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Member ResearchBitcoinThe Sanctis Letter

Zweiter Test

Die US-Inflation kam heiss, und Bitcoin fiel wie angekündigt in die Kaufzone. Sie hat zum zweiten Mal gehalten. Die Wand bei 84'000 steht, darunter ist ein neuer Deckel entstanden, und bis zur Fed am 28. Oktober zählen vor allem Aktien, Öl und der Hebel.

Open Research · Ausnahmsweise frei lesbar

Ein vollständiger Member-Research aus The Sanctis Letter. Heute öffentlich zugänglich.

Zweiter Test

Hey Leute, in Letter 33 stand Bitcoin vor der Wand, und ich hatte drei Szenarien an die US-Inflation vom Mittwoch geknüpft. Eingetreten ist das vorsichtige: Die Kernrate kam heiss, Bitcoin fiel am Donnerstag in meine Kaufzone, und dort habe ich wie angekündigt nachgekauft. In dieser Ausgabe zeige ich euch, wer den Rutsch getragen hat, was unsere Heatmap in vier Zeitfenstern zeigt, was sich On-Chain und im Makro verschoben hat und wie ich bis zur Fed am 28. Oktober und zum grossen Verfall am 30. Oktober denke. Also, letsgo.

I
Was passiert ist
01
Rückblick

Das vorsichtige Szenario ist eingetreten

Im letzten Letter hatte ich drei Szenarien an die Kernrate der US-Inflation geknüpft. Bei 0,3 Prozent oder mehr, so schrieb ich, verlässt Bitcoin die Zone 82'300 bis 83'900 nach unten und läuft in die Kaufzone bei 79'300 bis 80'900. Genau so ist es gekommen. Die Kernrate stieg im September um 0,3 Prozent, und am Donnerstagnachmittag lag das Tief bei 79'676 Dollar, knapp 400 Dollar über der Unterkante der Zone.

Davor hatte Bitcoin noch einmal Anlauf genommen. Am Dienstagmorgen um 10:15 Uhr stieg der Kurs bis 84'070 und tippte damit die Unterkante der Wand an, am Mittwochmorgen kam er noch einmal fast auf denselben Wert. Insgesamt lag Bitcoin in dieser Woche nur 20 Minuten im Bereich der Wand. Getestet wurde sie nie, beide Male drehte der Kurs sofort ab.

Die Kaufzone hat zum zweiten Mal gehalten. Bitcoin war insgesamt knapp sieben Stunden darin, unter 80'000 nur eine Viertelstunde, und am Freitagabend fiel er noch einmal kurz bis 80'694. Einen Tagesschluss unter 79'300, meine Linie für eine falsche Idee, gab es nicht, einen über 85'300 auch nicht. Heute früh steht Bitcoin bei rund 81'300, 1,6 Prozent tiefer als beim letzten Letter.

Liniendiagramm des Bitcoin-Kurses stündlich vom 12. bis 17. Oktober 2026 mit den Zonen aus Letter 33. Der Kurs pendelt zuerst in der Zone 82'300 bis 83'900, erreicht am 13.10. ein Hoch von 84'070 knapp unter der Wand 84'000 bis 85'000, fällt nach der US-Inflation am Mittwoch um 14:30 Uhr aus der Zone, sticht am 15.10. bis 79'676 in die blaue Kaufzone 79'300 bis 80'900 und steht am 17.10. bei rund 81'300 zwischen Kaufzone und Zone. Senkrechte Linien markieren CPI, Warsh und den Verfall.
12. bis 17.10.2026, stündlich (Schweizer Zeit). Quelle: Coinbase (BTC-USD); Zonen aus Letter 33

Ein Detail gefällt mir weniger. Das zweite Tief liegt gut 600 Dollar unter dem ersten vom 8. Oktober. Die Zone hält, aber der Kurs kommt ihrer Unterkante näher, und ein dritter Test würde auf mehr Brennstoff nach unten treffen als dieser. Warum, zeige ich im Derivate- und im Liquiditätsteil.

Kerzendiagramm der letzten 90 Tageskerzen. Bitcoin steigt von rund 64'000 im August auf rund 80'000 Ende August, springt Ende September über 84'000 und pendelt seit Anfang Oktober zwischen der blauen Kaufzone 79'300 bis 80'900 und der Wand bei 84'000 bis 85'000, darüber gestrichelt die alte Ausbruchsmarke 85'300. Seit Letter 33 (blau hinterlegt) liegen alle Tagesschlüsse zwischen Kaufzone und Wand, keiner unter der Invalidierung 79'300.
Tageskerzen (UTC), letzte 90 Tage bis 17.10.2026. Quelle: Coinbase (BTC-USD); Zonen aus Letter 33
02
Inflation

Die heftigste Reaktion des Jahres

Am Mittwoch um 14:30 Uhr kamen die US-Konsumentenpreise für September. Die Kernrate ohne Energie und Nahrung stieg um 0,3 Prozent zum Vormonat, erwartet waren 0,2 Prozent. Im Jahresvergleich sind das 2,6 statt der erwarteten 2,4 Prozent. Die Gesamtrate lag mit 3,7 Prozent ebenfalls leicht über der Erwartung, mehr als die Hälfte des Anstiegs im Monat kam vom Benzin.

Zwei Diagramme. Oben Balken der monatlichen US-Kernrate seit Januar 2025, meist zwischen 0,1 und 0,4 Prozent; für Oktober 2025 fehlen Daten. Der September-Balken ist blau und liegt mit 0,34 Prozent über der Erwartung von 0,2 Prozent. Unten die Jahresraten: Gesamtinflation 3,7 Prozent (erwartet 3,6), Kernrate 2,6 Prozent (erwartet 2,4); die Gesamtrate hatte im Mai mit 4,2 Prozent ihr Hoch.
Monatswerte Januar 2025 bis September 2026. Quelle: BLS via FRED; Erwartung FactSet via Morningstar

Bitcoin fiel sofort. Nach fünf Minuten lag der Kurs 1,2 Prozent tiefer, nach vier Stunden 2,5 Prozent und nach 24 Stunden 3,4 Prozent. Auf keine Inflationszahl in diesem Jahr hat Bitcoin so stark reagiert. Bei den acht Veröffentlichungen davor lag er einen Tag später sechsmal höher.

Gleichzeitig sprang die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed am 28. Oktober erneut erhöht, innerhalb von 40 Minuten von 17,5 auf rund 54 Prozent. Die zehnjährige Rendite stieg auf 5,33 Prozent, der Dollar-Index auf fast 103. Bis zum Abend gab die Rendite den ganzen Anstieg wieder ab, der Dollar etwa die Hälfte. Bitcoin holte dagegen nichts auf.

Vier Liniendiagramme für den 14. Oktober 2026 im 5-Minuten-Takt, mit einer senkrechten Linie um 14:30 Uhr. Bitcoin fällt von 83'786 um 14:25 Uhr und schliesst den Tag bei 81'668. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung springt von rund 18 auf ein Hoch von 53,5 Prozent und sinkt bis zum Abend auf 34 Prozent. Die zehnjährige US-Rendite springt auf 5,33 Prozent und fällt bis zum Abend auf 5,19 Prozent zurück. Der Dollar-Index steigt von 102,2 auf rund 102,9 und gibt bis Mitternacht auf 102,5 nach.
14.10.2026, 12 bis 24 Uhr, 5-Minuten-Werte (Schweizer Zeit). Quelle: Coinbase, Polymarket, CBOT, Cboe, ICE; eigene Berechnung

Das ist für mich die wichtigste Beobachtung der Woche. Die Zinsmärkte haben die Zahl nach wenigen Stunden verdaut, Bitcoin nicht. Ein reiner Zinsschock erklärt den Rutsch also nicht. Den Rest haben die Positionen im Futures-Markt besorgt.

