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Ruhe vor Warsh

Bitcoin hat die Nacht fast unverändert bei rund 82'000 Dollar verbracht. Die Bitcoin-ETFs waren am Donnerstag ausgeglichen, der Dollar gab nach, und die Stimmung ist zurück im Bereich Gier. Heute spricht Fed-Chef Kevin Warsh.

Ruhe vor Warsh

Guten Morgen. Bitcoin hat die Nacht in einer engen Spanne von gut einem Prozent verbracht und steht am Morgen bei rund 82'000 Dollar, fast genau dort, wo er am Vorabend stand. Ein kurzer Rutsch nach fünf Uhr auf 81'577 Dollar war nach einer Stunde wieder aufgeholt, und am Terminmarkt ist keine Seite überhitzt.

01
ETF-Flüsse

Ein ausgeglichener Donnerstag

Kerzendiagramm von Bitcoin in US-Dollar, je Stunde von 21 Uhr am 15. Oktober bis 8 Uhr am 16. Oktober 2026, Zürcher Zeit. Der Kurs bewegt sich zwischen einem Hoch von 82'503 und einem Tief von 81'577 Dollar kurz nach 5 Uhr. Die letzte, noch laufende Kerze ist violett und steht bei 82'010 Dollar.
Quelle: Kraken (XBT/USD), Stundenkerzen, Zeiten Europe/Zurich. Die Kerze ab 8 Uhr läuft noch.

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs, also börsengehandelte Fonds, die echte Bitcoin halten, haben am Donnerstag netto 5,1 Millionen Dollar eingenommen. Das ist praktisch ein ausgeglichener Tag. Der IBIT von BlackRock zog 16,8 Millionen Dollar an, zwei kleinere Fonds verloren zusammen 11,7 Millionen, alle anderen blieben ohne Bewegung.

Für Bitcoin wirken diese Flüsse direkt. Ziehen Anleger Geld ab, verkaufen die Fondsanbieter Bitcoin oder kaufen weniger nach. Kommt Geld herein, kaufen sie am Markt. Am Donnerstag hat dieser Kanal den Kurs also weder gestützt noch belastet.

Nach einigen grossen Abflusstagen in diesem Monat kam von dieser Seite am Donnerstag also kein neuer Druck.

02
Fed

Hammack bleibt hart

Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, bleibt bei ihrer Linie: Die US-Notenbank soll die Zinsen weiter anheben. Ihr Wort hat Gewicht, weil Cleveland in diesem Jahr im Offenmarktausschuss mitstimmt, dem Gremium, das den Leitzins festlegt. Schon im Juli stimmte sie gegen den Zinsentscheid, weil sie eine Erhöhung wollte.

Ihre Begründung hat sie am Montag in einer Rede in Cleveland ausgeführt. Die Inflation, gemessen am Preisindex der privaten Konsumausgaben, lag im August bei 3,4 Prozent, ein Jahr zuvor waren es 2,7 Prozent. Druck kommt laut Hammack von der Energie, von den Zöllen und vom Ausbau der künstlichen Intelligenz, der Chips, Elektronik und Fachkräfte auf dem Bau knapp macht. Sie bevorzugt häufige kleine Zinsschritte statt langen Abwartens.

Für Bitcoin läuft der Weg über die Zinsen. Eine straffere Fed hält die Renditen hoch, die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte am Mittwoch 5,19 Prozent. Damit werden sichere Anlagen attraktiver, Kredit wird teurer, und für riskante Anlagen bleibt weniger Geld übrig. Hammack ist allerdings nur eine von zwölf Stimmen im Ausschuss.

03
Stimmung

Zurück in der Gier

Der Crypto Fear and Greed Index steht heute bei 63 Punkten und damit im Bereich Gier, gestern waren es 53 Punkte. Der Index fasst Schwankungen, Kursdynamik, Handelsvolumen, soziale Medien, den Marktanteil von Bitcoin und Google-Suchen zu einem Wert zwischen 0 und 100 zusammen. Er misst also die Stimmung und nicht das Geld, das tatsächlich fliesst.

