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Schmaler Aufschwung

Der wichtigste Industrieindex der USA steht seit neun Monaten über der Wachstumsschwelle. Zerlegt man ihn, bleibt eine echte, aber schmale Erholung, die von Lieferengpässen aufgebläht wird und mitten in eine Zinserhöhung der Fed läuft.

Schmaler Aufschwung

Wenn der wichtigste Industrieindex der USA über 50 steigt, wird daraus schnell ein Zyklussignal, für die einen der Startschuss, für die anderen das letzte Aufflackern vor dem Abschwung. Ich wollte wissen, was im Septemberbericht tatsächlich steckt und ob die US-Industrie gerade aufwacht oder nur kurz zuckt.

01
Die Zahl

Neun Monate über der Linie

Der ISM Manufacturing PMI ist eine monatliche Umfrage des Institute for Supply Management unter Einkaufsverantwortlichen der US-Industrie. Werte über 50 bedeuten, dass mehr Firmen eine Verbesserung melden als eine Verschlechterung. Im September lag der Index bei 54.5, knapp unter dem Vormonat und einen halben Punkt unter den Erwartungen der Ökonomen.

Die Verfehlung ist für die Frage nach dem Zyklus belanglos. Ein Index dieser Art schwankt von Monat zu Monat um einen halben Punkt, ohne dass sich an der Lage etwas ändert. Wichtiger sind drei andere Dinge: wie hoch der Index steht, wie lange schon und woraus er sich zusammensetzt.

Bei Höhe und Dauer sieht es solide aus. Der Index liegt seit Januar ununterbrochen über 50, nachdem er von Ende 2022 bis Ende 2025 fast durchgehend darunter lag. Die US-Industrie kommt also aus einer dreijährigen Flaute, und das prägt die Einordnung mehr als jede Nachkommastelle.

Linienchart des ISM-Index der US-Industrie von Januar 2013 bis September 2026 mit der Schwelle 50, der Flaute 2022 bis 2025 und dem Anstieg 2026 auf 54.5.
Der Index seit 2013: drei Jahre Flaute, seit Januar 2026 wieder über 50.

In dieser Flaute gab es zwei kurze Ausflüge über 50, im Frühjahr 2024 und Anfang 2025. Beide kippten nach ein bis zwei Monaten zurück und zeigen, wie ein Strohfeuer in diesem Index aussieht. Der heutige Lauf dauert deutlich länger und erreicht ein Niveau, das jene Ausflüge nie gesehen haben.

02
Die Mechanik

Was der Index misst und was nicht

Der Index fragt nicht, wie viel produziert wird. Er fragt die Einkäufer, ob Aufträge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lager besser, gleich oder schlechter sind als im Vormonat, und fasst die fünf Antworten mit gleichem Gewicht zusammen. Ökonomen nennen so etwas einen Diffusionsindex: Er misst, wie breit sich eine Bewegung durch die Firmen zieht, nicht wie stark sie ist.

Daraus folgt eine erste Einschränkung. Wenn viele Firmen ein kleines Plus melden, steht der Index hoch, auch wenn die Industrie insgesamt kaum mehr herstellt. Ein Wert über 50 kann deshalb mit einer stagnierenden Produktion zusammenfallen, und genau das wird in diesem Bericht noch wichtig.

Die zweite Einschränkung steckt in den Lieferzeiten. Langsamere Lieferungen heben den Index, weil sie in normalen Zeiten bedeuten, dass die Lieferanten mit Aufträgen eingedeckt sind. Ein Krieg, ein Zoll oder ein verstopfter Hafen verlangsamen Lieferungen aber genauso, und der Index kann das eine nicht vom anderen trennen.

Bei den Lagern ist es ähnlich. Wer aus Angst vor Engpässen oder vor einer Zollerhöhung Vorräte anlegt, hebt den Index, ohne dass ein einziger Endkunde mehr kauft. In einem Jahr mit Krieg im Nahen Osten, teurem Öl und Handelsstreit sind das die zwei Stellen, an denen sich eine Störung als Wachstum verkleiden kann.