03
Derivate

Neue Shorts trugen den Rutsch

Vor der Zahl wurde Hebel abgebaut. Das Open Interest, also die Summe aller offenen Futures-Positionen, fiel auf Binance und OKX vom Hoch am Dienstag bis kurz vor 14:30 Uhr am Mittwoch um rund 3'400 BTC, fast 3 Prozent, bei praktisch unverändertem Kurs. Auf Binance war es so tief wie seit mindestens 30 Tagen nicht. Viele Händler wollten offenbar ohne grosse Positionen in die Zahl gehen.

Mit der Zahl drehte das. In der ersten Stunde kamen rund 2'700 BTC an neuen Positionen dazu. Gleichzeitig gaben aggressive Verkäufer bei den Binance-Perpetuals, den Futures ohne Verfallsdatum, per Saldo rund 2'050 BTC mehr ab, als aggressive Käufer kauften. Am Kassamarkt war der Saldo fast ausgeglichen. Neue Positionen bei fallendem Kurs und Verkaufsdruck in den Futures bedeuten neue Shorts, also Wetten auf fallende Kurse.

Drei Diagramme für den 14. Oktober 2026 von 12 bis 22 Uhr. Oben fällt Bitcoin nach 14:30 Uhr von 83'786 auf ein Tief von 81'417 um 19:50 Uhr. In der Mitte steigt das Open Interest von Binance und OKX in der hinterlegten ersten Stunde nach der Zahl von rund 119'800 auf über 122'000 BTC und bis zum Abend auf rund 124'000 BTC. Unten Balken der gemessenen Long-Liquidationen, die grössten um 16 Uhr.
14.10.2026, 12 bis 22 Uhr, 5-Minuten-Werte (Schweizer Zeit). Quelle: Coinbase, Binance, OKX, Gate.io, Deribit

Bis zum Tief am Donnerstagnachmittag setzte sich das fort. Der Kurs fiel um 3,9 Prozent, das Open Interest stieg um rund 3'900 BTC, und in den Perpetuals summierte sich der Verkaufsüberhang auf rund 11'900 BTC. Am Kassamarkt von Binance waren es nur rund 1'000 BTC. Der Rutsch kam also wie schon am 8. Oktober aus den Futures, nur wuchsen diesmal die offenen Positionen dabei, statt zu schrumpfen.

Vier gestapelte Diagramme, stündlich seit 12. Oktober. Oben der Kurs, der aus der Zone unter der Wand in Richtung Kaufzone fällt. Darunter das Open Interest von Binance und OKX in Blau: Es fällt vor der Inflationszahl auf 119'970 BTC, springt danach nach oben und steht zuletzt bei 124'406 BTC. Darunter das annualisierte Funding, zuletzt auf beiden Börsen 10,9 Prozent. Unten Balken der Liquidationen je Stunde, Longs bis rund 15 Millionen Dollar am 15.10.
12. bis 17.10.2026, stündlich (Schweizer Zeit). Quelle: Coinbase, Binance, OKX, Gate.io, Deribit

Die Erholung vom Tief bis 82'555 am selben Abend war gemischt. Die offenen Positionen blieben fast gleich, in den Perpetuals wurde wieder gekauft, ein Teil der Shorts wurde eingedeckt, und gleichzeitig kamen neue Longs dazu. Der Kassamarkt von Binance blieb per Saldo Verkäufer. Breite Nachfrage nach echten Bitcoin sehe ich in dieser Erholung nicht.

Über die ganze Woche liegt das Open Interest fast genau dort, wo es beim letzten Letter stand, der Kurs aber 1,6 Prozent tiefer. Den höchsten Stand der Woche erreichten die offenen Positionen am Freitagnachmittag, also nach dem Rutsch. Ein grosser Teil der neuen Positionen ist demnach noch offen. Das Funding, die Gebühr zwischen Longs und Shorts, steht wieder beim Standardsatz von 0,01 Prozent je acht Stunden: Die Longs zahlen wieder, überhitzt ist das aber nicht.

Was mir nicht gefällt, sind wieder die kleinen Konten. Ihr Long-Anteil auf Binance stieg von 59,5 Prozent beim letzten Letter auf 64,6 Prozent am Donnerstagmorgen, genau während die Futures verkauften und der Kurs fiel. Heute sind es 63,1 Prozent, und auch die grössten Konten sind mit 64,1 Prozent so stark long wie die ganze Woche nicht. Die Menge kauft jeden Rücksetzer, und damit liegt unter dem Kurs schon wieder Brennstoff für die nächste Liquidationswelle.

Drei Diagramme seit Letter 33. Oben der Kurs. In der Mitte der aufsummierte Saldo aggressiver Käufe minus Verkäufe: Binance-Perpetuals in Blau fallen bis auf rund minus 13'000 BTC und stehen zuletzt bei minus 6'819 BTC, Binance-Spot bei minus 1'649 BTC, OKX-Spot bei plus 298 BTC. Unten der Anteil der Binance-Konten mit Long-Position: alle Konten steigen im Rutsch auf bis rund 64,6 Prozent und stehen bei 63,1 Prozent, die Top-Trader bei 64,1 Prozent.
12.10., 18 Uhr, bis 17.10.2026, stündlich (Schweizer Zeit). Quelle: Binance, OKX, Coinbase
II
Liquidität
04
Liquidität · 24 Stunden

Wie ich die Heatmap lese

Seit dem 14. Oktober seht ihr unsere eigene Liquidations-Heatmap live auf /markt im Reiter Heatmap. Sie zeigt, auf welchen Preisstufen gehebelte Positionen zwangsweise geschlossen würden. Je heller ein Band, desto mehr Positionen liegen dort. Erreicht der Kurs ein solches Band, werden diese Positionen liquidiert, und die Zwangskäufe oder Zwangsverkäufe treiben ihn oft noch ein Stück weiter.

Die Karte ist ein Modell und keine Messung. Sie rechnet aus neu eröffneten Futures-Positionen auf Binance und OKX und dem Kurs aus, bei welchen Preisen diese Positionen bei typischen Hebeln liquidiert würden, und eine Preisstufe verschwindet erst, wenn der Kurs sie berührt. Die Beträge sind deshalb grobe Schätzungen, wertvoll ist die Lage der Bänder.

Die 24-Stunden-Karte zeigt das Gedränge direkt um den Kurs. Darüber liegen dichte Shorts von 82'000 bis 84'000, ein grosser Teil davon erst in den letzten 24 Stunden eröffnet. Darunter liegen frische Longs von 80'000 bis 81'500, die Käufer des Rücksetzers. Die Punkte zeigen gemessene Liquidationen, und man sieht, wie der Kurs am Freitagabend in die Longs unter 81'000 stach und sofort zurückkam.

Liquidations-Heatmap über 24 Stunden auf dunklem Grund mit weisser Kurslinie, die von rund 82'000 auf ein Tief unter 81'000 fällt und bei 81'403 steht. Helle Bänder mit modellierten Short-Liquidationen liegen direkt über dem Kurs bei 82'000 bis 84'500, Long-Bänder darunter bei 80'000 bis 81'200. Rechts ein Balkenprofil: im gezeigten Ausschnitt 563 Millionen Dollar Shorts über dem Kurs und 332 Millionen Longs darunter. Rote und grüne Punkte zeigen gemessene Liquidationen am Freitagabend.
16.10., 4:35 Uhr, bis 17.10.2026, 4:37 Uhr, 5-Minuten-Spalten (Schweizer Zeit). Quelle: Sanctis-Heatmap, Daten Binance/OKX; Punkte Gate.io, OKX, Deribit

Über dem Kurs liegt in dieser Karte fast doppelt so viel Liquidität wie darunter, und auch in der Wochen- und der Monatskarte überwiegen die Shorts deutlich. Eine Richtung ist das nicht. Es heisst aber, dass ein Anstieg schneller Brennstoff findet als ein Rückgang, solange die Longs unten nicht weiter nachwachsen.

