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Stiller Sonntag

Bitcoin hat eine ruhige Wochenendnacht hinter sich und steht bei rund 81'600 Dollar. Keine der Nachrichten des Morgens hat den Kurs bewegt.

Stiller Sonntag

Guten Morgen. Bitcoin steht am Sonntagmorgen fast genau dort, wo er am Samstagabend stand. Die Themen der Nacht betreffen eher die Struktur des Marktes als den Kurs.

01
Bitcoin

Eine kurze Delle vor Mitternacht

Bitcoin stand am Samstagabend bei rund 81'400 Dollar und am Sonntagmorgen bei rund 81'580 Dollar, gut 0,2 Prozent höher. Die Nacht verlief ruhig, mit einer Ausnahme: In der Stunde ab 23 Uhr fiel der Kurs kurz bis 80'655 Dollar. Bis in die frühen Morgenstunden hatte er den Rückgang wieder aufgeholt.

Liniendiagramm des Bitcoin-Kurses je Stunde vom 17. Oktober 21 Uhr bis 18. Oktober 9 Uhr (Zürich) mit grauem Band zwischen Stundenhoch und -tief. Der Kurs pendelt um 81'500 Dollar, fällt in der Stunde ab 23 Uhr kurz bis auf ein Tief von 80'655 Dollar (violett markiert), erholt sich bis 5 Uhr auf gut 81'800 Dollar und steht um 9 Uhr bei 81'583 Dollar.
Quelle: Kraken, BTC/USD Stundenkerzen, 17.10.2026 21 Uhr bis 18.10.2026 9 Uhr (Zürich).

Viel Gewicht hatten diese Ausschläge nicht. Aktien- und Devisenmärkte sind am Wochenende geschlossen, und an der Börse Kraken wechselten zwischen 21 und 5 Uhr nur rund 264 Bitcoin den Besitzer. In so dünnem Handel bewegen schon kleine Aufträge den Kurs.

Auch am Terminmarkt blieb es ruhig. Der Bestand offener Bitcoin-Futures auf Binance stieg über Nacht nur um rund 0,3 Prozent. Die Funding Rate, also die Gebühr, die Käufer und Verkäufer unbefristeter Futures einander zahlen, lag mit 0,01 Prozent pro acht Stunden beim neutralen Standardwert. Hebel baut also niemand in grossem Stil auf, und Anzeichen von Stress gibt es keine.

02
Frankreich

Eine Steuer auf den Tausch in Stablecoins

Die französische Nationalversammlung hat am Freitag einen Änderungsantrag zum Haushalt 2027 angenommen, der den Tausch von Kryptowährungen in Stablecoins besteuern soll. Stablecoins sind Token, die an den Dollar oder den Euro gebunden sind. Bisher ist ein solcher Tausch in Frankreich steuerfrei, die Steuer fällt erst beim Wechsel in Euro an. Neu wären ab dem 1. Januar 2027 schon beim Tausch 31,4 Prozent auf den Gewinn fällig.

Damit zahlt ein Anleger Steuern, ohne einen einzigen Euro erhalten zu haben. Wer Bitcoin im Wert von 10'000 Euro mit 4'000 Euro Gewinn in Stablecoins tauscht, schuldet rund 1'256 Euro. Der Tausch von Bitcoin in andere Kryptowährungen bliebe dagegen steuerfrei.

Beschlossen ist damit noch nichts. Der Antrag kam mit 38 zu 37 Stimmen bei 25 Enthaltungen durch, im Saal sassen nur 100 der 577 Abgeordneten. Es ist eine erste Lesung, danach ist der Senat an der Reihe, und die Regierung lehnt die Massnahme ab.

Für Bitcoin geht es dabei vor allem um das Verhalten der Anleger. Wer Bitcoin hält und nicht tauscht, zahlt weiterhin nichts. Die Stablecoins verlieren aber ihre Rolle als steuerfreier Parkplatz für Gewinne innerhalb des Kryptomarkts. Französische Anleger dürften Gewinne deshalb seltener mitnehmen, und ein Teil des Handels könnte zu Anbietern im Ausland abwandern. Zusätzliche Nachfrage nach Bitcoin entsteht daraus nicht.

03
Stablecoins

Sieben Cent von jedem Dollar

Circle, der Herausgeber des Stablecoins USDC, hat offengelegt, wohin sein Umsatz fliesst. Von jedem Umsatzdollar im ersten Halbjahr 2026 gingen rund 59 Cent an Vertriebspartner wie Börsen, Wallets und Banken sowie an Transaktionskosten. Rund 34 Cent kosteten Lizenzen, Compliance und der eigene Betrieb. Als Gewinn blieben rund 7 Cent.

Balkendiagramm: Von einem Dollar Umsatz gingen bei Circle im ersten Halbjahr 2026 59 Cent an Vertriebspartner und Transaktionskosten, 34 Cent an Betrieb, Lizenzen, Liquidität, Compliance und Produkte; 7 Cent blieben als Nettogewinn (violett).
Quelle: Circle, Blog vom 16.10.2026.

