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Die Hack-Nacht

Binance verliert nach eigener Schätzung rund 6,3 Milliarden Dollar an einen Angreifer. Es ist der grösste Krypto-Hack der Geschichte. Die Börse stoppt die Auszahlungen, Bitcoin fällt bis auf 76'330 Dollar.

Die Hack-Nacht

Guten Morgen. Die grösste Kryptobörse hat in der Nacht so viel Geld verloren wie keine Börse vor ihr, und Bitcoin hat es schneller gemerkt als Binance selbst.

01
Binance

Sechs Milliarden in einer Nacht

Um 21:24 Uhr Schweizer Zeit begann bei Binance der Abfluss. Ein Angreifer zog Geld aus den Hot Wallets ab, über die Kunden ihre Coins abheben. Um 03:23 Uhr bezifferte Binance den Schaden offiziell auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Der bisher grösste Krypto-Hack, Bybit im Februar 2025, lag bei rund 1,5 Milliarden.

Nach Binances vorläufiger Untersuchung kam der Angreifer über den gehackten Laptop eines Server-Technikers an ein System, das Auszahlungen auslösen darf. Die privaten Schlüssel brauchte er dafür nicht. Analysefirmen sehen die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor dahinter.

Rund 3 Milliarden Dollar sind eingefroren, vor allem Stablecoins, die Tether und Circle gesperrt haben. Den Rest will Binance aus dem Notfallfonds SAFU und eigenen Mitteln decken. Der Fonds umfasst rund 1 Milliarde Dollar in Bitcoin. Für die offenen 3,3 Milliarden reicht er nicht, den grösseren Teil muss Binance aus der eigenen Bilanz tragen.

Die Auszahlungen sind seit 23:15 Uhr gestoppt. Co-CEO Yi He stellt in Aussicht, sie innerhalb von 48 Stunden wieder aufzunehmen.

02
On-Chain

Die Spur des Geldes

Der Angreifer tauscht, was sich sperren lässt, in etwas, das niemand sperren kann. Seine Wallets wechseln Stablecoins über Uniswap und Aave in Ether. Schon um 21:34 Uhr landeten 20'940 Ether auf einer einzigen Durchgangsadresse. Bis 23 Uhr lagen in zwei Wallets rund 253'000 Ether, gut 570 Millionen Dollar.

Der Abzug zeigt sich auch in den Daten aller Börsen. Am Donnerstag flossen rund 478'000 Ether ab, fast dreimal so viel wie an einem üblichen Tag der letzten zwei Monate. Nach dem Bybit-Hack tauschten die Täter den Grossteil ihrer Ether-Beute in Bitcoin. Ob das diesmal wieder passiert, ist offen.

Säulendiagramm der täglichen Ether-Abflüsse aus allen erfassten Börsen vom 31. August bis 29. Oktober 2026 in Tausend ETH. Die meisten Tage liegen zwischen 60 und 410 Tausend, eine gestrichelte Linie markiert den Median der 59 Vortage bei 164 Tausend. Der 29. Oktober ist violett hervorgehoben und mit 478 Tausend ETH der höchste Wert im Zeitraum.
31.8. bis 29.10.2026, Tageswerte UTC, vorläufig. Quelle: Coin Metrics
03
Bitcoin

Der Markt war schneller als Binance

Bitcoin stand um 21 Uhr bei 80'744 Dollar. Acht Minuten nach Beginn des Abflusses setzte die erste Verkaufswelle ein, binnen einer Viertelstunde ging es auf 78'200 Dollar, rund 45 Minuten bevor sich Binance zum ersten Mal äusserte.

Die zweite Welle kam nach Mitternacht. Um 03:06 Uhr erreichte Bitcoin das Tief bei 76'330 Dollar, 5,5 Prozent unter dem Vorabend. Erst danach nannte Binance die Höhe des Schadens, und der Kurs erholte sich. Die Klarheit war dem Markt offenbar wichtiger als die Höhe des Schadens.