03
Die Zerlegung

Geliehene Punkte

Man kann ausrechnen, wie viel jede der fünf Komponenten zum Vorsprung über 50 beiträgt. Im September stammen rund 40 Prozent dieses Vorsprungs allein aus den Lieferzeiten. Wären die Lieferzeiten neutral, läge der Index bei rund 52.7 statt 54.5.

Im Frühjahr war dieser Anteil noch weit höher. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar trugen die Lieferzeiten im April fast vier Fünftel des Vorsprungs. In diesen Monaten war die Expansion der US-Industrie zum grössten Teil ein Stau in den Lieferketten, den die Statistik als Wachstum las.

Gestapelte Balken der fünf Komponenten des ISM-Index als Beitrag zum Abstand von 50, Dezember 2025 bis September 2026, Lieferzeiten hervorgehoben.
Beitrag je Komponente zum Abstand von 50.

Seit Juli hat sich die Qualität verbessert. Aufträge und Produktion tragen inzwischen mehr als die Lieferzeiten, und die Lager ziehen im September sogar leicht nach unten. Nimmt man nur den Kern aus Aufträgen, Produktion und Beschäftigung, kommt man auf rund 54.9, also auf etwas mehr als den veröffentlichten Wert.

Ich lese das so: Der Gesamtwert ist um knapp zwei Punkte geschönt, aber unter der Schminke steht ein echtes Gesicht. Wer den Septemberbericht als reinen Lieferzeiten-Effekt abtut, hätte im April recht gehabt. Heute macht er es sich zu einfach.

04
Die Nachfrage

Was unter der Schminke liegt

Der Auftragseingang ist der stärkste Teil des Berichts. Er liegt seit neun Monaten über 50, und der Bestand an unerledigten Aufträgen wächst wieder spürbar. Die Firmen haben also mehr Arbeit auf dem Tisch, als sie gerade abarbeiten.

Gleichzeitig melden die Firmen seit zwei Jahren, dass ihre Kunden zu wenig auf Lager haben. Das passt schlecht zu einem reinen Vorzieheffekt. Wer vor einer Zollerhöhung auf Vorrat kauft, füllt seine Lager, dann müssten die Kundenlager voll sein. Dünne Kundenlager deuten eher auf Nachholbedarf, der die Produktion noch eine Weile beschäftigen kann.

Ein einfaches Mass fasst das zusammen: Auftragseingang minus eigene Lager. Kommen die Aufträge schneller herein, als die Lager wachsen, muss die Produktion nachziehen. Diese Differenz liegt heute klar über ihrem mittleren Wert seit 2013, ohne extrem zu sein.

Linienchart Auftragseingang minus Lager von 2013 bis September 2026 mit Medianlinie bei +3.8 und aktuellem Wert +6.7.
Auftragseingang minus Lager, mit Median seit 2013.

Bei der Beschäftigung hat sich etwas gedreht, das bei kurzen Ausschlägen typischerweise fehlt. Der Teilindex liegt den dritten Monat über 50, nach fast drei Jahren Stellenabbau. Firmen stellen erst ein, wenn sie der Nachfrage über mehr als ein paar Wochen trauen.

Die Breite ist gut, aber nicht mehr so gut wie im Sommer. Zwölf von achtzehn Branchen melden Wachstum, im August waren es noch fünfzehn. Die Erholung reicht also über einzelne Nischen hinaus, hat in der Breite zuletzt aber etwas verloren.

05
Preise und Stimmen

Zwei Industrien in einem Bericht

Der Preisindex ist die unangenehmste Zahl im Bericht. Er sprang im September auf 77.9 und liegt damit wieder auf dem Niveau vom Kriegsbeginn. Knapp drei von fünf Firmen zahlen mehr für ihre Vorprodukte als im Vormonat.