Der Umsatz stammt fast vollständig aus den Zinsen auf die Reserven hinter USDC, und um diese Zinsen geht der Streit. Open USD, ein Stablecoin-Netzwerk mit Unterstützung von Coinbase, Stripe und BlackRock, reicht die Zinserträge nach Abzug einer Gebühr an die Teilnehmer weiter und ist inzwischen live. Heikel ist das für Circle, weil Coinbase zugleich der grösste Partner für USDC ist.

Für Bitcoin zählt der Streit, weil Stablecoins die wichtigste Dollar-Liquidität im Kryptohandel sind. Der Wettbewerb ändert zunächst nur, wer an den Reserven verdient, und nicht die Menge der Stablecoin-Dollars im Markt. Mehrere konkurrierende Dollar-Token könnten die Liquidität auf den Handelsplätzen allerdings stärker verteilen. Eine Wirkung auf Bitcoin ist bisher nicht zu erkennen.

04
Tokenisierung

Ein wichtiger Trend, noch sehr klein

Goldman-Sachs-Chef David Solomon hat die Tokenisierung in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Dienstag einen wichtigen Trend genannt. Dabei werden Wertpapiere wie Anleihen oder Fondsanteile als digitale Token auf einer Blockchain ausgegeben. Goldman hat nach seinen Worten bereits Anleihen, mehrere Geldmarktfonds und für einzelne Kunden Immobilien tokenisiert. Zugleich sagte er, dieses Geschäft sei derzeit noch sehr klein.

Solomon erwartet langfristig tiefere Kosten und eine bessere Liquidität. Bitcoin erwähnte er nicht, der Bezug ist deshalb indirekt: Grossbanken sammeln Erfahrung mit digitalen Vermögenswerten, und das senkt mit der Zeit die Hürden für institutionelles Geld im Kryptomarkt.

05
Zinsen

Die Bank of England denkt an eine Erhöhung

In Grossbritannien steigt die Inflation wieder. Sie lag im August bei 3,1 Prozent, vor allem wegen Energie und Treibstoff. Das Ziel der Bank of England liegt bei 2 Prozent, der Leitzins steht seit Jahresbeginn bei 3,75 Prozent. Im September stimmten bereits drei der neun Mitglieder des Zinsausschusses für eine Erhöhung.

Goldman Sachs rechnet nun für den 5. November mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte, die Citigroup mit zwei Schritten bis Februar. Beide hatten für dieses Jahr zuvor keine Änderung erwartet.

Eine britische Zinserhöhung allein bewegt Bitcoin kaum, denn das Pfund spielt für die Liquidität im Kryptomarkt nur eine Nebenrolle. Wichtiger ist das Muster: Mehrere grosse Notenbanken denken wegen der hohen Inflation wieder über höhere Zinsen nach statt über Senkungen. Höhere Zinsen machen die Finanzierung von gehebelten und riskanten Anlagen teurer, und dazu gehört auch Bitcoin.

06
Devisen

Der Won so stark wie seit zwei Jahren nicht

Der südkoreanische Won ist gegenüber dem Dollar so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Am Freitag fiel der Dollar in Seoul auf 1'331,4 Won, den tiefsten Stand seit Anfang Oktober 2024. Seit dem Juni hat der Won gegenüber dem Dollar rund 17 Prozent zugelegt.

Liniendiagramm des Dollarkurses in Won, Tagesschluss vom 16. September bis 16. Oktober 2026. Nach einem Hoch von 1'385 Won am 21. September fällt der Kurs in Stufen und schliesst am 16. Oktober bei 1'341 Won (violett markiert).
Quelle: Yahoo Finance (KRW=X), Tagesschluss.

Der Anstoss kam vor allem aus den USA. Nach Äusserungen von Fed-Chef Kevin Warsh gab der Dollar breit nach. Gleichzeitig kauften ausländische Anleger wieder koreanische Aktien, und die Chiphersteller verkaufen laufend Dollar aus ihren Exporten.

Für Bitcoin zählt hier eher der Dollar als der Won. Ein starker Won senkt den Bitcoin-Preis in Won bei gleichem Dollarpreis und nimmt koreanischen Anlegern den Anreiz, sich mit Krypto gegen die eigene Währung abzusichern. Ein schwächerer Dollar lockert dagegen die weltweiten Finanzierungsbedingungen etwas, und das dürfte Bitcoin eher entlasten.

Fazit

Heute im Blick

Heute stehen keine Termine an, die für Bitcoin zählen, und ausser Bitcoin handelt kein grosser Markt. Am Montagmorgen öffnet Seoul, und der Won zeigt dann, ob der Dollar weiter nachgibt.

Am Dienstag stimmt die Nationalversammlung über den Einnahmenteil des französischen Haushalts ab, in dem die Stablecoin-Steuer steckt. Am Mittwoch folgt die britische Inflationszahl für September. Sie könnte beim Zinsentscheid der Bank of England am 5. November den Ausschlag geben.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026