05
Liquidität · 7 und 30 Tage

Die Woche und der Monat

Die Wochenkarte erzählt den Rutsch nach. Über dem Kurs steht ein breiter Block von Shorts zwischen 82'000 und 85'000, zum grössten Teil in dieser Woche eröffnet. Unten sieht man, wie der Donnerstag die Longs um 80'000 bis 81'000 abgeräumt hat, und die gemessenen Liquidationen sitzen genau dort.

Neu ist, dass die Longs schon wieder nachwachsen. Seit dem Tief haben die Käufer des Rücksetzers frische Positionen knapp über 80'000 aufgebaut, und die hellste Stufe direkt unter dem Kurs liegt bei rund 81'100. Das passt zu den kleinen Konten, die seit Donnerstag wieder long gehen.

Liquidations-Heatmap über sieben Tage mit weisser Kurslinie, die von rund 84'000 am 13.10. auf unter 80'000 am 15.10. fällt und bei 81'403 steht. Über dem Kurs ein dichter Block heller Short-Bänder zwischen 82'000 und 85'000; unten sitzen die gemessenen Long-Liquidationen um 80'000 bis 81'000, wo das Modell abgeräumte Long-Bänder zeigt. Profil rechts: im gezeigten Ausschnitt 940 Millionen Dollar Shorts über dem Kurs, 508 Millionen Longs darunter.
10. bis 17.10.2026, stündlich (Schweizer Zeit). Quelle: Sanctis-Heatmap, Daten Binance/OKX; Punkte Gate.io, OKX, Deribit

Die Monatskarte reicht bis Mitte September zurück und zeigt die schweren Blöcke. Oben stehen zwei grosse Blöcke von Shorts, bei 82'000 bis 85'500 und bei 86'000 bis 88'000. Unten liegen Longs von 77'500 bis 81'500 und ein zweiter Block bei 73'000 bis 76'500.

Für mich zählen an dieser Karte zwei Dinge. Der mittlere Short-Block deckt sich mit meiner Zone für Teilgewinne bei 87'000 bis 88'000, und der Kurs hat ihn nie erreicht, er steht also noch. Und die zweite Masse an Longs liegt genau um die Kostenbasis der kurzfristigen Halter bei 74'500, darauf komme ich im On-Chain-Teil zurück.

Liquidations-Heatmap über 30 Tage. Die Kurslinie steigt Mitte September von rund 77'000 über 85'000, pendelt bis Anfang Oktober um 84'000 bis 87'000 und fällt auf rund 81'400. Short-Bänder liegen bei 82'000 bis 85'500, 86'000 bis 88'000 und um 89'000 bis 90'500, Long-Bänder bei 77'500 bis 81'500 und 73'000 bis 76'500. Profil rechts: im gezeigten Ausschnitt 1,31 Milliarden Dollar Shorts über dem Kurs, 875 Millionen Longs darunter.
17.9. bis 17.10.2026, stündlich (Schweizer Zeit). Quelle: Sanctis-Heatmap, Daten Binance/OKX; Punkte Gate.io, OKX, Deribit
06
Liquidität · 3 Monate und Coinglass

Der grobe Blick und die zweite Meinung

Die Dreimonatskarte rechnet nur mit Tageswerten und ist entsprechend grob. Sie zeigt, wo sich über den ganzen Lauf seit August Positionen angesammelt haben. Die grösste Masse an Longs liegt bei 75'000 bis 76'500, oben ragen zwei Short-Bänder heraus, bei 84'000 bis 84'500 und bei 87'000 bis 87'500. Alle drei Stellen kennt ihr schon aus der Monatskarte.

Grobe Liquidations-Heatmap über drei Monate in Tagesschritten. Die Kurslinie steigt von rund 64'000 im August auf rund 80'000 und Anfang Oktober über 85'000. Die grösste Masse an Long-Liquidationen liegt bei 75'000 bis 76'500, oben ragen Short-Bänder bei 84'000 bis 84'500 und 87'000 bis 87'500 heraus. Im Bild 156 Millionen Dollar Shorts über dem Kurs und 227 Millionen Longs darunter.
19.7. bis 17.10.2026, Tagesschritte. Quelle: Sanctis-Heatmap, Tagesdaten OKX, Kerzen Binance

Als zweite Meinung nehme ich die 24-Stunden-Karte von Coinglass, die nur die Futures von Binance abbildet und mit einem eigenen Modell rechnet. Sie zeigt dasselbe Gedränge wie unsere Karte: Shorts von 82'500 bis 84'000 direkt über dem Kurs, rund 400 Millionen Dollar, und Longs von 80'000 bis 81'000 direkt darunter, rund 290 Millionen.

Coinglass-Heatmap über 24 Stunden, neu gezeichnet, mit weisser Kurslinie bei rund 81'400. Die hellsten Bänder liegen über dem Kurs bei 82'500 bis 84'000 und darunter bei 80'000 bis 81'000. Rechts das Profil der letzten Spalte: 630 Millionen Dollar Shorts über dem Kurs, 474 Millionen Longs darunter.
24 Stunden bis 17.10.2026, 4:38 Uhr, 5-Minuten-Spalten (Schweizer Zeit). Quelle: Coinglass (Binance BTC/USDT Perp, Modell 1), neu gezeichnet

Die beiden Modelle stimmen nur mässig überein, und genau deshalb lege ich sie übereinander. Ein Band, das nur in einer Karte steht, kann eine Eigenheit des Modells sein. Ein Band, das in jeder Karte steht, ist eine Stelle, an der sich wirklich viele gehebelte Positionen stapeln.

07
Liquidität · Fenstervergleich

Zwei Bänder stehen überall

In dieser Grafik stehen alle Fenster nebeneinander. Bei 24 Stunden und sieben Tagen zähle ich nur, was in diesem Zeitraum neu dazugekommen ist, damit nicht dieselben alten Positionen mehrfach auftauchen. Jede Spalte hat ihre eigene Skala, verglichen wird die Lage der Bänder.

Zwei Bänder tauchen in jeder Ansicht auf, auch bei Coinglass. Oben die Shorts bei 84'000 bis 85'500, die sich genau mit der Wand aus dem letzten Letter decken. Unten die Longs bei 78'500 bis 79'500, direkt unter der Kaufzone und mitten auf meiner Linie bei 79'300.

Fünf Balkenprofile nebeneinander, je Preisstufe von 500 Dollar zwischen 72'000 und 92'000: Coinglass 24 Stunden, neu in 24 Stunden, neu in 7 Tagen, 30 Tage und 3 Monate. Shorts grau über der Kurslinie bei 81'403, Longs blau darunter. Grau hinterlegt sind die Bänder, die in jedem Fenster auftauchen: Shorts bei 84'000 bis 85'500 und Longs bei 78'500 bis 79'500, dazu Longs bei 73'000 bis 76'500 in allen eigenen Fenstern ausserhalb des Coinglass-Bildes.
Stand 17.10.2026, 4:37 Uhr. Quelle: Sanctis-Heatmap, Daten Binance/OKX; Coinglass

Ein drittes Band steht in allen unseren Fenstern, liegt aber unter dem Ausschnitt von Coinglass: Longs bei 73'000 bis 76'500. In der Dreimonatskarte machen sie rund 60 Prozent der ganzen Long-Seite aus. Dazu kommen die frischen Bänder direkt um den Kurs, Shorts bei 82'000 bis 83'500 und Longs bei 80'000 bis 81'000. In den kurzen Fenstern sind sie die dichtesten, in der Dreimonatskarte fehlen sie ganz. Es ist Liquidität von gestern und vorgestern.