Die Treiber sind vor allem Kosten: teurere Erdölprodukte, höhere Stahl- und Aluminiumpreise und Zölle auf viele Importgüter. Ich lese den Preisdruck deshalb überwiegend als Angebotsschock und weniger als Zeichen überhitzter Nachfrage. Er hilft der Industrie nicht, er hält aber die Inflation hoch, und auf die Inflation reagiert die Fed.

Die Kommentare der Befragten zeigen, wie gespalten die Lage ist. Ein Maschinenbauer meldet, die Aufträge hätten sich erneut verdoppelt, allerdings nur aus Halbleitern, Elektronik und Staat, der Rest sei flach bis rückläufig. Ein anderer schreibt, die Nachfrage aus KI und Rechenzentren habe die heimische Stahlkapazität an ihre Grenze gebracht.

Auf der anderen Seite steht die Chemie, die ihre bessere Lage ausdrücklich auf vorübergehende Effekte zurückführt, darunter vorgezogene Kundenkäufe. Der Fahrzeugbau klagt über den Handelsstreit mit Kanada, seine Kunden schieben Investitionen auf, bis Kosten und Nachfrage klarer sind. Ich sehe zwei Industrien in einem Bericht: eine, die von KI, Halbleitern und Staatsaufträgen gezogen wird, und eine, die wartet.

Der Zollstreit wird dabei lauter. Unter den negativen Kommentaren nennt inzwischen rund ein Drittel die Zölle, fast doppelt so viele wie im Juli. Für die wartende Industrie ist das kein gutes Zeichen, denn die Unsicherheit über Kosten ist genau der Grund, aus dem sie Investitionen aufschiebt.

06
Die Bestätigungsprobe

Die harten Daten ziehen kaum mit

Umfragen messen Stimmung, die Produktionsstatistik misst den tatsächlichen Ausstoss. Die harten Daten reichen bis August, und sie sind deutlich nüchterner. Die Produktion der US-Industrie liegt nur rund ein Prozent über dem Vorjahr, im August ist sie sogar leicht gesunken.

Auch die Fabriken sind nicht ausgelastet. Die Kapazitätsauslastung liegt rund zweieinhalb Punkte unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Ein Aufschwung, der an Grenzen stösst, sieht anders aus, auch wenn einzelne Ecken wie der Stahl für Rechenzentren am Anschlag laufen.

Stark sind dagegen die Bestellungen von Ausrüstungen, also Maschinen und Anlagen ohne Rüstung und Flugzeuge, die als Gradmesser für Firmeninvestitionen gelten. Sie liegen gut 14 Prozent über dem Vorjahr und so hoch wie nie seit Beginn der Reihe 2012. Gemessen wird allerdings in Dollar, und bei stark steigenden Preisen ist ein Teil davon Inflation und keine zusätzliche Menge.

Beim Personal bestätigen die harten Daten die Wende vorsichtig. Seit Dezember hat die Industrie rund 58'000 Stellen geschaffen, gegenüber Anfang 2023 fehlen aber immer noch rund 265'000. Ein leiseres Signal wiegt schwerer: Die Produktionsbeschäftigten arbeiten pro Woche deutlich länger als vor zwei Jahren. Firmen verlängern zuerst die Schichten und stellen erst danach ein, deshalb gelten längere Arbeitszeiten als frühes Aufschwungsmerkmal.

Gegen eine grosse Rückverlagerung der Industrie in die USA spricht der Fabrikbau. Die privaten Ausgaben für neue Werke liegen rund ein Fünftel unter dem Vorjahr. Ich lese das als auslaufende Bauwelle der Subventionsprogramme für Chips und saubere Energie, die neue Stärke steckt in Maschinen und kaum in neuen Hallen.