Zehn Punkte an einem Tag wirken wie ein Stimmungsumschwung. Tatsächlich kehrt der Index auf das Niveau der Vorwoche zurück: In den zehn Tagen davor lag er jeden Tag zwischen 57 und 71, die 53 von gestern war ein einzelner Ausreisser. Der Wert wird einmal täglich um zwei Uhr Zürcher Zeit gesetzt und spiegelt den Vortag. Die 53 folgte auf das Minus von 1,8 Prozent am Mittwoch, die 63 auf das Plus von 0,7 Prozent am Donnerstag.

Liniendiagramm des Crypto Fear and Greed Index vom 7. bis 16. Oktober 2026, Skala 0 bis 100. Der Index liegt zwischen 57 und 71, fällt am 15. Oktober auf 53 (neutral) und steigt am 16. Oktober auf 63 (Gier). Die beiden letzten Punkte sind violett hervorgehoben.
Quelle: alternative.me, Tageswerte UTC.

Für heute sagt der Index deshalb wenig. Er zeichnet nach, was der Kurs gestern getan hat, und reagiert schon auf kleine Bewegungen stark.

04
Jahresbilanz

Die USA holen Bitcoin herein

Die USA haben in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 erstmals seit 2022 mehr Bitcoin aus dem Ausland erhalten, als sie dorthin abgegeben haben. Das zeigt der am Mittwoch veröffentlichte Länderbericht des Analysehauses Chainalysis, der alle grenzüberschreitenden Bitcoin-Flüsse zählt. Es ist eine Jahresbilanz und keine Bewegung der letzten Tage.

Aufschlussreich ist, wer die Bitcoin bewegt. Überweisungen unter 10'000 Dollar flossen in jeder Periode netto aus den USA ab. Bei den grossen Transfers kehrte sich das Bild um: Allein jene über 10 Millionen Dollar brachten netto 53'200 Bitcoin ins Land. Kleinanleger schicken Bitcoin also hinaus, Institutionen holen sie herein.

Das passt zu den Spot-ETFs. Seit ihrem Start im Januar 2024 ist der Anteil der USA an der weltweiten Bitcoin-Aktivität in jeder Periode gestiegen, und über das Jahr zeigt die Richtung trotz der Abflüsse im Oktober klar in die USA. Ein Teil der grossen Zuflüsse könnte allerdings aus Umbuchungen zwischen Verwahrern und Börsen stammen, etwa für die ETF-Verwahrung in den USA, und wäre dann keine neue Nachfrage.

05
Dollar

Der Dollar gibt etwas nach

Der Dollar-Index, der den Dollar gegen einen Korb wichtiger Währungen misst, fiel am Donnerstag um 0,54 Prozent auf 102,00 Punkte. Es war sein grösster Tagesverlust seit dem 3. September. Bloomberg bringt die Schwäche mit Sorgen um KI-Werte in Verbindung, gleichzeitig fielen die Tech-Aktien, und Anleger suchten Schutz in US-Staatsanleihen.

Im Verhältnis zum Anstieg davor ist der Rückgang klein. Mitte September stand der Index noch bei rund 99,5 Punkten, am Montag erreichte er mit 102,58 sein Hoch dieser Phase. Heute früh notiert er bei 101,94 und damit weiter nahe an diesem Hoch.

Ein schwächerer Dollar lockert die Finanzierung ausserhalb der USA und geht oft mit mehr Risikobereitschaft einher. Bitcoin stieg am Donnerstag um 0,7 Prozent, also in dieselbe Richtung, aber verhalten. Weil Anleger am selben Tag Tech-Aktien verkauften und Sicherheit suchten, taugt der Tag nur bedingt als Zeichen für neuen Risikoappetit.

Fazit

Heute zählt Warsh

Über Nacht hat sich für Bitcoin wenig verändert. Die ETFs haben am Donnerstag nicht belastet, der Dollar gibt etwas nach, und die Stimmung liegt wieder auf dem Niveau der Vorwoche. Die grösste Last bleibt die Zinsseite, mit hohen Renditen und einer Fed, in der Stimmen wie Hammack weitere Erhöhungen fordern.

Heute sprechen Fed-Chef Kevin Warsh und Andrew Bailey, der Gouverneur der Bank of England. Für Bitcoin ist vor allem wichtig, ob Warsh die harte Linie von Hammack teilt und weitere Zinsschritte andeutet.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Angekommen. Danke dir.

Deine Zeilen liegen in meinem Postfach. Wenn du eine Antwort erwartest, schreib mir zusätzlich über die Support-Seite, hier gibt es kein Feld dafür.

Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026