Für die Mechanik heisst das: Steigt Bitcoin über 83'500, werden zuerst die frischen Shorts eingedeckt, und ihre Zwangskäufe schieben den Kurs an die Wand, wo der nächste Block wartet. Fällt Bitcoin unter 80'000, werden die frischen Longs liquidiert, und der Kurs rutscht auf das Band bei 78'500 bis 79'500. Ein Tagesschluss unter 79'300 könnte deshalb eine Kettenreaktion auslösen, weil genau dort die nächsten Longs liegen, die dann zwangsweise verkauft würden.

08
Liquidität · Letter 33 im Test

Die Karte zeigte den Brennstoff, nicht die Reihenfolge

Im letzten Letter hatte ich drei Bänder genannt, die in allen Karten standen: Shorts bei 84'100 bis 85'500, Shorts bei 86'500 bis 88'000 und Longs bei 79'500 bis 81'000. Erreicht hat der Kurs nur das Band der Longs. Bitcoin lief zwischen Dienstag und Freitag zu rund 85 Prozent durch das Long-Band, und dort wurden Zwangsverkäufe von Longs gemessen. Das untere Short-Band hat der Kurs nur angekratzt, das obere nie erreicht.

Links der Bitcoin-Kurs seit Letter 33 mit den drei Bändern aus Letter 33: Shorts bei 86'500 bis 88'000 (nicht erreicht), Shorts bei 84'100 bis 85'500 (nur angetippt) und das blau hinterlegte Long-Band bei 79'500 bis 81'000, durch das der Kurs am 15.10. lief. Rechts Balken der gemessenen Liquidationen je 250 Dollar: Im Long-Band kamen 21,4 Millionen Dollar Long-Liquidationen zusammen.
12.10., 18 Uhr, bis 17.10.2026 (Schweizer Zeit). Quelle: Coinbase, Gate.io, OKX (ab 16.10.), Deribit; Bänder aus Letter 33

Gemessen wurden rund 21 Millionen Dollar an Long-Liquidationen, viel weniger, als das Modell anzeigt, auch weil nur ein Teil der Börsen seine Liquidationen öffentlich macht. Aufschlussreicher ist, wo sie lagen. Die dichtesten Stufen lagen knapp über dem Band, zwischen 81'000 und 82'000, die Longs wurden also etwas früher abgeräumt, als die Karte es nahelegte.

Die Lehre für mich ist einfach. Die Karte hat gezeigt, wo der Brennstoff liegt, sie sagt aber nicht, welche Seite zuerst drankommt. Diesmal hat das die Inflationszahl entschieden. Alle drei Bänder sind heute wieder gefüllt, auch das Long-Band, weil nach dem Rutsch neue Longs dazukamen. Ich nutze die Karten deshalb als Landkarte für meine Zonen und nicht als Kursziel.

III
On-Chain
09
On-Chain · Kostenbasis der kurzfristigen Halter

Das Polster der Neuen ist dünner geworden

Kurzfristige Halter sind alle, die ihre Bitcoin in den letzten 150 Tagen gekauft oder bewegt haben. Ihr durchschnittlicher Einstand liegt heute bei 74'490 Dollar und ist seit dem letzten Letter leicht gestiegen, weil zu höheren Preisen nachgekauft wurde. Beim aktuellen Kurs liegen die Neuen im Schnitt 9 Prozent vorne, im letzten Letter waren es 12 Prozent. Am Tief vom Donnerstag waren es noch rund 7 Prozent.

Die Phase, die am 19. August begonnen hat, ist damit intakt. Seither liegt der Kurs ohne Unterbruch über dieser Kostenbasis, und in so einer Phase kaufen die Neuen Rücksetzer lieber nach, als mit Verlust zu verkaufen. Der Rutsch dieser Woche hat die Linie nicht berührt.

Das Polster schrumpft aber. Bei rund 78'300 lägen die Neuen im Schnitt nur noch rund 5 Prozent vorne, und im Sommer haben sie auf diesem Niveau jede Erholung zum Aussteigen genutzt. Diese Marke liegt direkt unter dem Long-Band bei 78'500 bis 79'500, und das macht den Bereich unter der Kaufzone für mich so heikel. Grössere Gewinnmitnahmen beginnen dagegen erst bei rund 93'700, das ist weit weg.

Zwei Liniendiagramme über zwölf Monate. Oben der Bitcoin-Kurs (schwarz) und die Kostenbasis der kurzfristigen Halter (blau) in einem grauen Band. Der Kurs lag von Februar bis August meist unter der blauen Linie und seit Ende August darüber; heute 81'298 gegen eine Kostenbasis von 74'490. Unten das STH-MVRV, heute 1,09, über der Break-even-Linie 1,0. Die Tage seit Letter 33 sind blau hinterlegt.
Täglich, 17.10.2025 bis 17.10.2026. Quelle: Bitview; Band aus dem STH-MVRV seit 2015, eigene Berechnung
10
On-Chain · Verteilung der Kostenbasen

Die Wand steht, darunter entsteht ein Deckel

Diese Grafik zeigt für jede Preisstufe von 1'000 Dollar, wie viele Bitcoin zuletzt zu diesem Preis gekauft oder bewegt wurden. Die Wand bei 84'000 bis 85'000 hält heute 933'000 BTC, rund 20'000 weniger als beim letzten Letter. Sie ist um 2 Prozent geschrumpft und bleibt mit Abstand die grösste Stufe weit und breit. Abgearbeitet wurde sie nicht, der Kurs kam nur zweimal an ihre Unterkante.

Neu ist, was darunter passiert ist. Die Stufe 81'000 bis 82'000 hat sich in vier Tagen auf rund 353'000 BTC mehr als verdoppelt, und im ganzen Bereich von 81'000 bis 83'000 kamen rund 257'000 BTC dazu, fast alles bei kurzfristigen Haltern. Die Coins kamen von oben, aus der Zone 85'000 bis 87'000, und von unten, aus dem Bereich unter 78'000. Wer den Rutsch gekauft hat, sitzt jetzt mit Einstand genau am heutigen Kurs.

Liegendes Balkendiagramm. Links die Bitcoin-Menge je 1000-Dollar-Preisstufe zwischen 70'000 und 100'000 Dollar. Die Stufe 84'000 bis 85'000 ist blau und mit 933'000 BTC mit Abstand die längste, eine Linie zeigt den etwas höheren Stand von Letter 33. Auch die Stufe 81'000 bis 82'000 ist blau, eine waagrechte Linie markiert den Kurs von 81'368. Rechts die Veränderung seit 12. Oktober: plus 257'000 BTC bei 81'000 bis 83'000 und minus 81'000 BTC bei 85'000 bis 87'000.
Stand 16.10.2026 gegen 12.10., 16:26 UTC. Quelle: Bitview URPD; eigene Berechnung

Das ändert die Statik. Im letzten Letter war die Zone 82'000 bis 84'000 die frische Unterstützung der Neuen, und ich hatte geschrieben, dass rund 760'000 BTC sofort im Minus liegen, wenn der Kurs darunter fällt. Genau das ist passiert. Heute liegen dort rund 790'000 BTC knapp im Verlust, und bei jeder Erholung in diesen Bereich dürften viele dieser Halter froh sein, zum Einstand rauszukommen. Aus dem Boden ist ein Deckel geworden.

In der Kaufzone selbst liegt dagegen kaum Kostenbasis, die Stufen bei 79'000 und 80'000 halten nur je rund 177'000 BTC. Die Stütze dort kommt von gehebelter Liquidität und von Käufern, die auf diesen Preis warten, nicht von Haltern, die ihren Einstand verteidigen. Das macht die Zone anfälliger, als sie auf dem Chart aussieht.