Grundsätzlicher ist ein Befund über die letzten dreizehn Jahre. Der Index und die Produktion laufen nur lose gemeinsam, und einen Vorlauf von mehr als ein paar Monaten hat der Index kaum. In mehr als einem Drittel der Monate mit einem Wert über 50 lag die Produktion gleichzeitig unter dem Vorjahr.

Zwei Panels: oben der ISM-Index seit 2013, unten die Vorjahresraten der Industrieproduktion und der Ausrüstungsaufträge.
Index gegen Produktion und Aufträge (nominal), harte Daten bis August 2026.

Andere Umfragen bestätigen die Höhe, weniger die Richtung. Beim zweiten grossen Einkaufsmanagerindex, den S&P Global erhebt, liegt für September nur die Schnellschätzung vor, und sie ist mit 57 sogar noch stärker, ebenfalls mit langen Lieferzeiten. Die regionalen Umfragen der Fed zeigen dagegen in New York eine deutliche Abkühlung, und in Philadelphia fielen die Erwartungen für die kommenden Monate spürbar.

07
Der Gesamtzyklus

Ein eigener Takt in einer späten Expansion

Ein klassischer Frühzyklus beginnt nach einer Rezession. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Notenbank senkt die Zinsen, und die Wirtschaft hat viel ungenutzte Kapazität, die sie ohne Preisdruck wieder hochfahren kann. Im Spätzyklus ist es umgekehrt: Der Arbeitsmarkt ist eng, die Preise steigen, und die Notenbank bremst.

Die USA hatten seit 2020 keine Rezession mehr. Die Arbeitslosenquote ist zuletzt auf 4.1 Prozent gefallen, und die sogenannte Sahm-Regel, die einen raschen Anstieg der Arbeitslosigkeit als Rezessionswarnung liest, ist weit von ihrer Schwelle entfernt. Dazu klagen Firmen in den Kommentaren über Facharbeitermangel, ein typisches Merkmal eines späten Zyklus.

Die Fed hat am 16. September die Zinsen um einen Viertelpunkt erhöht, zum ersten Mal seit drei Jahren, und weitere Schritte signalisiert. Sie begründet das mit einer Wirtschaft, die solide wächst, und einer Inflation, die hoch bleibt. Eine Notenbank, die in eine Industrieerholung hinein strafft, ist das Gegenteil des Frühzyklus-Musters.

Ein Signal spricht für den frühen Zyklus. Normalerweise liegen langfristige Zinsen über den kurzfristigen, vor Rezessionen dreht sich das häufig um. Die Zinskurve war 2023 tief invertiert und ist heute wieder klar positiv, gegenüber zweijährigen Anleihen allerdings seit Januar wieder etwas flacher geworden.

Vier Kacheln, je über den Zeitraum mit Daten: Zinskurve seit 2022, Arbeitslosenquote seit Mai 2023, Ölpreis seit 2024 mit der Spitze im Frühjahr 2026 und effektiver Leitzins seit September 2024 mit der Erhöhung im September 2026.
Monatswerte. Jede Kachel zeigt den Zeitraum, für den Daten vorliegen.

Dazu kommt der Ölpreis. Er stieg nach Kriegsbeginn von gut 60 auf über 100 Dollar je Fass und liegt mit zuletzt rund 84 Dollar noch immer weit über dem Vorkriegsniveau. Teure Energie verteuert Produktion und Transport und hält genau die Inflation hoch, gegen die die Fed gerade anhebt.

Zusammengenommen passt das Raster früh gegen spät schlecht. Es gab keine Gesamtrezession, die Industrie kommt aus ihrer eigenen, dreijährigen Flaute. Ich lese das so: Die US-Industrie fährt einen eigenen Zyklus, mitten in einer späten, inflationären Expansion.

08
Die Historie

Was frühere Sprünge über 54 taten

Die schärfste Probe für ein Strohfeuer ist die Geschichte. Gesucht sind die Momente seit 2013, in denen der Index nach einer Schwächephase unter 50 erstmals wieder auf 54 oder mehr sprang. Ein Strohfeuer wäre es, wenn er danach innerhalb eines halben Jahres wieder unter 50 fällt oder die Produktion nicht mitzieht.

