibt der Fed aber keinen neuen Grund für eine Erhöhung schon im Oktober. Ob aus dem Schock in den Erzeugerpreisen eine breitere Teuerung wird, entscheidet sich vor allem am Ölpreis. Die nächsten Erzeugerpreise kommen am 13. November.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Zwei Felder, mehr nicht. Der Name ist freiwillig.

Angekommen. Danke dir.

Deine Zeilen liegen in meinem Postfach. Wenn du eine Antwort erwartest, schreib mir zusätzlich über die Support-Seite, hier gibt es kein Feld dafür.

Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026