11
On-Chain · Realisierte Verluste

Kein zweiter Verlustschub, aber mehr Neue unter Wasser

Die SOPR-Kennzahl vergleicht den Verkaufspreis bewegter Bitcoin mit ihrem Kaufpreis. Liegt sie unter 1, wurde im Schnitt mit Verlust verkauft. Bei den kurzfristigen Haltern lag sie seit dem letzten Letter an drei von fünf Tagen knapp unter 1, und am Donnerstag haben sie Verluste von 0,32 Milliarden Dollar realisiert. Meine Linie für einen zweiten Schub lag bei einer halben Milliarde pro Tag, sie wurde nicht erreicht, und der Wert liegt sogar unter dem vom 8. Oktober.

Dafür liegen mehr Neue unter Wasser als nach dem letzten Rutsch. Am Mittwoch waren 35,2 Prozent ihrer Coins im Verlust, so viele wie seit Mitte September nicht, heute sind es 34,6 Prozent oder rund 1,27 Millionen BTC. Am 8. Oktober waren es 29 Prozent, obwohl der Kurs heute nicht tiefer liegt. Der Grund ist die neu gekaufte Menge zwischen 82'000 und 84'000.

Drei Diagramme vom 1. Mai bis 17. Oktober 2026. Oben der Bitcoin-Kurs, heute 81'298. In der Mitte Tagesbalken der realisierten Gewinne nach oben und Verluste nach unten der kurzfristigen Halter; der Verlust vom 15. Oktober (0,32 Milliarden Dollar) ist blau und bleibt über der gestrichelten Linie von 0,5 Milliarden, kleiner als am 8. Oktober (0,47) und weit unter dem 13. Juli (1,81). Unten das STH-SOPR um die Linie 1,0, im 7-Tage-Schnitt bei 1,001.
Täglich, 1.5. bis 17.10.2026. Quelle: Bitview; 7-Tage-Schnitt eigene Berechnung

Die Neuen verkaufen jede Schwäche mit kleinem Verlust und jede Erholung mit kleinem Gewinn, im Wochenschnitt klebt die Kennzahl deshalb genau bei 1. So sieht ein Markt aus, in dem keine Seite gewinnt. Bullisher werde ich erst, wenn sie bei steigendem Kurs klar darüber steigt. Steigen die Verluste dagegen über eine halbe Milliarde pro Tag, kippt die Unterstützung.

12
On-Chain · Langfristhalter

Die Alten geben ab, aber leiser

Zu den Langfristhaltern zählen alle Bitcoin, die mindestens 150 Tage nicht bewegt wurden. Ihr Bestand ist seit dem letzten Letter um rund 51'000 BTC gesunken. Das Tempo nimmt ab, in der Woche bis zum 12. Oktober waren es noch rund 80'000 BTC, in der Woche bis Freitag rund 33'000. Meine Warnschwelle von 150'000 BTC in einer Woche ist weit weg.

Auch an der Wand ist nichts aufgewacht. Als Bitcoin am Dienstag und Mittwoch an 84'000 kam, bewegten die Alten nicht mehr alte Coins als im Schnitt der letzten 30 Tage, am 6. und 7. Oktober war es noch mehr als doppelt so viel. Am Abend des 12. Oktober wurden zwar 4'581 BTC bewegt, die seit März 2020 auf derselben Adresse lagen, sie wurden aber nur auf fünf neue Adressen verteilt. Ausgegeben hat keine davon bis heute etwas. Als Verkaufsdruck taugt die Bewegung deshalb nicht.

Drei Diagramme über zwölf Monate. Oben der Bitcoin-Kurs, heute 81'298. In der Mitte der Bestand der Langfristhalter in Blau: Er fiel im November 2025 von rund 15,2 auf 14,1 Millionen BTC, stieg bis zum Hoch am 27. Juli auf 16,89 Millionen und sinkt seitdem langsam auf heute 16,44 Millionen. Unten Tagesbalken der vernichteten Coin Days der Langfristhalter; seit 12. Oktober höchstens 13 Millionen pro Tag, so viel wie der 30-Tage-Schnitt.
Täglich, 17.10.2025 bis 17.10.2026. Quelle: Bitview; 30-Tage-Schnitt eigene Berechnung

Neu ist etwas anderes. Am Mittwoch fiel auch die SOPR-Kennzahl der Langfristhalter unter 1. Unter den Alten verkaufen inzwischen also auch Käufer aus dem Spätherbst 2025 und dem Winter, die über 90'000 eingestiegen sind und jetzt mit Verlust aussteigen. Ein Ausverkauf ist das nicht, aber über dem Kurs liegt Angebot von Haltern, die bei jeder Erholung raus wollen.

13
On-Chain · Nachfrage

Die Käufer fehlen weiterhin

Im letzten Letter hatte ich geschrieben, dass zwei Tage hintereinander mit ETF-Zuflüssen über 200 Millionen Dollar das erste Zeichen wären, dass die Wand fallen kann. Es gab keinen einzigen solchen Tag. Am Dienstag flossen 176 Millionen zu, am Tag der Inflationszahl flossen 261 Millionen wieder ab, einer der grössten Abflusstage seit Anfang September. Seit dem letzten Letter sind netto rund 157 Millionen Dollar abgeflossen, für Freitag fehlt noch der Wert des grössten Fonds.

In Bitcoin gerechnet haben die ETFs rund 1'960 BTC abgegeben, während in derselben Zeit rund 2'430 BTC neu geschürft wurden. Die Fonds nehmen also nicht einmal die neue Menge auf, sie geben selbst ab. Seit dem Hoch am 6. Oktober sind rund 860 Millionen Dollar wieder abgeflossen.

Zwei Diagramme vom 1. September bis 16. Oktober 2026. Oben Tagesbalken der Nettoflüsse der US-Spot-Bitcoin-ETFs mit einer gestrichelten Linie bei plus 200 Millionen Dollar. Seit Letter 33 (blau hinterlegt) erreicht kein Tag die Linie: plus 176 Millionen am 13.10., minus 261 Millionen am 14.10. Unten die Summe seit 1. September, die vom Hoch von plus 2'969 Millionen am 6. Oktober auf plus 2'105 Millionen fällt; seit 12. Oktober minus 157 Millionen, rund minus 1'959 BTC.
Handelstage 1.9. bis 16.10.2026, 16.10. ohne IBIT. Quelle: Farside Investors

Auch sonst kommt kein frisches Geld. Das Angebot der beiden grossen Stablecoins, der digitalen Dollar, mit denen am Kryptomarkt gekauft wird, ist seit dem letzten Letter um knapp 1 Milliarde auf 256,4 Milliarden Dollar geschrumpft. Der Bitcoin-Bestand auf den Börsen bleibt praktisch unverändert, und amerikanische Käufer zahlen auf Coinbase keinen Aufpreis gegenüber Binance.

Drei Diagramme vom 1. September bis 17. Oktober 2026. Oben der Bitcoin-Bestand auf Börsen, der von rund 2'720'000 BTC Mitte September auf 2'660'000 am 6. Oktober sinkt und seither flach bei 2'678'000 liegt. In der Mitte das Angebot von USDT plus USDC in Blau, vom Hoch von 260,2 Milliarden Dollar am 25. September auf 256,4 Milliarden. Unten die Coinbase-Prämie gegen Binance, seit Anfang Oktober leicht negativ, zuletzt minus 0,022 Prozent.
1.9. bis 17.10.2026, Börsenbestand bis 16.10. Quelle: Coin Metrics, DefiLlama, Coinbase, Binance; eigene Berechnung

Damit gilt der Satz aus den letzten Letters weiter: Bitcoin wird gehalten, aber nicht gekauft. Der Rutsch dieser Woche kam nicht von Verkäufern am Kassamarkt, die Erholung aber auch nicht von Käufern. Solange das so bleibt, entscheidet der Futures-Markt über die nächsten Prozente.