Drei frühere Fälle passen: Mitte 2013, Ende 2016 und Mitte 2020. Alle drei blieben danach mehr als zwei Jahre ununterbrochen über 50, keiner fiel schnell zurück. Die heutige Phase begann im Mai und läuft seit fünf Monaten.

Überlagerte Verläufe des ISM-Index ab Juli 2013, Dezember 2016, Juli 2020 und Mai 2026, jeweils ab dem ersten Wert von 54 oder mehr.
Monat 0 ist der erste Wert von 54 oder mehr nach einer Flaute.

Bei der Produktion ist die Bilanz ernüchternd. Ein halbes Jahr nach dem Sprung lag sie in zwei der drei Fälle trotzdem unter dem Vorjahr, im Fall 2020 allerdings verzerrt durch den Einbruch während der Pandemie. Nur 2016 bestätigten Produktion und Investitionsaufträge den Index.

Sprünge über 54 nach einer Flaute (Veränderung zum Vorjahr, Aufträge nominal)
StartIndexMonate über 50Produktion 6 M.Aufträge 6 M.Unter 50 in 6 M.
Juli 201355.428-0.4 %-2.4 %nein
Dez. 201654.732+0.6 %+1.3 %nein
Juli 202054.228-0.8 %+5.8 %nein
Mai 202654.05 (laufend)offenoffenbisher nein
ISM, Federal Reserve (Industrieproduktion), Census Bureau (Kernaufträge); eigene Berechnung

Ich ziehe daraus zwei Schlüsse. Ein schneller Rückfall unter 50 ist nach einem solchen Sprung selten, und die beiden jüngsten Fehlsignale erreichten nie 54. Die chronische Schwäche der US-Industrie liegt woanders, im Übersetzen guter Umfragen in mehr Produktion. Bei drei Fällen sind das Indizien und keine Wahrscheinlichkeiten.

Unter den gerechneten Fällen liegt Ende 2016 am nächsten am heutigen Umfeld: eine Erholung nach einer Industrieflaute ohne Gesamtrezession, eine Fed im Erhöhungszyklus, später Zölle. Damals hielt der Index fast drei Jahre und fiel erst 2019 unter 50, nach Handelskrieg und Zinserhöhungen. Heute kommen ein Öl- und Lieferschock und höhere Inflation dazu, und die Zölle wirken bereits.

Der Fall 2020 lehrt etwas anderes. Damals trugen extreme Lieferzeiten und Preise den Index mit, und trotzdem blieb er lange über 50. Aufgeblähte Lieferzeiten allein beweisen also kein Strohfeuer, sie machen nur die Höhe des Index weniger aussagekräftig.

09
Am Rand

Und Bitcoin?

Im Kryptomarkt hält sich die Idee, der Industriezyklus gebe den Takt für Bitcoin vor und ein ISM über 50 kündige gute Jahre an. Seit 2013 tragen die Daten das nicht. Die Bitcoin-Rendite der jeweils folgenden zwölf Monate war in Phasen mit einem Index über 50 typischerweise sogar tiefer als in schwachen Phasen.

Daraus würde ich trotzdem nichts ableiten. Bitcoin hat in dieser Zeit nur etwa drei eigene Zyklen erlebt, und die Zeitfenster überlappen sich stark. Wer den Index als Kaufsignal verkauft, stützt sich auf eine Handvoll Beobachtungen, und dasselbe gilt für jeden, der das Gegenteil behauptet.

Fazit

Weder Startschuss noch Strohfeuer

Die US-Industrie steht nach meiner Lesart weder am Anfang eines klassischen Aufschwungs, noch ist ihre Stärke ein belegtes Strohfeuer. Am besten passen die Daten zu einer echten, aber schmal getragenen Erholung nach drei Jahren Flaute. Die Nachfrage ist real, sie konzentriert sich aber auf KI, Halbleiter, Staatsaufträge und Metalle, und knapp zwei Punkte des Index stammen aus dem Stau in den Lieferketten.