Liniendiagramm des Bitcoin-Kurses je Stunde von Donnerstag 18 Uhr bis Freitag 7 Uhr Zürcher Zeit. Gestrichelte Linien markieren 21:24 Uhr (Abfluss bei Binance beginnt), 23:15 Uhr (Auszahlungen gestoppt) und 03:23 Uhr (Binance nennt Schaden und Deckung). Der Kurs fällt von über 81'000 in zwei Wellen, ein violetter Punkt markiert das Tief von 76'330 Dollar um 03:06 Uhr. Danach erholt er sich auf 78'455 Dollar.
29.10., 18 Uhr bis 30.10.2026, 7 Uhr, stündlich (Zürcher Zeit). Quelle: Kraken (BTC/USD); Zeitpunkte: Binance, FinanceFeeds

Um 07:20 Uhr stand Bitcoin bei rund 78'500 Dollar. Wo dieser Kurs im Verhältnis zur Spanne nach der Fed liegt, steht in «Losgelöst»Member.

In einer einzigen Stunde wurden am späten Donnerstag Krypto-Wetten auf steigende Kurse über rund 600 Millionen Dollar zwangsweise geschlossen, gut die Hälfte davon auf Binance. Ausgerechnet dort konnte danach niemand mehr Geld abziehen. An den Futures-Märkten kamen trotzdem neue Positionen dazu, eine grosse Wette auf weiter fallende Kurse ist darin nicht zu erkennen.

04
Stimmung

Von neutral auf Angst

Der Fear & Greed Index fasst die Stimmung am Kryptomarkt aus Kursschwankungen, Momentum und sozialen Medien in eine Zahl von 0 bis 100. Er fiel an einem Tag von 51 auf 30, von neutral in die Angst.

Ein Sturz um 21 Punkte ist selten, zuletzt gab es das im November 2025. So tief wie heute stand die Stimmung zuletzt Mitte August.

Liniendiagramm des Krypto-Index Fear & Greed vom 1. bis 30. Oktober 2026. Der Wert schwankt zwischen 74 und 48 und steht am 29. Oktober bei 51. Am 30. Oktober fällt er violett hervorgehoben auf 30, Einstufung Angst.
1. bis 30.10.2026, Tageswerte. Quelle: alternative.me
05
Strategy

Das Polster wird dünn

Strategy, das Unternehmen mit dem grössten Bitcoin-Bestand, meldete für das dritte Quartal einen Gewinn von 19,53 Milliarden Dollar. Es ist ein Buchgewinn aus der Bewertung der Bitcoin zum 30. September.

Strategy hält 848'517 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von rund 75'446 Dollar. Das Nachttief lag nur 1,2 Prozent darüber. So nahe kam Bitcoin in der Hack-Nacht dem Einstand des grössten Unternehmenshalters.

07
Japan

Die Bank of Japan hält, einer will mehr

Die Bank of Japan lässt ihren Leitzins bei 1,25 Prozent. Der Entscheid fiel 8 zu 1, Hajime Takata wollte bereits auf 1,5 Prozent erhöhen. Die Notenbank sieht die zugrunde liegende Inflation weitgehend im Einklang mit ihrem Ziel von 2 Prozent und die Risiken nach oben.

Für Bitcoin zählt der Weg über den Yen. Höhere Zinsen in Japan verteuern das billige Yen-Geld, mit dem weltweit Anlagen finanziert werden. In der Nacht blieb der Yen aber ruhig. Gouverneur Ueda erklärt den Entscheid heute Morgen um 7:30 Uhr an der Pressekonferenz. Die Tür für eine Erhöhung bleibt offen.

08
Liquidität

Der Staat zahlt aus

Das Konto des US-Finanzministeriums bei der Fed, die TGA, sank am Mittwoch um 36,9 Milliarden auf 1'015,6 Milliarden Dollar. Den grössten Teil machten Zahlungen der Sozialversicherung aus, ein fester Monatstermin.

Geld, das aus diesem Konto an Haushalte fliesst, landet als Reserven bei den Banken. Das stützt die Liquidität etwas, ist diesmal aber vor allem Kalender. Wie TGA und Bankreserven zusammenhängen, steht in «Der Puffer ist leer»Member.