14
On-Chain · Miner

Von den Minern kommt weiter kein Druck

Am Freitag um 14:37 Uhr stieg die Schwierigkeit im Bitcoin-Netz um 5,9 Prozent, ich hatte rund 5 Prozent erwartet. Es war die grösste Erhöhung seit mindestens drei Monaten. Sie drückt den Ertrag pro Rechenleistung, den sogenannten Hashprice, bei gleichem Kurs um fast denselben Betrag, er fiel von 38,80 auf 36,82 Dollar pro Petahash und Tag.

Meine Linie lag bei 35 Dollar, und bis dorthin fehlen noch rund 5 Prozent. Bei gleicher Schwierigkeit entspräche das einem Kurs von rund 77'000 Dollar. Die Hashrate steigt weiter, und eine Kapitulation der Miner, also eine Phase, in der sie Bestände verkaufen müssen, ist nicht in Sicht. Für die nächsten zwei Wochen sind die Miner für mich neutral, wichtig würden sie erst unter der Kaufzone.

Drei Diagramme über zwölf Monate. Oben drei Hashrate-Linien, die seit August wieder steigen: 7-Tage-Schnitt 1'030, 30-Tage-Schnitt in Blau 981, 60-Tage-Schnitt 954 EH/s. In der Mitte die Difficulty als Treppe, die am 16. Oktober um 5,9 Prozent auf 140,6 Billionen springt. Unten der Hashprice, heute 36,8 Dollar pro PH/s und Tag, über der blauen Linie bei 35 und über dem Tief von 27,7 am 6. Juni.
Täglich, 17.10.2025 bis 17.10.2026. Quelle: Bitview, mempool.space
IV
Makro
15
Makro · Fed

Warsh hat den Oktober abgeräumt

Die Inflationszahl war nicht die einzige heisse Zahl der Woche. Am Donnerstag stiegen die Erzeugerpreise um 1,3 Prozent zum Vormonat, erwartet waren rund 0,5 Prozent, und im Jahresvergleich liegen sie mit 6,3 Prozent so hoch wie seit Dezember 2022 nicht. Bitcoin verlor danach innerhalb einer Stunde 1 Prozent, das Tief der Woche kam 85 Minuten nach der Zahl. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt schwach, im September kamen nur 29'000 Stellen dazu. Diese Mischung macht es einer Notenbank, die schon erhöht hat, nicht leichter.

Am Freitag um 5:30 Uhr sprach dann Fed-Chef Kevin Warsh in Bangkok mit IWF-Chefin Kristalina Georgieva. Ein Signal für den 28. Oktober gab er nicht: «I don't prejudge meetings.» Auf die Frage nach Hinweisen sagte er: «We're not in that business anymore.» Die Welt habe sich seit September weitgehend so entwickelt, wie die Fed es erwartet habe.

Der Markt las das als Entwarnung für Oktober. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung am 28. Oktober fiel innerhalb von gut zwei Stunden von 27,5 auf 14,5 Prozent, heute früh liegt sie bei 13,5 Prozent. Nach einer Woche mit heisser Kern- und Erzeugerinflation ist sie damit tiefer als beim letzten Letter, als es 16,5 Prozent waren. Bitcoin hat sich bei der Rede kaum bewegt.

Liniendiagramm der Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung am 28. Oktober seit Anfang Oktober in 10-Minuten-Werten. Die blaue Polymarket-Linie liegt bis zum 13.10. meist zwischen 15 und 20 Prozent, springt mit der Inflationszahl am 14.10. auf rund 51 Prozent, sinkt danach auf rund 27 Prozent und fällt nach Warsh am 16.10. auf 13,5 Prozent. Die graue Futures-Linie verläuft ähnlich und steht bei 18 Prozent. Die Zeit seit Letter 33 ist blau hinterlegt.
1. bis 17.10.2026, 10-Minuten-Werte (Schweizer Zeit). Quelle: Polymarket, CBOT Fed-Funds-Futures; eigene Berechnung

Vorbei ist die Straffung damit nicht. Mehrere Banken erwarten weiter eine Erhöhung im Dezember, und die meisten Fed-Mitglieder rechneten im September noch mit einem weiteren Schritt in diesem Jahr. Seit heute früh um 6 Uhr gilt die Schweigeperiode vor der Sitzung, Warsh war die letzte Fed-Stimme. Die nächste Aussage kommt mit dem Entscheid am 28. Oktober, und dort zählt für mich weniger der Oktober als die Frage, ob Warsh den Dezember offenlässt.

16
Makro · Zinsen und Dollar

Die Zinsen fielen, Bitcoin trotzdem

Die langen Renditen haben den Sprung vom Mittwoch noch am selben Tag zurückgegeben und sind danach weiter gefallen. Die zehnjährige US-Rendite schloss am Freitag bei 5,09 Prozent, 0,15 Prozentpunkte tiefer als beim letzten Letter. Der Realzins, also das, was nach der erwarteten Inflation übrig bleibt, fiel von 2,91 auf 2,74 Prozent. Die Inflationserwartung selbst blieb gleich, der ganze Rückgang kam über den Realzins.

Nach einer heissen Inflationszahl ist das ungewöhnlich. Der schwache Arbeitsmarkt und die fallenden Aktien dürften Geld in sichere Anleihen getrieben haben. Für Bitcoin heisst das, dass er in einer Woche gefallen ist, in der die Zinsen sanken. Meine Linie bei 5,31 Prozent ist weiter weg als vor einer Woche, und der Zins bleibt für mich die Wetterlage. Wirken kann er im Moment vor allem über Überraschungen, wie am Mittwoch, als die Fed-Wette in Minuten sprang.

Zwei Liniendiagramme seit 1. September. Oben die Renditen von US-Staatsanleihen mit 30, 10 und 2 Jahren Laufzeit und der Realzins der zehnjährigen inflationsgeschützten Anleihe in Blau. Alle steigen bis Anfang Oktober und fallen seit Letter 33: 30 Jahre 5,43 Prozent, 10 Jahre 5,09 Prozent, deutlich unter der gestrichelten Linie von 5,31 Prozent, 2 Jahre 4,74 Prozent, Realzins 2,74 Prozent. Unten Bitcoin, der trotzdem auf 81'475 fällt.
Tageswerte 1.9. bis 16.10.2026. Quelle: US-Treasury, FRED, Coinbase

Ähnlich lief es beim Dollar. Der Dollar-Index stieg nach der Zahl bis 102,95 und schloss die Woche bei 101,78, tiefer als beim letzten Letter. Der Yen schwächte sich am Mittwoch bis 158,94 je Dollar ab, gut 1 Yen vor der Marke von 160, an der Tokio in diesem Jahr schon eingegriffen hat. Am Donnerstag warnte Japans Finanzministerin, man sei bereit, erneut einzugreifen. Heute steht der Yen bei 158,1, der Druck ist vorerst raus, der nächste Test kommt mit der Bank of Japan am 30. Oktober.

Zwei Liniendiagramme seit 1. September. Oben der Dollar-Index, der bis zum 14. Oktober auf ein Tageshoch von 102,95 steigt und danach auf 101,78 fällt. Unten Yen je Dollar mit einer blauen Linie bei 160, ab der Tokio 2024 und 2026 eingegriffen hat. Der Kurs erreicht am 14. Oktober 158,94 und schliesst bei 158,1.
Tagesschluss 1.9. bis 16.10.2026. Quelle: ICE, Yahoo Finance; Eingriffszone: japanisches Finanzministerium
17
Makro · Öl, Aktien und Asien

Die Belastung kommt jetzt von Öl und Aktien

Zwei Dinge haben sich seit dem letzten Letter klar verschlechtert. Das erste ist das Öl. Brent pendelte bis Donnerstag um 106 Dollar je Fass und sprang am Freitagnachmittag um 3,6 Prozent auf 109,69, im Tageshoch auf 110. Meine Gefahrenlinie lag bei 108 Dollar.