Diese Erholung läuft in späte Bremsen hinein: eine Fed, die wieder anhebt, teures Öl und einen eskalierenden Zollstreit. Die Produktion wächst kaum, der Fabrikbau schrumpft. Meine Sicherheit ist deshalb niedrig bis mittel, auch weil es seit 2013 nur drei vergleichbare Fälle gibt.

Klarer wird es in den nächsten Monaten an einer einfachen Kombination. Normalisieren sich die Lieferzeiten, während die Aufträge stark bleiben und die Produktion wieder wächst, wird aus der schmalen Erholung ein echter Aufschwung. Fallen dagegen die Aufträge unter 50, während die Preise hoch bleiben, und zieht die Fed weiter an, kippt das Urteil Richtung Strohfeuer.

Ein Rückgang des Index allein wegen kürzerer Lieferzeiten wäre kein Warnsignal, er wäre die Normalisierung, die eine gesunde Erholung braucht. Die eigentliche Frage lautet deshalb weniger, ob der Index über 50 bleibt. Sie lautet, ob die US-Industrie diesmal schafft, was ihr seit Jahren kaum gelingt: aus guter Stimmung auch mehr Produktion zu machen.

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The Sanctis Letter 19. September 2026

Was sich beim Sanctis Letter verändert hat

Ich habe in den letzten Wochen ziemlich viel am Sanctis Letter und am gesamten Memberbereich verändert.

Einige Dinge seht ihr sofort. Andere fallen wahrscheinlich erst auf, wenn ihr euch etwas durch die Plattform klickt.

Deshalb hier einmal alles gesammelt.

01
Neu gestaltet

Die Plattform sieht jetzt anders aus

Vor allem auf dem Handy war ich selbst nicht mehr zufrieden.

Es war teilweise zu voll und man musste zu lange suchen, bis man dort war, wo man eigentlich hinwollte. Deshalb habe ich die mobile Version fast komplett neu aufgebaut.

Die wichtigsten Bereiche findet ihr jetzt direkt unten in der Navigation.

Auch die Desktop-Version habe ich angepasst und an vielen Stellen aufgeräumt.

02
Neu

Auf Home findet ihr sofort den neusten Letter

Wenn ihr euch einloggt, seht ihr direkt den aktuellsten Sanctis Letter.

Darunter findet ihr auch die Inhalte, die ihr zuletzt gelesen habt. Wenn ihr einen Letter nicht fertig gelesen habt oder später noch einmal öffnen möchtet, müsst ihr ihn nicht erneut suchen.

Eine simple Änderung, die meiner Meinung nach schon lange gefehlt hat.

03
Neu geordnet

Research ist jetzt klarer aufgebaut

Im Research-Bereich findet ihr die Sanctis Letters und die kostenlosen Marktupdates sauber voneinander getrennt.

Ich spiele aktuell auch mit dem Gedanken, die normalen Letters teilweise etwas kürzer zu halten.

Nicht weniger Research und nicht weniger Inhalt. Einfach schneller zum eigentlichen Punkt.

Ich merke selbst, dass man nicht jeden Gedanken über zehn Absätze erklären muss. Mir ist wichtiger, dass ihr nach einem Letter genau wisst, was ich sehe, welche Szenarien ich beobachte und was meine Einschätzung verändern würde.

04
In Überlegung

Kurzfristige Einschätzungen

Im Bereich Updates findet ihr aktuell vor allem Änderungen rund um die Plattform.

Ich überlege gerade, dort zusätzlich kurzfristige Gedanken zum Markt zu veröffentlichen.

Also Beobachtungen, Veränderungen oder Einschätzungen, die wichtig sind, aber keinen kompletten Sanctis Letter benötigen.

