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Der Benzinschock

Die US-Teuerung springt im September auf 3,7 Prozent. Mehr als die Hälfte des Anstiegs im Monat kommt von der Zapfsäule. Gefährlicher ist der Rest: Flugtickets, Hotels und Waren ziehen mit, und der Kern läuft wieder schneller.

Der Benzinschock

Heute hat das US-Arbeitsministerium die Konsumentenpreise für September veröffentlicht. Die Schlagzeile gehört dem Benzin, und die ist heftig genug. Wichtiger ist eine andere Frage: Bleibt der Ölschock an der Tankstelle hängen, oder wandert er schon in den Rest des Warenkorbs?

01
Die Zahl

3,7 Prozent und eine wachsende Lücke

Im September stiegen die US-Konsumentenpreise um 0,6 Prozent gegenüber dem August. Aufs Jahr gerechnet sind es 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vormonat. Höher lag die Teuerung in diesem Jahr nur im Mai mit 4,2 Prozent, und vor 2026 muss man bis in den Mai 2023 zurückgehen.

Lässt man Energie und Nahrungsmittel weg, wirkt die Teuerung viel ruhiger. Diese Kernteuerung liegt bei 2,6 Prozent. Zwischen den beiden Linien klafft damit eine Lücke von 1,2 Prozentpunkten, die grösste seit dem Frühling. Im Chart sieht man gut, wie sich die gelbe Linie seit März von der grauen gelöst hat.

Liniendiagramm der US-Teuerung gegenüber Vorjahr seit 2018. Gesamt gelb, aktuell 3,7 Prozent, Kern grau, aktuell 2,6 Prozent. Seit März 2026 liegt die gelbe Linie deutlich über der grauen.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026

Wer nur auf den Kern schaut, könnte sich zurücklehnen. Das wäre zu bequem. Die Amerikaner bezahlen ihre Rechnungen nicht ohne Benzin, und wie schnell sich ein Energieschock in andere Preise frisst, hat 2022 gezeigt.

02
Benzin

Ein Drittel teurer an der Zapfsäule

Der Benzinpreis-Index stieg im September saisonbereinigt um 9,1 Prozent. Einen grösseren Sprung gab es zuletzt im März, als er um 21 Prozent nach oben schoss. Gegenüber dem Vorjahr kostet Benzin jetzt 34,2 Prozent mehr. Die ganze Energie zusammen liegt 20,4 Prozent über dem Vorjahr.

Liniendiagramm des Benzinpreis-Index gegenüber Vorjahr seit 2016. Spitze Juni 2022 bei fast 60 Prozent, aktuell plus 34,2 Prozent.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026

Das ist noch nicht das Niveau von 2022, als Benzin im Juni fast 60 Prozent teurer war als zwölf Monate davor. Es ist aber seit einem halben Jahr ein Dauerzustand: Seit März liegt der Anstieg ununterbrochen zwischen 19 und 41 Prozent.

Die Monatsraten zeigen, wie ruppig das läuft. Im März kam der erste Schub, im Juni gab der Ölpreis vorübergehend nach und die Preise sanken sogar. Seit August geht es wieder steil nach oben. Und der Oktober beginnt nicht ruhiger: Nach Angriffen auf Tanker in der Strasse von Hormus stieg Brent Anfang Oktober über 101 Dollar je Fass.

Säulendiagramm der monatlichen Teuerung seit Januar 2025, gesamt gelb und Kern dunkel. Grosse gelbe Säulen im März 2026 mit 0,9 und im September 2026 mit 0,6 Prozent.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026
03
Zweite Runde

Der Ölpreis steigt ins Flugzeug

Die wichtigste Frage bei jedem Ölschock ist, ob er an der Tankstelle bleibt. Bei den Flugpreisen ist er schon angekommen. Treibstoff gehört für Airlines zu den grössten Kosten, und die Ticketpreise sind im September um 1,2 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr liegen sie 22,4 Prozent höher, seit April jeden Monat über 20 Prozent.

Liniendiagramm seit 2024: Flugpreise gelb plus 22,4 Prozent, Benzin grau plus 34,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Beide steigen ab März 2026 steil.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026

Auch Hotels wurden teurer, im September um 2,0 Prozent nach 2,4 Prozent im August. Hier spielt mehr mit als nur Energie, doch auch hier steigen die Preise: Reisen wird teurer, und das ist ein Dienstleistungspreis, den die Fed genau beobachtet.

Noch ist das kein Flächenbrand. Flugtickets machen nur einen kleinen Teil des Warenkorbs aus, und ihr Abstand zum Vorjahr ist seit Mai sogar etwas kleiner geworden. Sie zeigen aber, wie der Mechanismus funktioniert: Wer viel Treibstoff braucht, gibt höhere Kosten an die Kunden weiter.

04
Der Kern

Der ruhige Kern wird schneller

Die Kernteuerung stieg im September um 0,3 Prozent, genau wie im August. Das klingt harmlos. Rechnet man aber die letzten drei Monate aufs Jahr hoch, kommt man auf 3,4 Prozent. Im Juli waren es noch 1,6 Prozent, im August 2,0 Prozent. So schnell lief der Kern zuletzt im August 2025.