Ich hatte aber auch geschrieben, dass Öl für Bitcoin erst gefährlich wird, wenn es Renditen und Dollar mitnimmt. Das ist am Freitag nicht passiert, beide fielen. Im Moment ist das Öl deshalb vor allem ein Risiko für die nächsten Inflationszahlen und für eine Erhöhung im Dezember. Bleibt Brent über 110 und ziehen Renditen und Dollar nach, ändert sich das schnell.

Liniendiagramm des Brent-Futures seit 1. September mit Tagesspannen und gestrichelten Linien bei 100 und 108 Dollar. Brent steigt von rund 95 auf 108,8 Dollar Mitte September, fällt bis Anfang Oktober gegen 100 Dollar und springt am 16. Oktober auf 109,7 Dollar über die Linie von 108.
Tagesschluss 1.9. bis 16.10.2026. Quelle: ICE via Yahoo Finance

Das zweite sind die Aktien. Der koreanische Kospi brach am Donnerstag um 7,6 Prozent ein, angeführt von Samsung und SK Hynix, der Handel wurde zwischenzeitlich unterbrochen. Bitcoin fiel in derselben Nacht bis 80'125. Seit dem letzten Letter verlor der Nasdaq 4,5 Prozent, am Freitag allein 2,2 Prozent, und der Angstindex VIX stieg von knapp 15 auf fast 20.

Liniendiagramm von Bitcoin, S&P 500, Nasdaq, Gold und Kospi seit 1. September, indexiert auf 100. Bitcoin in Blau steht bei plus 5,3 Prozent, S&P 500 bei plus 0,4, Nasdaq bei plus 0,2, Gold bei minus 4,8 Prozent. Der Kospi bricht seit Letter 33 ein, am 15. Oktober um 7,6 Prozent, und steht bei minus 17,1 Prozent.
Tagesschluss 1.9. bis 16.10.2026. Quelle: Coinbase, KRX, S&P, Nasdaq, COMEX

Dabei waren die Zahlen gut. Die grossen US-Banken lieferten solide Gewinne, TSMC meldete ein Rekordquartal mit 41 Prozent mehr Umsatz, und trotzdem fielen die Aktien. Der Druck kommt aus der Bewertung von KI und Halbleitern, nicht aus den Gewinnen. Seit Anfang September hat sich Bitcoin mit plus 5,3 Prozent besser gehalten als die grossen Aktienindizes, die Schwäche dieser Woche hat er aber mitgemacht.

Liniendiagramm der Aktien von sechs US-Grossbanken im Durchschnitt, von TSMC und von Bitcoin seit 1. September, indexiert auf 100. Senkrechte Linien markieren die Quartalszahlen der Banken am 13. und 14. Oktober und von TSMC am 15. Oktober. Danach fallen beide: TSMC auf minus 0,3 Prozent, die Banken auf minus 9,7 Prozent. Bitcoin in Blau steht bei plus 5,3 Prozent.
Tagesschluss 1.9. bis 16.10.2026. Quelle: NYSE via Yahoo Finance, Coinbase

Damit hat sich die Belastung verschoben. Im letzten Letter waren es Zinsen und Dollar, heute sind es das Öl und die Stimmung an den Aktienmärkten. Bitcoin fiel diese Woche trotz fallender Zinsen. Für mich heisst das, dass im Moment Risikoappetit und Hebel den Kurs bestimmen und weniger der Zins.

V
Bis zur Fed
18
Ausblick · Termine

Erst die Aktien, dann 38 Stunden

Bis zur Fed-Sitzung kommt keine Inflationszahl mehr, die nächste erscheint am 10. November. Die Fed schweigt, und die US-Daten der nächsten Woche sind eher zweitrangig, am Dienstag die Baubeginne, am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Wichtiger sind die Quartalszahlen. Netflix berichtet am Dienstagabend, Tesla und Meta am Mittwochabend, und nach dem Abverkauf bei KI und Halbleitern wird vor allem Meta zeigen, ob die Stimmung weiter kippt.

Am Sonntag, dem 25. Oktober, stellt Europa auf Winterzeit um, ab dann kommen die US-Termine eine Stunde früher. Danach verdichtet sich alles. Am Mittwoch, dem 28. Oktober, entscheidet die Fed um 19 Uhr, um 19:30 Uhr folgt die Pressekonferenz, und am Abend legt Microsoft Zahlen vor. Am Donnerstag um 13:30 Uhr kommen das US-Wachstum im dritten Quartal und die PCE-Preise für September, die zeigen, ob sich die heisse Kernrate bestätigt, am selben Tag entscheidet die EZB.

Am frühen Freitagmorgen entscheidet die Bank of Japan, und um 9 Uhr verfallen auf Deribit die Oktober-Optionen. Vom Fed-Entscheid bis zum Verfall vergehen damit nur 38 Stunden, in denen Fed, Inflation, Japan und der grösste Verfall des Monats aufeinandertreffen. Bis dahin rechne ich mit einem Markt, der vor allem auf die Aktien schaut.

19
Ausblick · Optionen

Der grosse Verfall zieht kaum

Der Wochenverfall vom Freitag hat den Kurs nicht an 83'000 gebunden, wie ich es für möglich gehalten hatte. Abgerechnet wurde bei 82'111 Dollar, und um den Verfall bewegte sich der Kurs kaum. Mit rund 18'000 BTC war er allerdings auch klein.

Am 30. Oktober verfällt eine ganz andere Grösse. Auf Deribit sind für diesen Termin rund 98'600 BTC an Calls und 51'200 BTC an Puts offen, 38 Prozent aller offenen Bitcoin-Optionen der Börse. Die Calls häufen sich weit oben zwischen 90'000 und 100'000 und verfallen beim heutigen Kurs wertlos, die Puts liegen vor allem bei 70'000 bis 75'000.

Max Pain, der Preis, bei dem die Käufer dieser Optionen insgesamt am wenigsten ausbezahlt bekommen, liegt bei 79'000, knapp unter meiner Kaufzone. Viel Anziehung erwarte ich davon nicht. Zwischen 77'000 und 80'500 ist die Kurve fast flach, und beim heutigen Kurs zahlen die Verkäufer der Optionen nur rund 8 Millionen Dollar mehr als bei Max Pain.

Zwei Diagramme. Oben Balken der offenen Bitcoin-Optionen mit Verfall 30. Oktober je Strike zwischen 60'000 und 110'000 Dollar: Calls in Blau nach oben, am grössten bei 95'000 (rund 25'000 BTC), 90'000 und 100'000; Puts in Grau nach unten. Zusammen 98'581 BTC Calls gegen 51'179 BTC Puts, Put/Call 0,52. Eine gestrichelte Linie markiert Max Pain bei 79'000, eine blaue den Kurs von 81'311. Unten die implizite 30-Tage-Volatilität DVOL seit 1. September zwischen rund 33 und 41 Prozent.
Stand 17.10.2026, 4:37 Uhr. Quelle: Deribit (Optionen, DVOL); Max Pain eigene Berechnung

Aussagekräftiger finde ich die Preise. Für den 30. Oktober kostet ein Put, der bei 78'000 absichert, mehr Volatilität als ein Call auf 85'000, der Unterschied liegt bei knapp 4 Punkten. Der Markt zahlt also für Schutz nach unten und nicht für Wetten nach oben. Gleichzeitig steht der Volatilitätsindex von Deribit mit 37,5 genau dort, wo er beim letzten Letter stand. Die Inflationszahl selbst hat ihn nicht angehoben, eine Ausnahmewoche preist der Optionsmarkt also nicht ein.