Manchmal passiert etwas am Markt und ich möchte euch kurz sagen können, wie ich es einordne. Dafür jedes Mal einen ganzen Letter zu schreiben, macht keinen Sinn.

05
Neu

Ihr könnt mir direkt schreiben

Neu gibt es eine eigene Support-Seite.

Dort könnt ihr mir direkt Fragen stellen. Egal ob zu einem Sanctis Letter, zum Markt, zur Plattform oder zu einem anderen Thema.

Ihr müsst mir keine Mail schreiben oder mich irgendwo auf Social Media suchen. Alles läuft direkt über die Plattform.

Wenn ihr eine Anfrage sendet, schaut am nächsten Tag noch einmal rein. Ich habe euch dort dann sehr wahrscheinlich bereits geantwortet.

06
Kommt bald

Der Kalender kommt bald

Der neue Kalender ist noch nicht ganz fertig, sollte aber bald verfügbar sein.

Dort seht ihr, welche Letters, Playbooks und Live-Desk-Sessions ich als Nächstes plane.

Ich werde dort aber nicht drei Wochen im Voraus irgendwelche Themen eintragen, nur damit der Kalender voll aussieht.

Der Markt hält sich schliesslich auch nicht an meinen Plan.

Ihr seht, woran ich gerade arbeite und was als Nächstes geplant ist. Wenn plötzlich etwas Wichtigeres passiert, kann sich dieser Plan jederzeit ändern.

07
Geplant

Es wird grössere Playbooks geben

Neben den normalen Sanctis Letters möchte ich künftig auch deutlich längere Berichte zu einzelnen Themen veröffentlichen.

Zum Beispiel ein vollständiges Q4-Playbook mit meinen Erwartungen, verschiedenen Szenarien und den Punkten, bei denen sich meine Einschätzung ändern würde.

Diese Berichte werden als PDF auf der Plattform erscheinen und ebenfalls im Kalender angekündigt.

So muss ich nicht versuchen, jedes grössere Thema in einen normalen Letter zu pressen.

08
Neu

Der Live Desk

Neu gibt es ausserdem den Live Desk.

Das ist ein Chat, den ich zu bestimmten, vorher angekündigten Zeiten freischalten werde.

Zum Beispiel während eines FOMC-Meetings, bei wichtigen Marktereignissen oder wenn ich gerade aktiv den Markt analysiere.

Ihr könnt dort live mitlesen, Fragen stellen, selbst etwas schreiben oder mitdiskutieren.

Die Idee dahinter ist, euch näher an meine tatsächliche Arbeit zu bringen. Nicht immer erst Stunden später einen fertigen Rückblick veröffentlichen, sondern euch teilweise schon währenddessen zeigen, was ich gerade sehe und wie ich die Situation einordne.

Warum ein Chat und kein Livestream?

Weil ich kein Content Creator bin und auch keiner werden möchte.

Wenn ich während eines wichtigen Markttermins stundenlang in eine Kamera spreche, liegt mein Fokus irgendwann auf dem Stream und nicht mehr auf dem Markt.

Im Live Desk kann ich kurz eine Einschätzung schreiben, eine Frage beantworten oder eine Diskussion starten und mich danach wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht.

Den Markt.

09
Unverändert

Die Suche bleibt bestehen

An der Suche ändert sich nichts.

Ihr könnt weiterhin nach älteren Letters, Themen und anderen Inhalten suchen.

Jetzt brauche ich eure Meinung

Ich baue den Sanctis Letter am Ende nicht für mich.

Deshalb möchte ich von euch wissen, was euch noch fehlt.

Was nervt euch? Was ist unnötig kompliziert? Welche Funktion oder welches Format würdet ihr tatsächlich benutzen?

Ihr müsst daraus keinen schönen Text machen. Schreibt einfach ehrlich rein, was ihr denkt.

Ich lese alles.

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Fabian De Sanctis
The Sanctis Letter
19. September 2026