Liniendiagramm seit 2023: Kernteuerung über drei Monate aufs Jahr hochgerechnet gelb 3,4 Prozent, gegenüber Vorjahr grau 2,6 Prozent.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026

Zwei Dinge fallen dabei auf. Waren ohne Energie und Nahrung wurden im September um 0,25 Prozent teurer, so stark wie seit Januar 2025 nicht mehr. Gebrauchtwagen stiegen um 0,7 Prozent, dazu Kleidung, Neuwagen und Freizeit. Und die Dienstleistungen ohne Wohnen, die viele Ökonomen als besten Gradmesser für hausgemachte Teuerung sehen, liegen mit 3,2 Prozent über dem Vorjahr, nach 3,0 Prozent im Juli.

Ein einzelner Monat macht noch keinen Trend. Aber seit dem Sommer steigt der Kern wieder schneller. Gleichzeitig treibt der Ölpreis die Kosten der Unternehmen nach oben.

05
Wohnen

Die Mieten nehmen Druck raus

Die gute Nachricht kommt vom grössten Posten im Warenkorb. Wohnen macht gut ein Drittel der Ausgaben aus, und hier läuft die Teuerung seit drei Jahren langsam aus. Im März 2023 lagen die Wohnkosten 8,2 Prozent über dem Vorjahr, heute sind es 3,2 Prozent. Die Mieten steigen noch um 2,8 Prozent.

Liniendiagramm seit 2019: Wohnkosten gelb mit Hoch von 8,2 Prozent 2023, aktuell 3,2 Prozent; Mieten grau aktuell 2,8 Prozent.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026

Ganz sauber ist der September allerdings nicht. Die Wohnkosten stiegen um 0,4 Prozent nach 0,3 Prozent im August, getrieben vor allem von den teureren Hotels. Die Mieten selbst legten nur um 0,2 Prozent zu, der geschätzte Mietwert von Eigenheimen um 0,3 Prozent.

Solange die Wohnkosten weiter abkühlen, halten sie den Kern im Zaum. Sie sind der wichtigste Grund, warum die Kernteuerung trotz Ölschock noch unter 3 Prozent liegt.

06
Gewinner und Verlierer

Wo es teurer wird und wo nicht

Der Blick auf die einzelnen Posten zeigt eine gespaltene Rechnung. Ganz oben stehen Benzin und Flugtickets, mit grossem Abstand. Danach folgen Erdgas mit 5,0 Prozent, Hotels und Strom mit je 4,4 Prozent und Restaurants mit 3,5 Prozent.

Balkendiagramm der Preisänderungen gegenüber Vorjahr im September 2026: Benzin plus 34,2, Flugpreise plus 22,4, Erdgas plus 5,0, bis Autoversicherung minus 5,0 Prozent.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026

Am anderen Ende wird es billiger. Autoversicherungen kosten 5,0 Prozent weniger als vor einem Jahr, Gebrauchtwagen 1,5 Prozent weniger. Die Preise für Medizin steigen nur um 1,5 Prozent, im September fielen die Preise für Medikamente sogar um 1,2 Prozent. Lebensmittel für zu Hause liegen nur 1,8 Prozent über dem Vorjahr, Rindfleisch und Milch wurden im September billiger.

Über die längere Sicht ist das Muster seit Jahren dasselbe. Waren ohne Energie sind kaum teurer als vor einem Jahr, Dienstleistungen steigen weiter um rund 3 Prozent. Neu ist, dass Energie wieder obendrauf kommt.

Liniendiagramm seit 2019: Dienstleistungen ohne Energie gelb 3,1 Prozent, Waren ohne Energie und Nahrung grau 0,7 Prozent.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (CPI-U); eigene Berechnung, Stand September 2026
07
Die Fed

Was das für die Fed bedeutet

Die Fed hat im September die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht, der effektive Leitzins liegt bei 3,88 Prozent. Der September-Bericht gibt ihr keinen Grund, diesen Schritt zu bereuen. Eine Gesamtteuerung von 3,7 Prozent und ein Kern, der auf Drei-Monats-Sicht wieder bei 3,4 Prozent läuft, sind weit weg vom Ziel von 2 Prozent.

Normalerweise schaut eine Notenbank über Energiepreise hinweg, weil sie kommen und gehen. Das funktioniert aber nur, solange sie nicht in die übrigen Preise wandern. Genau das zeigen die Flugpreise und Kernwaren jetzt im Kleinen. Je länger Benzin ein Drittel teurer bleibt, desto schwerer wird es für die Fed, das als vorübergehend abzutun.

Für die Märkte heisst das: Die Hoffnung auf eine schnelle Wende zu tieferen Zinsen ist mit diesem Bericht kleiner geworden. Für alles, was an billigem Geld hängt, von Wachstumsaktien bis Bitcoin, ist das kein bequemes Umfeld. Der nächste Bericht kommt am 10. November.

Fazit

Der Schock sitzt noch an der Zapfsäule, aber nicht mehr nur dort

Der September ist zuerst ein Benzinmonat. Mehr als die Hälfte des Anstiegs kommt von der Tankstelle, und ohne Energie wirkt die Teuerung mit 2,6 Prozent beinahe gezähmt. Das ist die halbe Wahrheit.

Die andere Hälfte steht in den Flugtickets, den Hotels, den Waren und im Kern, der auf Drei-Monats-Sicht wieder mit 3,4 Prozent läuft. Noch halten die Wohnkosten dagegen. Bleibt der Ölpreis oben, entscheidet sich in den nächsten Berichten, ob aus einem Benzinschock wieder ein Inflationsproblem wird.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026