09
Fed

Warsh schweigt lieber

Fed-Chef Kevin Warsh hält nichts davon, die nächsten Zinsschritte vorab anzudeuten, ausser in einer Krise. Zusammen mit seinem Plan, nur noch sechs statt acht Zinsentscheide im Jahr zu treffen, könnte das die Schwankungen bei US-Staatsanleihen vergrössern. Springen die Renditen stärker, wird Hebel teurer, auch bei Bitcoin. Im Moment beruhigt sich dieser Markt eher.

10
Öl

Iran treibt den Ölpreis

Öl wurde am Donnerstag teurer, nachdem sich Präsident Trump über militärische Optionen gegen Iran hatte informieren lassen. Er hat angedeutet, nach den Zwischenwahlen nächste Woche wieder anzugreifen. Die US-Sorte WTI stand am Morgen bei rund 103,3 Dollar, Brent hat im Oktober rund 12 Prozent zugelegt.

Teures Öl hält die Inflationserwartungen oben und lässt der Fed weniger Spielraum für tiefere Zinsen. Das bremst die Liquidität, von der auch Bitcoin lebt.

11
Anleihen

Microsoft leiht sich 25 Milliarden

Microsoft hat am Donnerstag eine Anleihe über rund 25 Milliarden Dollar lanciert, die erste grosse seit 2017. Berichten zufolge ist das Geld für den KI-Ausbau gedacht. Investoren wollten für über 100 Milliarden zeichnen. Einen direkten Weg zu Bitcoin gibt es nicht. Die Nachfrage zeigt aber, dass für gute Schuldner viel Geld bereitsteht.

12
Optionen

Um 9 Uhr verfällt der Monat

Heute um 9 Uhr verfallen auf Deribit die Bitcoin-Optionen des Monats. Nach der Hack-Nacht steht der Kurs fast genau auf dem Max-Pain-Punkt bei 78'000 Dollar, an dem die Optionen insgesamt am wenigsten auszahlen. Um 7:17 Uhr lag Bitcoin nur rund 0,6 Prozent darüber.

Die grossen Put-Blöcke, also Absicherungen gegen fallende Kurse, liegen zwischen 70'000 und 75'000 Dollar und damit unter dem Kurs. Im Geld sind insgesamt nur rund 9'000 Bitcoin an Puts. Die Calls bei 90'000 bis 100'000 Dollar liegen weit aus dem Geld.

Säulendiagramm der offenen Bitcoin-Optionen zum Deribit-Verfall am 30. Oktober nach Strike von 60'000 bis 100'000 Dollar, Calls nach oben, Puts nach unten. Die grössten Put-Blöcke liegen unter dem Kurs, am grössten 4'358 BTC bei 70'000. Die grössten Call-Blöcke liegen weit darüber, am grössten 19'951 BTC bei 95'000. Eine gestrichelte Linie markiert Max Pain bei 78'000, eine violette den Index bei 78'460.
Stand 30.10.2026, 07:17 Uhr. Quelle: Deribit, eigene Berechnung (Max Pain)
Fazit

Was heute noch zählt

Um 13:30 Uhr kommt aus den USA der Lohnkostenindex für das dritte Quartal. Erwartet werden 0,8 Prozent nach 0,9 Prozent im Vorquartal. Steigende Löhne halten die Inflation und damit die Zinsen hoch.

Für Bitcoin bleibt Binance das Thema des Tages. Der Schaden ist riesig, ein Loch in der Bilanz ist bisher aber nicht zu sehen. Ein Leck bei den Schlüsseln gibt es nach Binances Angaben nicht, rund die Hälfte ist eingefroren. Das Fenster für die Auszahlungen läuft bis Sonntag früh.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Angekommen. Danke dir.

Deine Zeilen liegen in meinem Postfach. Wenn du eine Antwort erwartest, schreib mir zusätzlich über die Support-Seite, hier gibt es kein Feld dafür.

Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026