20
Ausblick · Szenarien

Drei Wege bis zum 30. Oktober

Daraus ergeben sich für mich drei Szenarien. Im ersten pendelt Bitcoin weiter zwischen der Kaufzone und dem neuen Deckel, also zwischen 79'300 und 83'900. Die Fed pausiert, wie es der Markt zu 86,5 Prozent erwartet, die Aktien stabilisieren sich ohne grosse Erholung, und ohne Käufer am Kassamarkt reicht es nicht für die Wand. Der Kurs läuft abwechselnd in die frischen Shorts darüber und die frischen Longs darunter, und dort werden jeweils Positionen zwangsweise geschlossen.

Im zweiten stabilisieren sich die Aktien nach Meta und Microsoft, Brent fällt zurück Richtung 100 Dollar, und Warsh lässt am 28. Oktober den Dezember offen. Dann schliesst Bitcoin über 83'900, die frischen Shorts von 82'000 bis 83'500 werden eingedeckt, und ihre Zwangskäufe tragen den Kurs an die Wand. Erst ein Tagesschluss über 85'500 bei fallendem Open Interest öffnet den Weg zur Zone 87'000 bis 88'000, wo der nächste Short-Block liegt.

Im dritten geht der Abverkauf bei Halbleitern weiter, Brent bleibt über 110, die PCE-Preise bestätigen die heisse Kernrate, oder Warsh kündigt den Dezember klar an. Dazu kommt das Risiko aus Japan, falls die Bank of Japan erhöht und mit billigen Yen finanzierte Positionen schnell geschlossen werden müssen. Dann fällt Bitcoin ein drittes Mal in die Kaufzone, diesmal mit vielen kleinen Konten auf der Long-Seite. Ein Tagesschluss unter 79'300 würde die Longs bei 78'500 bis 79'500 auslösen, darunter wird das Polster der Neuen dünn, und die nächste grosse Masse an Longs liegt erst bei 73'000 bis 76'500.

Bis zum Fed-Abend halte ich das erste Szenario für das wahrscheinlichste. Es kommt keine Inflationszahl, die Fed schweigt, der Verfall hat keinen klaren Magneten, und der Optionsmarkt rechnet mit normaler Schwankung. Danach entscheiden die 38 Stunden vom 28. bis zum 30. Oktober, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

VI
Einschätzung
21
Positionierung · Meine Einschätzung

Ich habe nachgekauft, und ich warte auf den Käufer

Meine Einschätzung: Der Plan aus dem letzten Letter hat funktioniert, die Lage dahinter hat sich aber kaum verbessert. Die Kaufzone hat zum zweiten Mal gehalten, die Langfristhalter werden leiser, die Miner sind stabil, und die Zinsen haben sich entspannt. Gleichzeitig fehlt weiter der Käufer am Kassamarkt, die ETFs geben ab, die Stablecoins schrumpfen, und über dem Kurs ist zur Wand ein zweiter Deckel dazugekommen. Unter dem Kurs stützt vor allem Liquidität, und die kann schnell verschwinden.

Fürs Portfolio habe ich getan, was ich angekündigt hatte. Als Bitcoin am Donnerstag in die Kaufzone bei 79'300 bis 80'900 fiel, habe ich die zweite Tranche gekauft, ohne Hebel. Eine dritte Tranche plane ich in diesem Bereich nicht. Die Swing-Position aus der Zone halte ich weiter, und Teilgewinne nehme ich unverändert bei 87'000 bis 88'000, wo in den längeren Karten der nächste Short-Block liegt.

Bis zum Fed-Abend baue ich nichts Neues auf. Die Kaufzone wurde zweimal getestet, und ein dritter Test würde auf mehr gehebelte Longs treffen als die ersten beiden. Neu einsteigen würde ich erst nach einem Tagesschluss über 85'500 oder tiefer in der Zone 73'000 bis 76'500, wo die Kostenbasis der kurzfristigen Halter liegt. Die Regel bleibt: Bevor ich einsteige, weiss ich, wo ich falsch liege und was mich das kostet, und das bestimmt die Grösse der Position. Hebel nutze ich dafür nicht.

22
Positionierung · Zonen

Meine Zonen bis zum Verfall

Oben steht die Wand bei 84'000 bis 85'000. Dort haben 933'000 BTC ihren Einstand, und in jeder Liquiditätskarte liegt dort ein Block von Shorts, der bis 85'500 reicht. Die Ausbruchsmarke verschiebe ich deshalb auf einen Tagesschluss über 85'500, weil erst dann auch dieses Short-Band abgeräumt ist. Darüber liegt meine Zone für Teilgewinne bei 87'000 bis 88'000.

Der erste Deckel liegt bei 82'000 bis 83'900, in meiner alten Zone. Rund 790'000 BTC haben dort ihren Einstand knapp über dem Kurs, und dazu kommen die frischen Shorts der letzten Tage. Hier will ich sehen, ob Erholungen verkauft werden oder ob Bitcoin auf Tagesschlussbasis darüber hält. Hält er, werden die Shorts zum Brennstoff Richtung Wand.

Unten bleibt die Kaufzone bei 79'300 bis 80'900 meine Unterstützung. In ihr liegen die frischen Longs der letzten Tage, Max Pain des Monatsverfalls liegt mit 79'000 knapp darunter, und direkt unter der Zone wartet das Long-Band bei 78'500 bis 79'500. Hier beobachte ich die kleinen Konten. Steigt ihr Long-Anteil bei fallendem Kurs über 65 Prozent, ist das für mich ein Warnzeichen.

Die tiefere Reaktionszone liegt bei 73'000 bis 76'500. Dort steht in allen unseren Karten die zweite grosse Masse an Longs, die Kostenbasis der kurzfristigen Halter bei 74'500 liegt mitten darin, und die grossen Put-Bestände für den 30. Oktober liegen bei 70'000 bis 75'000. Kommt Bitcoin dorthin, steht die Phase seit August auf dem Spiel, und genau dort würde ich über die nächste Tranche nachdenken.

Fazit

Was meine Sicht ändern würde

Bullisher werde ich bei einem Tagesschluss über 83'900, der hält, und vor allem bei einem Tagesschluss über 85'500, wenn das Open Interest dabei fällt. Dazu brauche ich endlich Käufer, also zwei Tage hintereinander mit ETF-Zuflüssen über 200 Millionen Dollar und wieder wachsende Stablecoins. Kommen ein Ölpreis Richtung 100 Dollar und eine Fed dazu, die den Dezember offenlässt, ist der Weg bis 87'000 frei.

Vorsichtiger werde ich, wenn der Abverkauf bei Halbleitern und in Asien nach Meta und Microsoft weitergeht, wenn Brent über 110 bleibt und Renditen und Dollar mitziehen, wenn die zehnjährige Rendite wieder über 5,31 Prozent steigt oder die Bank of Japan überraschend erhöht. On-Chain wären Verluste der kurzfristigen Halter von mehr als einer halben Milliarde pro Tag das Zeichen, dass die Unterstützung kippt.

Falsch liege ich bei einem Tagesschluss unter 79'300. Dann löst der Kurs die Longs bei 78'500 bis 79'500 aus, das Polster der Neuen wird dünn, und ich schliesse die Swing-Position. Die beiden Tranchen sind Käufe fürs Portfolio und bleiben liegen, nachlegen würde ich frühestens in der Zone 73'000 bis 76'500. Das ist keine Anlageberatung. Ich teile mit euch, wie ich denke und was ich selbst tue.

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The Sanctis Letter 19. September 2026
Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026